Anwenderbericht lesen

Solution Overview
Die Mitarbeiter der Tunnelleitzentrale haben
alle Berliner Straßentunnel gut im Blick.
Bestnoten für Berliner Autobahntunnel
Senatsverwaltung Berlin verbessert Tunnelsicherheit mit
ausfallsicherem Cisco-Netzwerk
„Wir bekommen alle benötigten
Komponenten komplett aus
einer Hand, einschließlich hocheffektiver Tools für Wartung
und Betrieb der für die Berliner
Verkehrssicherheit absolut
kritischen Infrastruktur.“
Octavia Görlitzer,
Projektmanagerin bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Erstmals in Deutschland gab die zuständige Bundesbehörde, das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ( BMVBS ), grünes Licht zur Voiceover-IP-Anbindung von Notrufsäulen in Straßentunneln. Schauplatz ist Berlin.
Dort überzeugte die Verlässlichkeit eines Cisco-Netzwerks, das verkehrstechnische Daten an die Tunnelleitzentrale Berlin (TLZ-BE) in Tegel überträgt. Auch
Telefone in Tunnel-Betriebsgebäuden wurden bereits auf Cisco Unified Communications umgestellt. Mit der IP-Vernetzung der Berliner Tunnelanlagen verfügt
die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung heute über eine langfristig tragfähige Plattform, die perspektivisch auch andere technische Überwachungs- und
Steuerungssysteme integriert.
Mit „sehr gut“ beurteilte der ADAC im Frühjahr 2009 den Autobahntunnel am Flughafen Tegel. Verkehrs- und Sicherheitstechnik, so der Automobilclub, seien auf
neuestem Technikstand und ließen nichts zu wünschen übrig. Der Tunnel führt die
A 111 unter dem Flughafengelände hindurch in Richtung Norden zur A 10. Die
Verkehrsdichte ist hoch: Pro Tag werden
etwa 90.000 Fahrzeuge gezählt.
Insgesamt
9,1 Kilometer lang:
Die zwölf Berliner
Straßentunnel
Der 2008 nach 19-monatiger Grundsanierung wieder freigegebene Tunnel
Flughafen Tegel ist nur einer von zwölf
Berliner Straßentunneln. Diese ergeben
eine Gesamtlänge von 9,1 Kilometern.
Darin eingeschlossen sind nicht nur
unterirdische Streckenabschnitte von
Bundesautobahnen, sondern auch von
Landesstraßen. Das wohl bekannteste
Beispiel für einen landeseigenen
Tunnel ist der Tiergarten-Tunnel, der
den gleichnamigen Park im Herzen der
Hauptstadt auf einer Länge von knapp
zweieinhalb Kilometern unterführt.
Ob Bundes- oder Landesstraße – in
Sachen Steuerung, Verkehrslenkung
Solution Overview
Hintergrund
Die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung betreut alle zwölf Straßentunnel in
der Hauptstadt, auch die der Bundesautobahnen. Oberste Priorität haben Sicherheit
und optimale Verkehrssteuerung. Rechtliche
Grundlage sind die ‚Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln‘ (RABT).
Herausforderung
Die historisch gewachsene Anbindung der
Tunnel an die Leitzentrale sollte durch ein
zukunftsfähiges Netzwerk vereinheitlicht
werden. Zudem muss permanent steigendes
Datenaufkommen effizient gemanagt werden. Übergeordnetes Ziel ist eine weitere
Verbesserung der Reaktionsfähigkeit in der
Leitzentrale.
Lösung
Die Tunnel sind ringförmig an die Tegeler
Leitzentrale angebunden. Im Backbone
des Netzwerks sind Cisco Catalyst 6500er
Switches verbaut. Die Tunnel selbst sind mit
Catalyst-Modellen 4503 und 3560 ausgestattet. Inzwischen dient das Netz auch als
Plattform für Voice over IP. Sowohl Notrufsäulen – ein Novum in Deutschland – als
auch Telefone an Betriebsstandorten werden
vom (ebenfalls hochverfügbar installierten)
Cisco Unified Communications Manager
versorgt.
Nutzen
n Höchste Verlässlichkeit der
Tunnel-Kommunikationsplattform
n Effizientes Management hält laufende
Infrastrukturkosten im Griff
n Zukunftsfähigkeit und langfristiger Investitionsschutz
n Hohe Sicherheit und flüssiger Verkehr in
Berliner Straßentunneln
Die Tunnel in Berlin sind ringförmig an
die Leitzentrale Tegel angebunden.
und Sicherheit laufen alle Fäden in der gemeinsamen TLZ-BE zusammen. Parallel
hierzu werden die Daten der Verkehrsbeeinflussungsanlagen ( VBA ) zur Verkehrsregelungszentrale ( VKRZ ) in Tempelhof übertragen. In der TLZ-BE, in unmittelbarer
Nähe zum A 111-Tunnel, flimmern rund um die Uhr Bilder von mehreren hundert
Videokameras auf insgesamt 26 Monitoren. Im Ernstfall, etwa bei Brandverdacht,
lässt sich ein Tunnel sofort ferngesteuert sperren – und das ist auch notwendig,
denn unter Umständen hängen Menschenleben von Sekunden ab.
