Anwenderbericht Stadt Hamburg

Internet Business Solutions Group
Stadt Hamburg –
„Win-Win“ für Stadt und Bürger
"Die Anzahl der Benutzer zählt für uns, und nicht etwa die Anzahl der Services.
eGovernment darf nicht esoterisch sein – auf einfachen Zugriff kommt es an.
Unsere eGovernment-Strategie und unser Angebot sind genau darauf ausgelegt.”
Diether Schönfelder, Leiter eGovernment, Stadt Hamburg
Eine moderne Stadt
Internationaler Handel war schon immer
von zentraler Bedeutung für die Stadt Hamburg. Das war bereits zu Zeiten der Hanse
so, des Handelsbundes, zu dem viele mittel-
Z U S A M M E N FA S S U N G
Hintergrund
Mit 1,7 Millionen Einwohnern ist Hamburg die
Insgesamt 97 Konsulate sind in Hamburg
angesiedelt. Ein klares Zeichen dafür, dass
die Stadt nach wie vor ein blühendes und
weltoffenes Handels- und Wirtschaftszen-
zweitgrößte Stadt Deutschlands. Sie ist eines von 16
trum ist, von dem aus viele Geschäfte mit
alterliche Städte in Deutschland und rund
deutschen Bundesländern. Die Stadt hat ein einheit-
dem Rest der Welt abgewickelt werden.
um die Ostsee gehörten. Heute ist Hamburg
liches System für die Auswahl, Verwaltung und
Viele internationale Unternehmen haben
die führende deutsche Stadt in punkto
Kontrolle aller IT-Ausgaben in der Stadt und den
sich für Hamburg als Sitz ihrer Europazen-
Außenhandel und kann ein Bruttoinlands-
Regionen, für die sie verantwortlich ist. Auf Grund
trale entschieden. Zu den wichtigsten Bran-
produkt aufweisen, das doppelt so hoch ist
dieses Systems ist die eGovernment-Strategie der
chen der Stadt gehören Banken und
wie der deutsche Durchschnitt. Hamburg ist
Stadt leistungsfähig und zielgerichtet.
Versicherungen, Transport und Fertigungs-
die zweitgrößte Stadt in Deutschland, in
deren Einzugsgebiet 3,5 Millionen Menschen leben. Außerdem empfängt die Stadt
jeden Tag mehr als 150.000 Besucher.
industrie. Der Hochseehafen ist der zweitHerausforderung
Die Bereitstellung von einfachen und pragmatischen Zugriffsmethoden auf Informationen und
Services der Behörden, inklusive Transaktionen,
rund um die Uhr, und zwar unter Vermeidung der
Hamburg ist eine moderne Stadt, die aus
einer gelungenen Mischung aus Erhaltung
größte in Europa, wenn es um die Abfertigung von Containern geht und stellt ein
Zentrum für den Handel mit Mittel- und
Osteuropa dar.
Probleme, die mit dem Gebrauch von digitalen Zertifikaten einhergehen.
der vorhandenen Substanz und innovativer
Einmaliges eGovernment
Finanzierungssystem
Architektur besteht. So wurden etwa um
Lösung
Seit zehn Jahren hat die Stadt Hamburg
den ehemaligen Industriehafen herum ganz
Mit Cisco in beratender Funktion hat die Stadt Ham-
ihre IT-Infrastruktur auf einfache (und ver-
neue Viertel gebaut. Heute sind hier palast-
burg eine zweijährige Roadmap erstellt, die alle zen-
mutlich einmalige) Art und Weise verwal-
artige Bürogebäude, weitläufige Promena-
tralen und lokalen Ämter sowie alle allgemeinen
tet. Dies ermöglicht eine einheitliche und
den und Einkaufszentren zu finden, ebenso
und abteilungsspezifischen Projekte abdeckt. Nach
durchgängige IT-Strategie. Die entsprechen-
wie die alten Lagerhallen an den Kanälen.
Analyse der Vorgehensweisen in anderen europäi-
de Finanzplanung sorgt für die notwendige
schen Ländern hat Hamburg ein eGovernement
Das Stadtgebiet deckt 755 Quadratkilometer ab. Dies entspricht etwa siebenmal der
Gateway entwickelt, das einen einzigen, sicheren
Zugriffspunkt für alle Informationsdienste und
Transaktionen der Behörden bietet.
