完成品 ホームテイスト カウチソファ【Heureux-ウルー

18 WIRTSCHAFT
11. Aug ust 2016 | Prager Zeitung Nr. 32–33
Zahl der Woche
66,6 Mrd.
Im ersten Halbjahr hat Tschechien 66,6 Milliarden Kronen (rund
2,5 Milliarden Euro) mehr aus dem EU-Haushalt erhalten, als es in
die Gemeinschaftstöpfe eingezahlt hat. Das teilte das Finanzministerium am Freitag, 29. Juli mit. Der sogenannte Nettobetrag hat
damit den zweithöchsten Wert seit dem EU-Beitritt Tschechiens im
Jahr 2004 erreicht. Das Land hat in den ersten sechs Monaten dieses
Jahres 19,3 Milliarden Kronen (etwa 714 Millionen Euro) zum EUHaushalt beigetragen, aus Brüssel erhielt es 85,9 Milliarden Kronen
(rund 3,2 Milliarden Euro). Tschechien bleibt damit weiterhin ein
Nettoempfänger. In der kommenden Förderperiode von 2021 bis 2027
werden die EU-Gelder voraussichtlich eingeschränkt, unter anderem
aufgrund des tschechischen Wirtschaftswachstums. (fn/čtk)
NACHRICHTEN
Roth Industries expandiert nach Tschechien
Der hessische Sanitäranlagenhersteller Roth Industries hat das tschechische Unternehmen Roltechnik übernommen. Das gab der Marketingleiter von Roltechnik Petr Šejnoha am Donnerstag, 4. August
bekannt. Der deutsche Produzent von Glas- und Komplettduschen
übernimmt damit die im mährischen Třebařov ansässige Firma
mit rund 150 Mitarbeitern. Der Kaufpreis wurde nicht bekanntgegeben. Für Roltechnik war die deutsche Firma in den vergangenen
zwei Jahren der wichtigste Abnehmer, der ihre Ware in Deutschland
und Frankreich verkaufte. Roltechnik verfügt über einen weiteren
Produktionsstandort in Červená Voda. Außerdem hat der Hersteller
eine Niederlassung in der Slowakei. Das Unternehmen stellt Duschabtrennungen, Dampfduschen, Dusch- und Badewannen sowie
Whirlpools her. Zu den Hauptmärkten der 1991 gegründeten Firma
gehören Tschechien, Slowakei und Ungarn. (fn/čtk)
GE Aviation baut Werk bei Prag
Die tschechische Regierung hat einen Investitionsvertrag mit dem
US-amerikanischen Unternehmen GE Aviation genehmigt. Das gab
Wirtschaftsminister Jan Mládek (ČSSD) am Mittwoch, 27. Juli bekannt. Für insgesamt 9,5 Milliarden Kronen (rund 351 Millionen Euro)
will der Hersteller von Flugzeug-Triebwerken in der Nähe von Prag ein
neues Werk errichten. Laut Vertrag wird der tschechische Staat das
Projekt in den Jahren 2016 bis 2018 mit bis zu zwei Milliarden Kronen
(etwa 74 Millionen Euro) unterstützen. Etwa 500 Mitarbeiter sollen
in dem Werk eine Anstellung finden. Nach Angaben von GE Aviation
soll es bis Ende 2020 die Produktion aufnehmen. Ab 2026 will das
Unternehmen 600 Motoren pro Jahr darin fertigen. GE Aviation gehört
zu GE Electric, einem der weltweit größten Mischkonzerne. In 170
Ländern sind mehr als 300.000 Mitarbeiter für diesen tätig. (fn/čtk)
Neue Buslinie nach München
Das private Bahnunternehmen Leo-Express bietet ab 15. August eine
neue Busverbindung von Prag nach München an. Außerdem verlängert es die bereits bestehende Linie zwischen der Hauptstadt und
Český Krumlov. Die Busse werden künftig nach Linz und Salzburg fahren. Das gab der Direktor des Unternehmens Peter Köhler am Dienstag, 26. Juli bekannt. Damit erweitere Leo-Express sein Liniennetz in
Österreich und steige zugleich auf dem deutschen Markt ein. Im Juni
dieses Jahres erwarb die Firma das polnische Busunternehmen TigerExpress und dehnte sein Streckennetz damit nach Breslau, Krakau und
Katowice sowie nach Wien und Košice aus. (fn/čtk)
Medizintourismus auf dem Vormarsch
Gesundheitstouristen bringen Einnahmen in Höhe von über 500
Millionen Kronen (umgerechnet etwa 18,5 Millionen Euro) nach
Tschechien. Laut der Nachrichtenagentur ČTK sei der Umsatz in der
Branche in den vergangenen Jahren um jeweils 15 Prozent gestiegen.
