http://​www.​frequenz.​net/​uploads/​tx_​freqprojerg/​Summary_​SmartHouse_​final_​01.​pdf

Früherkennung von Qualifikationserfordernissen
SUMMARY
Zukünftige Qualifikationserfordernisse
durch das
im Bereich Smart House
Zusammenfassung der Studienergebnisse
Zusammenfassung
herausgegeben von FreQueNz, 2011
„Smart House“ und „Internet der Dinge“
in der BMBF-Früherkennung
Bernd Dworschak, Helmut Zaiser, Lothar Abicht, Leif Brand
Das Hauptziel der Initiative zur Früherkennung von Qualifikationserfordernissen des Bundesministeriums für Bildung und
Forschung (BMBF) ist es, jene neuen Qualifikationsanforderungen möglichst früh zu ermitteln, die angesichts der sich abzeichnenden Veränderungen in der Berufs- und Arbeitswelt entstehen, und in den nächsten drei bis fünf Jahren auf der mittleren
Qualifikationsebene in der Breite relevant werden könnten. Mit
Fachkräften der mittleren Qualifikationsebene sind im Rahmen
der BMBF-Früherkennungsinitiative insbesondere Erwerbspersonen mit Abschlüssen bundesweit staatlich anerkannter
Ausbildungsberufe bzw. ländergeregelter schulischer Ausbildungsabschlüsse sowie mit Weiterbildungsabschlüssen, wie
bspw. Meister oder Techniker, gemeint.
Zum „Internet der Dinge“, das einen Themenbereich der Initiative
darstellt, konnten drei Projekte über zukünftige Qualifikationsanforderungen in den Untersuchungsfeldern Logistik, industrielle Produktion und „Smart House“ abgeschlossen werden.
Der Ausdruck „Smart House“ bezeichnet sowohl Wohn- als
auch Büro- und Industriegebäude, die mit Technologien ausgestattet werden, die einen (teil-)autonomen bzw. automatisierten Gebäudebetrieb ermöglichen, und bei denen verschiedene
gebäudespezifische Anwendungsfelder, wie z. B. Haustechnik oder Sicherheitstechnik, informationstechnisch vernetzt
sind. Gegenüber konventionellen Gebäuden, lassen sich damit
Energieeinsparungen, ein altersgerechteres Wohnen, höhere
Sicherheit und höherer Komfort erreichen. Der „Smart House“Bereich ist durch ein breites Spektrum von Unternehmen, einschließlich traditioneller Handwerksbetriebe, gekennzeichnet.
Daher zielte das „Smart House“-Projekt darauf ab, veränderte
oder neue Qualifikationsanforderungen für dienstleistungsorientierte Unternehmen im Allgemeinen zu identifizieren.
Das Untersuchungsfeld „Smart House“ kann als eine Ausprägung des „Internet der Dinge“ (IdD) aufgefasst werden, für
das zur Zeit keine allgemein anerkannte Definition existiert.
Eine Möglichkeit zur begrifflich-konzeptionellen Erfassung des
IdD bieten technologische Konvergenz und die Merkmale der
informationstechnischen Vernetzung und Autonomie: Im IdD
agieren informationstechnisch vernetzte Gegenstände sowohl
untereinander als auch mit Steuerungssystemen und anderen
Netzwerken, was eine autonome und intelligente Steuerung von
Prozessen ermöglicht. Indes stellt das IdD keine eigenständige,
geschlossene Technologie dar. Vielmehr ist es abhängig von der
Entwicklung zahlreicher unterschiedlicher Technologien und
deren Konvergenz, d. h. davon, inwieweit diese Technologien
in ihrer Entwicklung zusammenwachsen, vernetzt werden und
interagieren können, um autonomes Handeln von IdD-Systemen – wie z.B. den autonomen bzw. automatisierten Gebäudebetrieb – zu erzielen. Für die weitere Entwicklung des IdD im
Allgemeinen sind u. a. die Technologiebereiche der Mikrosystemtechnik, Materialwissenschaften, Nanotechnologie, Optik/ Photonik, Mensch-Maschine-Schnittstellen, der Künstlichen
Intelligenz und Computerwissenschaften von entscheidender
Bedeutung. Unter anderem in Bezug auf das „Smart House“ besonders relevante IdD-Technologien sind z. B. die funkbasierte
oder kabelgebundene Informationsübertragung sowie Sensorik
und Aktorik.