Größe von Paris und zweieinhalb mal der
Konzentration auf das Wesentliche, so dass
alle IT-Ausgaben von zentraler Stelle geplant und kontrolliert werden. Die Gefahr
von Duplizierung, Inkompatibilitäten und
Größe Londons. Die Bürger genießen hier
Ergebnisse
Verschwendung wird hierdurch praktisch
einen außergewöhnlich hohen Lebensstan-
Mit Hilfe des Hamburg Gateway hat die Stadt es
vermieden.
dard. So stehen jeder Person durchschnittli-
erreicht, ihren Bürgern und den Einwohnern der
che 30 Quadratmeter Lebensraum zur Ver-
benachbarten Regionen bessere Services zur Verfü-
Keine der lokalen Hamburger Behörden hat
fügung, mehr als in jeder anderen deutschen
gung zu stellen. Hinzu kommen Kosteneinsparun-
ihr eigenes IT-Budget. Ein spezieller Mecha-
Stadt. 14 % der Stadtfläche bestehen aus
gen und verbesserte Geschäftsabläufe über die
nismus sorgt dafür, dass der IT-Anteil her-
Parks und Freizeitanlagen.
unterschiedlichen Methoden für die Bereitstellung
ausgerechnet wird, bevor die Finanzmittel
von Services hinweg.
einzelnen Abteilungen wie Justiz, Finanzen
FA K T E N
Gemeinsame Systeme und offene Grenzen
Das föderale deutsche System kann zur Duplizierung von Ressourcen
Als blühende Geschäfts- und Kulturmetropole hat die freie Hanse-
in benachbarten Bundesländern führen: Hamburg hat dieses Problem
stadt Hamburg 1,7 Millionen Einwohner und etwa 150.000 Besucher
umschifft, indem es sein eGovernment-Gebiet bilateral über die
pro Tag. 3,5 Millionen Menschen leben im Einzugsbereich der Stadt.
benachbarten Länder Schleswig-Holstein und Niedersachsen ausgeweitet hat.
Als zweitgrößte Stadt Deutschlands ist Hamburg die Nummer Eins
im Außenhandel, Service- und Distributionszentrum für Nordeuropa
und Standort für zahlreiche ausländische Unternehmen.
Die Bürger profitieren von dieser Zusammenarbeit; besonders diejenigen, die täglich in die Stadt kommen und keine Zeit haben, ihre Ämter
Ursprünglich verdankte die Stadt ihren wirtschaftlichen Erfolg ihrer
am Wohnort aufzusuchen. Anfang nächsten Jahres werden Pendler in
Rolle als wichtigster Seehafen Deutschlands. Gemessen an der
der Lage sein, in ein Büro der Stadt Hamburg zu gehen und dort Behör-
Abfertigung der Container ist der Hafen heute Nummer 7 weltweit
denangelegenheiten für ihren eigenen Wohnort zu erledigen. Realisiert
und Nummer 2 in Europa. Zu den wichtigsten Branchen gehören
wird dies durch ein sicheres Netzwerk auf Basis von XML-Anwendun-
Banken und Versicherungen. Außerdem haben in Hamburg 41 der
größten deutschen Fertigungsunternehmen ihren Sitz.
gen, das die gemeinsame Nutzung von Daten ermöglicht. Die Daten
werden an einem Standort, in diesem Falle in Hamburg, eingegeben
Die europäische Union und die wirtschaftliche Liberalisierung der
und dann an einem anderen Standort, der Behörde im Wohnort, verar-
Osteuropäischen Staaten tragen weiter zum Wachstum der Stadt
beitet.
bei. Auf Grund der Seewege nach Osteuropa und Skandinavien
sowie der Binnenschifffahrtswege und Schienenverbindungen in
das Herz Europas ist Hamburg ein Zentrum des Ost/West-Handels.
Die Zusammenführung der IT-Provider für Hamburg und SchleswigHolstein wird zu weiteren Einsparungen führen. Es handelt sich hierbei
um öffentlich-rechtliche Unternehmen, die als eigenständige Organisa-
oder Interne Angelegenheiten zugewiesen werden. Das so zusammen-
tionen mit ihren eigenen Finanz- und Buchhaltungssystemen organi-
laufende Budget wird von der Finanzbehörde verwaltet, die auch für
siert sind. Sie erbringen Dienstleistungen für privatwirtschaftliche
eGovernment verantwortlich ist. Finanzmittel werden dann aus dieser
Unternehmen und verwalten die Infrastruktur in den Gebieten, die von
zentralen Quelle verteilt.