Am beliebtesten sei das Land bei Briten, Deutschen und Russen.
Zu den häufigsten Behandlungen zählen Schönheitsoperationen,
künstliche Befruchtung und gynäkologische Eingriffe. (jn)
Hilfe aus dem Osten?
Regierung will ukrainische Arbeitskräfte ins Land holen – Gewerkschaften
fürchten Lohnstagnation
zu bringen und somit die Lohnsteigerung zu verhindern.
VON JA N NECH A NICK Ý
Für Vladimír Dlouhý, den Präsidenten der Tschechischen Wirtschaftskammer (HK ČR), gab es
Ende Juli einen Grund zu feiern.
Die tschechische Reg ier ung
habe sich ausnahmsweise einmal vom gesunden Menschenverstand leiten lassen, erklärte
er in den Medien. Vorausgegangen war der Entschluss der
Regierung, einen Entwurf des
Wirtschaftsministeriums zu unterstützen. Die zum 1. August in
Kraft getretene Maßnahme soll
die Einreise und Beschäftigung
von Arbeitskräften aus der Ukraine erleichtern. Laut Dlouhý
habe die Regierung endlich den
Ruf der tschechischen Unternehmen erhört, denen zehntausende Arbeitskräfte fehlen.
Auch Wirtschaftsminister Jan
Mládek (ČSSD) zeigte sich mit
dem Ergebnis der Verhandlungen zufrieden. Eine große Rolle
spielten dabei die gestiegenen
Aufträge für tschechische Unternehmen und die damit verbundene Nachfrage an Arbeitskräften.
Vor allem die hiesige Maschinenbauindustrie klagt seit langem über einen Mangel an gering- bis mittelqualifizierten Arbeitnehmern. Am schwierigsten
sei es für die Firmen, technisch
orientierte Stellen in der Produktion zu besetzen.
Gefragt sind in erster Linie
Schweißer, Fräser, Schlosser
und Elektriker. Einer Analyse
des Arbeitsministeriums zufolge
blieben 22.000 Stellen in diesem
Bereich unbesetzt. Laut Jaroslav Hanák, dem Präsidenten des
Tschechischen Industrie- und
Verkehrsverbands (SP ČR), fehlten den Unternehmen insgesamt
bis zu 140.000 Arbeitskräfte.
Die Regierung will nun die
Lücken auf dem Arbeitsmarkt
schließen. Helfen soll dabei vor
allem die Ukraine. Bis zu 5.000
Arbeitnehmer mit technischer
Ausbildung will der Wirtschaftsminister jedes Jahr ins Land locken. Neben den Löhnen, die
in Tschechien höher ausfa llen, stellt er ihnen auch VisaErleichterungen in Aussicht:
Arbeitssuchende aus dem osteuropäischen Land sollen künftig mit weniger bürokratischem
Aufwand eingestellt werden. Das
im Jahr 2014 eingeführte System der „Arbeitnehmerkarten“
(„zaměstnanecká karta“) würde
laut Industrieverband zu langsam auf die Nachfrage auf dem
Arbeitsmarkt reagieren.
Tschechien setzt auf ukrainische Facharbeiter.
Die vom Innenministerium
ausgehä ndig ten „A rbeitnehmerkarten“ werden derzeit für
die Dauer eines Arbeitsvertrags
vergeben und gelten maximal
zwei Jahre. Danach muss sie der
Arbeitgeber wieder verlängern.
In der Praxis ist das Aushändigen der Karte an eine konkrete
Stelle gebunden, die in einem
zentralen Online-Register des
Arbeitsministeriums eingetragen sein muss. Die Ausgabe einer
solchen Karte dauert in der Regel
zwei bis drei Monate.