Während eine umfassendere Darstellung der drei Projekte zum
„Internet der Dinge“ in der FreQueNz-Buchreihe erfolgen wird,
und in Form von Abschlussberichten auf www.frequenz.net
verfügbar ist, soll diese Publikation der Zusammenfassung der
Ergebnisse des „Smart House“-Projektes dienen.
¹ Zur begrifflichen Erfassung u. technologischen Grundlagen des IdD vgl. Brand, Leif et al. (2009): Internet der Dinge. Übersichtsstudie, Zukünftige
Technologien Nr. 80, hrsg. v. Zukünftige Technologien Consulting der VDI Technologiezentrum GmbH, Düsseldorf.
02
FreQueNz Zusammenfassung Internet der Dinge im Bereich Smart House
Im Verlauf der drei IdD-Projekte stellte sich die Frage als besonders relevant heraus, in welchem
Grade die bereits vorhandenen IdD-Technologien im jeweiligen Untersuchungsfeld in der Praxis
angewandt bzw. umgesetzt werden. Um diesen Realisierungsgrad abschätzen zu können, wurde
im Rahmen der FreQueNz-Vernetzung durch die Projektpartner und die Vernetzungsstelle gemeinsam ein erweitertes Schema zur Erfassung des IdD erarbeitet, das die Merkmale der „Vernetzung“ und „Autonomie“ mit drei Ausprägungsstufen verbindet, wobei in Zukunft noch weitere
Stufen hinzukommen können. Die entsprechende Erfassung des Untersuchungsfeldes „Smart
House“ ist in der folgenden Tabelle dargestellt:
Ausprägungsstufen des Internets der Dinge im Bereich Smart House
Ausprägungsstufe
Stufe 1
Stufe 2
Stufe 3
Merkmal
Bilaterale Vernetzung:
Lokale Netze:
Globale Netze:
unmittelbare bilaterale Verbindung
Vernetzung von Dingen in tech-
Vernetzung von Dingen mit offenen
zweier Objekte
nisch oder lokal geschlossenen
Systemen, wie Internet oder Mobil-
Systemen, die Kommunikation,
funknetzen. Den Dingen wird eine
Steuer- oder zumindest Lese-
weltweit eindeutige Identität
zugriffe zulassen; z. B. Nahbe-
(z. B. IP-Adresse, Mobiltelefon-Nr.)
reichsfunk (wie etwa WLAN) oder
zugeordnet.
Vernetzung
Bussysteme
Autonomie
Keine Autonomie:
Teilautonomie:
Vollautonomie:
Objekte/ technische Systeme sind
Objekte/ technische Systeme sind
Objekte/ technische Systeme
passiv. Sie erfassen Sensordaten,
zusätzlich zu sensorischen Ele-
sind mit umfassender Logik,
zeigen diese an oder leiten sie
menten mit eigenständiger Logik
Sensorik und Aktorik ausge-
weiter, lösen aber keine Handlun-
ausgestattet, verarbeiten Sensor-
stattet. Vollautonome Systeme
gen aus.
daten und setzen vorprogrammier- zeichnen sich zunehmend durch
te Handlungen in Gang.
„Selbstwahrnehmung“ aus. Ihr
selbständiges Handeln beruht auf
„technischer Intelligenz“ und kann
über rein algorithmisch vorgegebene Entscheidungsfindungen und
Handlungen hinausgehen.
03
FreQueNz Zusammenfassung Internet der Dinge im Bereich Smart House
Um den Bereich entsprechend differenziert erforschen zu können, wurden im „Smart House“Projekt sechs Anwendungsfelder einzeln untersucht: Sicherheitstechnik, Servicerobotik, Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, Facility Management und Haustechnik, d. h. Energie- und
Wärmetechnik, auf die zunehmend internet- und funkbasierte Fernzugriffe möglich sind. Die
aktuellen und zukünftig wahrscheinlichen Realisierungsgrade des IdD für diese sechs Anwendungsfelder illustriert die folgende Abbildung anhand der Merkmale und Ausprägungsstufen
des zuvor beschriebenen Schemas zur IdD-Erfassung.