Hamburg abgedeckt werden. Ab Anfang 2004 wird das zusammengeführte Unternehmen dataport Services für Behörden und Unternehmen
Ein zentraler Ausschuss, der auch für die Verwaltung und Überprüfung
zweier benachbarter Bundesländer anbieten.
von Entwicklungsausgaben zuständig ist, trifft alle IT-Investitionsentscheidungen. Jede Abteilung, die ein IT- oder eGovernment-Projekt
Für die Bürger der Stadt Hamburg und ihre Nachbarn stehen zwei zen-
starten möchte, muss im Einzelfall ihre eigenen Vorschläge entwickeln
trale Projekte an, erläutert Jörn Riedel, Leiter Netzwerkarchitektur und
und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung vorlegen, die dann in eine
IT bei der Stadt Hamburg. „Die Internet-Plattform hat sich in den ver-
Applikationsdatenbank kommt. Alle Projekte werden einheitlich auf
gangenen sechs Jahren sehr positiv entwickelt und unterstützt heute die
ROI und Kosteneinsparungen überprüft.
zweitgrößte Web-Site in Deutschland mit mehr als 10 Millionen Seitenaufrufen pro Monat.“ Diese Web-Site wird von öffentlichen und priva-
Diether Schönfelder, Leiter eGovernment bei der Stadt Hamburg,
ten Anbietern betrieben (Public/Private Partnership) und spiegelt alle
erklärt dies wie folgt: „Jede Abteilung, die ein IT- oder eGovernment-
Aktivitäten in dieser Stadt wieder, vom Buchen von Theaterkarten und
Projekt starten möchte, muss dieses Projekt detailliert rechtfertigen.
Hotelzimmern bis hin zu behördlichen Dienstleistungen.
Jeder einzelne Fall wird überprüft, so dass wir unsere Entscheidungen
aus einer Hamburg-weiten Perspektive treffen können.“
Das zweite Projekt ist das sog. ‘Hamburg Gateway’. „Dies,“ so Jörn
Riedel, „wird die notwendige Online-Verbindung für alle Transaktio-
Das System fordert, dass für jedes Projekt angegeben wird, wie und bis
nen mit unseren Bürgern und unseren kommerziellen Kunden bieten.“
wann sich die Investitionen auszahlen. Nur wenn ein Vorschlag als rea-
Öffentliche Online-Informationsdienste sind bereits äußerst erfolg-
listisch beurteilt wird und der allgemeinen eGovernment-Strategie und
den IT-Standards der Stadt Hamburg entspricht, kann er umgesetzt
werden. Es werden jährliche Reviews durchgeführt. Es ist durchaus
schon vorgekommen, dass Projekte abgebrochen wurden, weil es technologische Probleme gab oder nach den Kriterien der Stadt nicht
erfolgreich umgesetzt wurden. „Jedes Projekt,“ so Diether Schönfelder,
„muss in einer ‘Win-Win’ Situation enden: dies bedeutet, dass die Bürger einen besseren Service erhalten und die Stadt Geld spart.“
Dies heißt nicht nur, dass nur ausschließlich solide Projekte durchgeführt werden, die der allgemeinen Strategie der Stadt entsprechen, dieser Finanzierungsmechanismus bewirkt auch, dass ein gewisser gesunder Wettbewerb zwischen den einzelnen Abteilungen entsteht, während
sie sich darum bemühen, IT-Finanzmittel zu bekommen, Kosten zu sparen und ihre Services zu verbessern.
reich. Der am häufigsten genutzte, mit bis zu
bestimmte Dienstleistung zu bezahlen, so füllt er ein Anmeldeformular
750.000 Hits pro Monat, unterstützt die Bürger
aus und sendet es an die Behörde. Die Behörde schickt dann Autentifi-
dabei, die richtigen Services zu finden. Ist eine
zierungsdaten, Passwort und ID an eine Zweigstelle vor Ort. Um die
Anfrage einmal eingegeben, so erscheint eine Seite
Daten zu erhalten, mit denen Transaktionen online ausgeführt werden
mit dem Amt in der Nähe, das sich mit dieser Ange-
können, stellen sich die Bürger bei dieser Zweigstelle mit Personalaus-
legenheit beschäftigt, den Öffnungszeiten, den relevanten Formularen
weis oder Pass vor. Sie erhalten dann die Autentifizierungsdaten und
und Informationen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, mit denen der
sind dafür zuständig, diese sicher aufzubewahren.