Arbeit für ein Jahr
Nun soll das tschechische Konsulat in Lwiw (Lemberg) – das die
„Arbeitnehmerkarten“ aushändigt – nicht mehr nur auf Anträge
warten, sondern die Arbeitnehmer selbst aktiv ansprechen. Das
neue System sieht eine Arbeitsbewilligung für ein Jahr vor, die der
Arbeitnehmer verlängern lassen
kann. Der gesamte Prozess sollte
in wenigen Wochen abgeschlossen sein, da der Antrag direkt
vom Konsulat bearbeitet wird.
Zuvor mussten sich die Arbeitnehmer über das zentrale VisaRegister („Visapoint“) bewerben.
In Tschechien ansässige Unternehmen heißen die Maßnahme
w i l l kom men. „Qua l i f i z ier te
technische Arbeiter zu finden,
ist hierzula nde w irk lich ein
Problem. Im vorigen Jahr haben
wir zum ersten Mal im Ausland
suchen müssen. Die Ukraine
war eines der Länder, in denen
wir erfolgreich waren“, sagte
die Pressesprecherin des Stahlunternehmens A rcelorMitta l
Ostrava gegenüber der „Wirtschaftszeitung“ („Hospodářské
noviny“). Auch der größte Arbeitgeber im Land, Škoda Auto,
nimmt die Maßnahme eher positiv wahr: „Falls es den tschechischen Arbeitsmarkt nicht
gefährdet, ist es eindeutig eine
richtige Entscheidung“, hieß es
aus der Pressestelle des Unternehmens. Gegenwärtig sucht der
Autohersteller 2.000 Angestellte
für eine neue Produktionsstätte
in Kvasiny bei Hradec Králové
(Königgrätz).
Die tschechischen Gewerkschaften bezweifeln hingegen
die positiven Auswirkungen der
neuen Maßnahme. Ihrer Ansicht
nach ziele sie vor allem darauf
ab, billige Arbeitskräfte ins Land
Weniger als Arbeitslosengeld
Die Gewerk scha f tsverbä nde
argumentieren damit, dass die
angebotenen Arbeitsplätze von
tschechischen Arbeitnehmern
nicht wahrgenommen werden,
weil sie zu schlecht beza hlt
sind. Laut dem Vorsitzenden des
Böhmisch-Mährischen Gewerkschaftsverbands (ČMKOS) Josef
Středula sei es notwendig, die
Löhne deutlich über das Niveau
des Arbeitslosengeldes anzuheben. Damit würden die Arbeitsstellen auch für einheimische
Arbeitskräfte attraktiver.
Laut dem Tschechischen Statistikamt beläuft sich ein Bruttodurchschnittslohn hierzulande
auf umgerechnet etwa 980 Euro.
Ein Angestellter (verheiratet, zwei
Kinder), der so viel verdiente,
erhält in den ersten zwei Monaten seiner Arbeitslosigkeit rund
435 Euro, im dritten und vierten
Monat 335 Euro, ab dem fünften
Monat rund 300 Euro. Der Bruttomindestlohn beträgt zurzeit lediglich 365 Euro. In der Ukraine
beläuft sich der Bruttodurchschnittslohn nach Angaben des
dortigen Statistikamtes auf rund
190 Euro. Die Gehälter für Positionen mit mittlerer Qualifikation –
etwa Schweißer oder Elektriker –
bewegen sich in Tschechien zwischen umgerechnet 700 und 1.100
Euro. In Deutschland verdienen
die Angestellten in vergleichbaren Positionen bis zu 3.500 Euro.
Die Ukrainer gehören hierzulande seit langem zu den zahlenmäßig größten Minderheiten.
Offiziell lebten im vergangenen
Jahr rund 467.000 Ausländer in
Tschechien. Davon kamen etwa
105.000 aus der Ukraine.
Höhere Löhne und Visa-Erleichterungen sollen bis zu 5.000 technisch ausgebildete Arbeitskräfte anlocken.
Fotos: APZ
WECHSEL UND NEUE LEUTE
Als Präsidentin der Assoziation für
die Entwicklung des Immobilienmarktes (ARTN) wurde zum 15.
Mal Zdenka Klapalová einstimmig
gewählt. Sie arbeitet zudem mit der
tschechischen Vertretung des internationalen Unternehmens Knight
Frank zusammen und ist Mitglied
des Leitungsausschusses bei Knight Frank für Europa.
Zum Vizepräsidenten wurde erneut Tomáš Drtina, Direktor
der Agentur GfK in Tschechien und der Slowakei, gewählt.