Langfristiger Planungshorizont
„Bis vor fünf Jahren war jeder Straßentunnel einzeln über separate Verbindungen
an die Leitzentrale angebunden“, berichtet Octavia Görlitzer, Projektmanagerin bei
der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Die Berliner Behörde ist verantwortlich
für Planung, Betrieb und Wartung sowohl der landeseigenen Straßentunnel als auch
von Bundesautobahnen. Letzteres im Auftrag der und in enger Abstimmung mit den
zuständigen Stellen des BMVBS. Rechtliche Grundlage sind die ‚Richtlinien für die
Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln‘, kurz RABT – einem umfassenden
Regelwerk, das kontinuierlich an technologische Möglichkeiten und veränderte
Anforderungen angepasst wird. Um das ständig steigende Datenaufkommen der
Berliner Tunnelanlagen effizienter zu managen und die RABT-Vorgaben umfassend
zu erfüllen, wollte die Senatsverwaltung die historisch gewachsene Anbindungsinfrastruktur vereinheitlichen. „Uns schwebte eine Integrationsplattform vor, die langfristig
Bestand hat“, fährt die Projektmanagerin fort. „Vor allem sollte das anvisierte Netzwerk in der Lage sein, neue Aufgaben ohne nennenswerte Eingriffe an der Basisinfrastruktur zu übernehmen. In unserem Metier reicht der Planungshorizont nicht fünf
oder sieben, sondern 20 Jahre.“
Integrationskraft war ausschlaggebend
Durch das IT-Dienstleistungszentrum Berlin ( ITDZ ), dem zentralen IT-Partner der
öffentlichen Verwaltung Berlins, werden unter anderem Telekommunikations- und
Netzdienstleistungen europaweit ausgeschrieben. Diese Möglichkeiten wurden
2005 durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung genutzt. Die Messlatte hing
extrem hoch, sowohl in Sachen Ausfallsicherheit als auch im Hinblick auf Integrationskraft und Zukunftsfähigkeit. Das Ausschreibungsergebnis kommentiert Octavia
Görlitzer rückblickend so: „Das Votum für Cisco hatte seinerzeit verschiedene
Gründe. Da ist zum einen das ungemein breitgefächerte Netzwerk-Portfolio. Wir
bekommen alle benötigten Komponenten komplett aus einer Hand, einschließlich
hocheffektiver Tools für Wartung und Betrieb der für die Berliner Verkehrssicherheit absolut kritischen Infrastruktur. Außerdem bietet Cisco eine langfristige Entwicklungsperspektive für seine Produkte. Zusammen mit der starken Marktstellung
garantiert dies Zukunftssicherheit und Investitionsschutz. Nicht zuletzt aber spielte
der hohe Standardisierungsgrad der Cisco-Technologie eine ausschlaggebende
Rolle. Offene Standards und Interoperabilität sind bekanntlich das A und O, wenn
es um das Zusammenspiel mit bestehenden und künftigen Systemen geht.“
Konkret hat Octavia Görlitzer die Integration bestehender Systeme im angrenzenden
Land Brandenburg im Sinn, etwa bei der Archivierung verkehrstechnischer Daten in
der Verkehrsrechnerzentrale Brandenburg ( VRZ ) in Stolpe, nördlich von Berlin. Mindestens ebenso wichtig ist Integration am südlichen Hauptstadtrand, zum Beispiel
auf der A 113 im Umfeld des künftigen Großflughafens Schönefeld. Über das aktuelle
Verkehrsgeschehen in den nahegelegenen Tunneln Rudower Höhe und Altglienicke
müssen Autofahrer rechtzeitig informiert werden, also schon jenseits der Berliner
Stadtgrenzen. Eine spätere optionale Verknüpfung mit Brandenburger Signal- und
Anzeigesystemen kann mit dieser Systemlösung realisiert werden.
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Präventiver Ausfallschutz
Beim Aufbau des Berliner Tunnel-Netzwerks konnte auf vorhandene Glasfasersowie Kupferleitungen entlang der Autobahntrassen zurückgegriffen werden.
Den Kern der Infrastruktur bilden Switches Cisco Catalyst 6506 in der Tegeler
Leitzentrale und in der Tunnelwarte Britz. In den Tunneln regeln Catalyst 4500 und
Catalyst 3560 Switches den digitalen Datenverkehr. Redundanz und somit hoher
Ausfallschutz ist im Netzwerk auf unterschiedlichen Ebenen implementiert: Zum
einen durch eine ringförmige Streckenführung zwischen Tegel und Britz, die den
Datenpaketen bei Leitungsstörungen immer alternative Pfade offenhält. Zum anderen sind Cisco Core-Komponenten in sich redundant und folglich hochverfügbar
konfiguriert.