Bürger zu dieser Behörde gelangen kann. Weitere beliebte Services
umfassen die Online-Bestellung von Geburtsurkunden, neuen Pässen
Diese Daten werden wie bei einem normalen Login-Vorgang mit einem
und speziellen Wahlzetteln für Wähler, die am Wahltag unterwegs sind.
Benutzercode und Passwort eingegeben. Zu den Daten gehören Adressund andere persönliche Angaben. Sie sind dadurch nützlicher und
Die Balance zwischen Sicherheit und einfachem Zugriff
sicherer als digitale Zertifikate mit nur einem Feld. Ist der Bürger ein-
Westliche Demokratien haben lange und intensiv darüber nachge-
mal angemeldet, so kann er auf alle Services zugreifen und die entspre-
dacht, wie sie ihren Bürgern Zugriff auf Verwaltungsdienste ermög-
chenden Transaktionen ausführen. Das Gateway für die Behörden-Ser-
lichen und dabei gleichzeitig angemessene Sicherheit und Ver-
vices wird in Kürze einsatzbereit sein, sobald die entsprechenden
traulichkeit wahren können. Die Zulassung von digitalen Zertifikaten
Gesetze verabschiedet wurden.
durch das Europäische Parlament hat dazu geführt, dass viele Behörden der Bundesländer auf ihren Online-Gebrauch in den Fällen beste-
Das neue Hamburg Gateway verwendet ein ähnliches Modell wie das
hen, in denen normalerweise eine Unterschrift notwendig wäre. Digi-
Government Gateway in Großbritannien und wird Bürgern und kom-
tale Zertifikate werden jedoch weder von Einzelpersonen (weniger als
merziellen Kunden Verbindungsmöglichkeiten für alle Transaktionen
1 Prozent der Hamburger Bürger) noch von Unternehmen routinemä-
über eine einzige Schnittstelle bieten. Jörn Riedel erläutert: „Vier- bis
ßig eingesetzt. Außerdem existieren Kompatibilitätsprobleme zwischen
fünfhundert Softwareanwendungen laufen auf den Back End-Syste-
den Systemen unterschiedlicher Anbieter.
men. Daten, die in der gesamten Infrastruktur gemeinsam genutzt werden, werden in die Bildschirmansicht für den Benutzer übersetzt. Die
In Hamburg ist einfache Bedienung die Voraussetzung für Bürger-Ser-
zugrundeliegende Funktionalität wird mehreren Ansichten gemeinsam
vices. Deshalb war man hier der Meinung, dass eine andere Lösung
sein, so dass auf die gleiche Art und Weise und mit einem ähnlichen
möglich sein müsste. Der Ansatz von Cisco erwies sich hier als sehr
‘Look and Feel’ auf Funktionen zugegriffen werden kann.“
hilfreich. „Cisco“, so Jörn Riedel, „war sehr oft an unseren Diskussionen zum Thema eGovernment und Web-Technologie beteiligt.“ Nach-
Alle Dienstleistungen, die Hamburg anbietet, werden elektronisch zur
dem sie Vorgehensweisen in mehreren europäischen Ländern und ins-
Verfügung stehen. Wurde einmal ein Account eingerichtet, so befinden
besondere das britische Modell untersucht hatten, kamen die
sich alle verfügbaren Daten in diesem Account. Greift ein Benutzer auf
Hamburger Manager zu dem Ergebnis, dass digitale Zertifikate nicht
einen Service zu und kann ein Ergebnis nicht sofort online geliefert
unbedingt notwendig sind, sofern ein einzelnes sicheres Gateway zu
werden, so kann sich der Benutzer zunächst einmal abmelden. Er
den Web-Sites der Behörden existiert. Wurde ein strenger Autorisie-
erhält dann eine Email, von der aus er zu dem Vorgang zurückkehren
rungsprozess durchlaufen, so ist keine digitale Signatur notwendig, um
und das Resultat einer Abfrage oder die Beendigung einer Transaktion
eine eGovernment-Transaktion durchzuführen.
einsehen kann.
Hamburg verwendet jetzt den Post-Ident-Prozess, der auch zur Eröff-
Melderegisterauskunft
nung eines Online-Bankkontos verwendet wird. Will ein Bürger auf die
Eines der ersten Hamburg Gateway-Projekte ist die Beantwortung der
sichereren Bereiche des Behörden-Intranets zugreifen, etwa, um eine
Anfragen von Firmen und Einzelpersonen zu Adressen im Hamburger
Melderegister. Hamburg wird elektronischen Zugriff auf dieses Verzeichnis ermöglichen, etwa für Personen, die z.B. nach den Adressen
alter Schulfreunde suchen. Die Papierversion dieses Service ist bereits
sehr erfolgreich.