Jakub Stárek ist neuer Direktor der
Abteilung SME für Klienten kleinerer und mittlerer Unternehmen bei
UniCredit Bank Czech Republic and
Slovakia. Bislang arbeitete er hier
im selben Bereich als Segmentmanager. Zu seinen Hauptaufgaben
gehört die Weiterentwicklung der
Dienstleistungen für kleine und mittlere Firmen sowie des
Kompetenzzentrums mit Fokus auf die Landwirtschaft und
Dotationsgelder der Europäischen Union. Stárek arbeitet
seit 1999 bei der UniCredit-Gruppe. Von Beginn an wid-
mete er sich als Bankberater der Firmenklientel und dem
Firmenbankwesen. Er war Produktspezialist sowie Manager und Abteilungsleiter. Seit 2013 leitete er das Retailsegment der UniCredit Bank für Prag. Stárek ist Absolvent der
Prager Wirtschaftsuniversität und spricht fließend Englisch
und Deutsch.
Der internationale Logistikprovider DACHSER etablierte die neue
zentrale Organisationsdivision
„Corporate Solutions, Research &
Development“. Die Leitung übernimmt Stefan Hohm, ein erfahrener
Manager, der zuvor für ein Logistikzentrum im bayerischen Hof verantwortlich war. Er und sein Team implementieren spezifische
Lösungen für Lieferantenketten der Kunden aus den TopSegmenten der Industrie. Außerdem verbindet seine neue
Division die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des
Unternehmens und arbeitet eng mit Corporate-Divisionen
zusammen, die sich um Corporate Development & Strategy
und Corporate IT kümmern. Bei DACHSER ist Hohm schon
seit 23 Jahren tätig. Seine Berufserfahrungen konnte er
zum Beispiel als General Manager des Logistikzentrums
in Hof unter Beweis stellen, wo er u.a. für Lösungen im Bereich European Logistics & Food Logistics zuständig war.
Ondřej Vlk ist neuer Direktor der
Forschungsabteilung von Colliers
International, dem marktführenden Anbieter von kommerziellen
Immobiliendienstleistungen. Vlk
konzentriert sich hier vor allem auf
die Marktforschung und auf die Beratung der Klienten aus allen Segmenten des Immobilienmarktes. Er unterstützt sämtliche
Abteilungen der Gesellschaft und ist für die Koordination
der Forschungsstudien von Colliers zuständig. Vor seinem
Engagement bei Colliers International arbeitete Vlk als
Investitionsanalytiker in der Prager Kanzlei CBRE Global Investors. Sieben Jahre lang arbeitete er in der Forschungsabteilung bei Jones Lang LaSalle. Vlk studierte an
der Wirtschaftsfakultät und an der Tschechischen Landwirtschaftsuniversität in Prag.
Skypicker, das Unternehmen mit der weltweit erfolgreichen
Suchmaschine für Flugtickets, verstärkte sein Team um
den neuen Finanzdirektor Juraj Strieženec und die neue
Personaldirektorin Kateřina Gábová. Ihre gemeinsame Aufgabe
ist es, das Wachstum des Unternehmens, die steigenden Gewinne
und den damit verbundenen Zuwachs an Mitarbeitern fortzuführen.
Strieženec, Absolvent der Brünner
Masaryk-Universität und der Ecole
supérieure de Commerce im fanzösischen Saint-Etienne,
arbeitete zuvor bei Y Soft und war mehr als fünf Jahre
Auditor in der Prager und Brünner Filiale des Beratungsunternehmens EY. In seiner neuen Funktion löste er Lucie
Brešová ab, die neue Geschäftsführerin des Unternehmens
ist. Gábová arbeitete als HR Managerin für Mittelosteuropa
bei Red Hat. Die Absolventin der Mendel-Universität in
Brünn war mehrere Jahre auch bei Honeywell in verschiedenen Positionen im Bereich HR tätig.
Möchten Sie in dieser Rubrik Ihre neuen Mitarbeiter
vorstellen? Dann schicken Sie uns ein Kurzporträt
sowie ein Foto von Ihrem neuen Kollegen zu!
Ihr Ansprechpartner ist Herr Petr Hlaváč,
E-Mail: [email protected]
oder Telefon/Fax: +420 222 253 379