Mit Sicherheit unverzichtbar – Fluchtwege und
Notrufstationen sind deutlich gekennzeichnet.
„S eit 2004 hatten wir keinen einzigen Hardware-Ausfall. Die Verfügbarkeit des Cisco-Netzwerks
liegt bei 99,9 Prozent.“
Ulrich Otto,
Vorstand und Gründer
der NETFOX AG
Arbeiten mit Voice over IP: Die Notrufsäulen
in den Berliner Autobahntunneln
„Das Hochverfügbarkeitskonzept auf der Basis ausgereifter Cisco-Technologie hat die
Verantwortlichen beim Bund
schließlich überzeugt.“
Dr. Andreas Barsch,
Geschäftsführer der globits GmbH
„Seit 2004 hatten wir keinen einzigen Hardware-Ausfall. Die Verfügbarkeit des
Cisco-Netzwerks liegt bei 99,9 Prozent“, sagt Ulrich Otto, Vorstand und Gründer
der NETFOX AG. Das in Kleinmachnow ansässige Systemhaus ist als Generalunternehmer verantwortlich für den Betrieb und die Überwachung des Netzes.
NETFOX organisiert zum Beispiel den Fernzugriff diverser Partnerfirmen aus dem
gesamten Bundesgebiet. Als Basis dafür dient unter anderem die Cisco Adaptive
Security Appliance ASA 5500, mit der NETFOX aufgabenbezogen verschlüsselte
VPN-Zugänge bereitstellen kann. Der große Vorteil für die Senatsverwaltung: „Wir
haben es nur mit einem Ansprechpartner zu tun; die Verantwortlichkeiten sind klar
geregelt“, so Octavia Görlitzer. Beim eigentlichen Monitoring kommt die NETFOXEigenentwicklung COLAN zum Einsatz. Das System wertet permanent Log-Informationen sämtlicher Netzkomponenten aus. Verdächtige Ereignisse oder kritische
Systemzustände einzelner Komponenten lösen automatisch Alarmmeldungen an
die zuständigen Mitarbeiter aus. Mögliche Störungsursachen werden erkannt, bevor es zu einer Beeinträchtigung im Netzwerk kommt. „Präventiven Ausfallschutz“,
nennt Ulrich Otto den Monitoring-Ansatz seiner Firma.
Voice over IP unterirdisch
Dass IP-Netzwerke fast zu schade sind für bloßen Datentransport, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dennoch gab es in Deutschland bislang keine einzige
Voice over IP-Notrufsäule in einem Straßentunnel. „Den Verantwortlichen fehlte
ganz einfach das Vertrauen in die Zuverlässigkeit der gar nicht mehr so jungen
Technik. Verständlich insofern, da eine Telefonstörung unter keinen Umständen
eintreten darf“, erläutert Dr. Andreas Barsch, Geschäftsführer der globits GmbH,
Berlin. Die Firma sitzt als ausgewiesener Unified Communications-Spezialist mit im
Boot des Berliner Tunnelprojekts. „Das Hochverfügbarkeitskonzept auf der Basis
ausgereifter Cisco-Technologie hat die Verantwortlichen beim Bund schließlich
doch überzeugt“, so Dr. Barsch. In den Tunneln Flughafen Tegel, Rudower Höhe
und Altglienicke werden inzwischen vom Cisco Unified Communications Manager
IP-Notrufsäulen versorgt. Wie nicht anders zu erwarten, ist das intelligente System
ebenfalls redundant installiert, nämlich einmal in der Tegeler Leitzentrale und
einmal in der Tunnelwarte Britz. Auch die diversen Tunnel-Betriebsstätten werden
per Cisco Router 2800 angebunden und schrittweise auf Voice over IP umgestellt.
Vier von ihnen sind überdies mit Cisco Access Points drahtlos vernetzt, sodass
kostenfreie Mobiltelefonate auf großflächigem Gelände möglich sind.
„Generell können IP-Netzwerke nicht nur Sprache, sondern jede erdenkliche
Spielart digitaler Informationen transportieren“, erläutert Dr. Barsch. Per IP lassen
sich beispielsweise auch technische Sensoren und Stellglieder integrieren sowie
Rauchmelder, Temperaturfühler oder elektronische Anzeigetafeln. Und natürlich
auch die weiträumig verteilten Videokameras, deren Bilder auf den Monitoren in
der Tegeler Leitzentrale flimmern. Diese Übertragungsmöglichkeiten sind bisher
für die Anlagen der Bundesautobahnen in Berlin aber nicht vorgesehen.
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Cisco Systems GmbH
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