Ein ähnlicher Service speziell für Rechtsanwälte wird ebenfalls elektronisch zur Verfügung stehen. Hier geht es um die Ermittlung der offiziellen Adressen von Personen, bevor diese verklagt werden können. Ein
weiterer Service auf Basis des Melderegisters steht für Unternehmen
zur Verfügung, die ihre Waren online verkaufen und welche die Adressen von nicht zahlenden Kunden ermitteln wollen.
Man geht davon aus, dass auf Grund dieser Umstellung bis zu 50
Angestellte anderweitig eingesetzt werden können. Von den 1,6 Millionen Anfragen an das Melderegister pro Jahr dürften nur noch weniger als 20% schriftlich (auf Papier) beantwortet werden müssen.
Im Dienst des Bürgers
Eine sich entwickelnde Beziehung
Diether Schönfelder will Kunden und Partner-Organisationen von der
Die Beziehung zwischen der Stadt Hamburg und Cisco wurde im Juni
eGovernment-Idee überzeugen. „Die Anzahl der Benutzer zählt für
2002 auf eGovernment ausgeweitet. Dies ergab sich aus Gesprächen
uns, nicht die Anzahl der Services. eGovernment darf nicht esoterisch
mit den Leitern Finanzen und eBusiness der Stadt Hamburg, bei denen
sein – auf einfachen Zugriff kommt es an. Unsere eGovernment-Stra-
Cisco damit beauftragt wurde, den zweijährigen Fahrplan für
tegie und unser Angebot sind genau darauf ausgelegt.“
eGovernment der Stadt auf Herz und Nieren zu prüfen.
Während Schönfelder davon überzeugt ist, dass der einfache Zugriff
Cisco hatte die Stadt bereits seit mehreren Jahren mit Netzwerk-Hard-
auf elektronische Services der Schlüssel zu ihrer Akzeptanz ist, weiß er
ware versorgt. „Es war unsere Strategie, in jedem Bereich die Anzahl
auch, dass es einige Zeit dauern wird, bis sich die elektronischen
der Partner zu verringern,“ erläutert Jörn Riedel. „Wir entschieden uns
Abläufe wirklich durchsetzen. Die herkömmlichen Methoden wie Brie-
für Cisco als den strategischen Partner für den Betrieb des Netzwerks.
fe oder Telefonanrufe bei den sich entwickelnden Bürger-Kontaktzen-
Unsere Beziehung zu Cisco existiert schon seit vielen Jahren. Wir haben
tren sowie Besuche der Behörde werden nach wie vor genutzt. Die ent-
damals ganz klein angefangen, mit einem kleinen Netzwerk. Parallel
sprechenden Vorgänge werden gerade aktualisiert, so dass mehrfache
zum Wachstum des Netzwerks und der Entwicklung der IT-Infrastruk-
Dateneingaben vermieden werden, und zwar unabhängig davon, für
tur ist auch unser Verhältnis zu Cisco immer wichtiger geworden.“
welche Methode sich Unternehmen oder Einzelpersonen entscheiden.
Es werden durchgehend die gleichen elektronisch unterstützten
Cisco berät die Stadt außerdem zum Thema IP-Technologie für die
Geschäftsabläufe verwendet.
Entwicklung der Bürger-Kontaktzentren. Hier gibt es Pläne für die
Integration von Telefon, VoiceMail, Messaging und Fax-Kommunika-
Außerdem ist das Online-Management von städtischen Zuschüssen
tion.
geplant. Ein Beispiel hierfür ist der erforderliche Verwaltungsaufwand,
wenn etwa eine Kirche Zuschüsse zum Betrieb eines Kindergartens
Roadmaps, Foren und Ausstellungen
beantragt. Die Kirche hat das Recht, einige ihrer Kosten ratenweise
Obwohl Hamburg eines der kleinsten Bundesländer ist, hat es sich
ersetzt zu bekommen, sofern sie entsprechende Quittungen vorweisen
bereits einen Ruf als einer der führenden Anwender von eGovernment
kann. Dieser Vorgang wird online sehr viel schneller und einfacher
aufgebaut. Eine vor kurzem veranstaltete eGovernment-Ausstellung
vonstatten gehen. Ganze Stapel von Formularen werden dadurch über-
zeigte den Bürgern, welche Fortschritte bereits gemacht wurden und
flüssig.
förderte das Interesse an der Entwicklung und Akzeptanz von OnlineServices für Behörden. Dies war eine äußerst erfolgreiche Veranstal-
Auch für Genehmigungen wird es einen vereinfachten Vorgang geben.
tung, auf der sich zahlreiche Besucher aus der gesamten Region sowie
Beantragt ein Versorgungsunternehmen momentan eine Genehmigung,
benachbarten Bundesländern drängten. Die eGovernment-Ausstellung
eine Straße aufzugraben, so müssen bis zu 16 Kopien des Antrags an
bot eine Plattform für strategische politische Ankündigungen sowie ein
andere Parteien wie Kabelfirmen, Baufirmen und weitere Versorger
Diskussionsforum für eGovernment-Vertreter aus ganz Deutschland.
geschickt werden. Schon bald wird sich der Versorger oder das Bau-
Einer der drei externen Vortragenden war Dr. Frank Robert, der Cisco
unternehmen nur einmal registrieren müssen und kann dann alle Nach-
Internet Consultant für die Stadt Hamburg.
richten elektronisch empfangen.
Die zweijährige eGovernment Roadmap des Hamburger Senats hatte
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Vorteile von Web-Sites und Onli-
Dr. Robert durchaus beeindruckt. Diese deckt alle Ämter in der Region
ne-Transaktionen zu messen: in Hamburg misst man sie daran, wie
und alle geplanten internen und externen Services ab, sowohl für Bür-
intensiv sie genutzt werden und zu welchen Einsparungen sie führen.
ger als auch für Unternehmen. Die Aktivitäten werden nach drei
„In Hamburg“, so betont Diether Schönfelder, „geht die ‘Elektronisie-
Kategorien aufgeteilt: wichtige Infrastrukturen, gemeinsame Projekte
rung’ der Services immer auch mit einer Verbesserung der Geschäftsab-
über mehrere Services und Ämter hinweg sowie Projekte für einzelne
läufe einher. Dies führt ebenso zu finanziellen Einsparungen wie die
Ämter. Hamburg hat enorme Fortschritte gemacht, sowohl strategisch
Umstellung auf Online-Systeme.“
durch die Finanzierungsmechanismen als auch mit dem sicheren Gateway als Alternative zum Einsatz von digitalen Zertifikaten. Dr. Robert:
„Ich war wirklich erstaunt, wie weit man hier bereits im Denken wie
im Handeln war.“
Cisco hält nach wie vor ein wachsames Auge auf die eGovernment-
Auf diesen Foren treffen sich nicht nur Vertreter von Behörden, son-
Entwicklungen der Stadt Hamburg. Die Manager der Stadt sind häufi-
dern auch von unterschiedlichen Unternehmen, etwa aus dem Banken-
ge Besucher der Cisco eGovernment Foren, auf denen Diether Schön-
oder Versicherungsbereich. Diether Schönfelder sagt hierzu: „Es war
felder gerade einen Vortrag gehalten hat. Diese zweitägigen
sehr interessant zu hören, welche Probleme Unternehmen haben und
Veranstaltungen finden vierteljährlich statt. Es nehmen etwa vierzig
wie diese gelöst werden.“ Er freute sich, folgende Beobachtung machen
eGovernment-Vertreter aus ganz Deutschland daran teil. Erst vor kur-
zu können: „Geht es um eBusiness, so sind die Hamburger Behörden
zem haben der CIO des Bundes sowie der Leiter eGovernment des Lan-
in vielen Bereichen ebenso fortschrittlich wie private Organisationen.“
des Bayern teilgenommen. Jörn Riedel ist ganz begeistert: „Die von
Cisco organisierten Veranstaltungen waren für unsere Entscheidungs-
Die Verantwortlichen der Stadt Hamburg wissen, dass Technologie nur
findung sehr hilfreich. Wir konnten vom Wissen und den Erfahrungen
so erfolgreich ist, wie ihre Anwendungsweise. Die Stadt Hamburg ern-
anderer Regierungen zum Management von Netzwerken auf dem neu-
tet jetzt die Früchte ihres Pragmatismus und ihrer Offenheit: Die Pro-
esten Stand der Technik profitieren. Diese Treffen haben sich als wert-
zesse, die für die strategische Analyse und Kontrolle von IT-Projekten
volle Benchmarks für unsere Kaufentscheidungen erwiesen.“
eingerichtet wurden, sorgen dafür, dass das Potenzial der Technologien
optimal ausgenutzt wird, und zwar zum Nutzen der Bürger.
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