Abbildung 1: Realisierungsgrade des Internets der Dinge für die “Smart House”-Anwendungsfelder
Fhe]dei[_d'&@W^h[d
Vollautonomie
JciZg]Vaijc\hZaZ`igdc^`
HZgk^XZgdWdi^`
PkijWdZ^[kj[
;VX^a^inBVcV\ZbZci
=VjhiZX]c^`
Teilautonomie
HZgk^XZgdWdi^`
=Vjh]Vaih\Zg~iZ
H^X]Zg]Z^ihiZX]c^`
JciZg]Vaijc\hZaZ`igdc^`
H^X]Zg]Z^ihiZX]c^`
=Vjh]Vaih\Zg~iZ
;VX^a^inBVcV\ZbZci
=VjhiZX]c^`
keine Autonomie
bilaterale Vernetzung
lokale Vernetzung
globale Vernetzung
Während es bereits ein breites kommerzielles Angebot anwendungsreifer Einzeltechnologien gibt, bewegen sich weitere
„Smart House“-Technologien noch im Stadium der angewandten
Forschung. Indes dominieren noch Einzellösungen, deren Integration in ganzheitliche Gebäudekonzepte nur schrittweise
vorankommt. Zukünftig können vor allem in den Anwendungsbereichen Facility Management sowie Haus- und Sicherheitstechnik kontinuierliche Verbesserungen erwartet werden. Unter
anderem aufgrund der langen Nutzungsdauer von Gebäuden
und deren Komponenten, ist jedoch insbesondere im Bereich
der Haustechnik mit einer eher langsamen Marktdurchdringung zu rechnen.² Schnellere Entwicklungen sind vor allem in
der Unterhaltungselektronik und bei der Vernetzung von Haushaltsgeräten zu erwarten.
²­­­­ Vgl. Brand, Leif: „Internet der Dinge“ und „Smart House“. In: future technologies update, 02/09, hrsg. v. Zukünftige Technologien Consulting der
VDI Technologiezentrum GmbH, Düsseldorf, S. 11.
04
FreQueNz Zusammenfassung Internet der Dinge im Bereich Smart House
Trends und Qualifikationsprofile für das „Smart House“
Lothar Abicht, Sirkka Freigang, Henriette Freikamp, Leif Brand, Andreas Hoffknecht
„Smart House“-Technologien haben deutliche Auswirkungen
auf Qualifikationserfordernisse auf der mittleren Qualifikationsebene. Zu beobachten ist insbesondere eine durchgängige
Zunahme von Anforderungen in Bezug auf Informations- und
Elektrotechnik sowie bei der Kommunikation mit Kunden. Im
Zuge des Projektes über zukünftige Qualifikationsanforderungen im Bereich „Smart House“ wurde deutlich, dass derzeit
bereits ein Qualifikationsbedarf besteht, der bisher nur unzureichend gedeckt werden kann. Im Projekt wurden fünf Qualifikationsprofile entwickelt, welche die qualitativ-inhaltlichen
Qualifikationslücken abdecken könnten:
1.Systemberatung und -verkauf
2.Systemintegration
3.Fernwartung und Service
4.Direktbetreuung Smart House und
5.Dienstleistung Servicerobotik
Diese Qualifikationsprofile weisen eine neue Kombination
von Qualifikationsanforderungen auf, zu denen auch smarthouse-spezifisch veränderte oder neue Anforderungen gehören
(siehe auch die tabellarische Zuordnung der Anforderungsbereiche zu den Qualifikationsprofilen am Ende dieser Zusammenfassung).
Es bestehen technologische Trends mit einer für den „Smart
House“-Bereich übergreifenden Bedeutung, von denen hier fünf
Haupttrends genannt seien:
• In allen „Smart House“-Anwendungsfeldern nimmt die infor-
mationstechnische Vernetzung von Produkten und techni-
schen Systemen zu.
• Es findet eine zunehmende Gebäudevernetzung mit zahlrei-
chen verschiedenen, gebäudespezifischen Datenkommuni-
kationssystemen statt.
• Es besteht ein Trend von herstellerspezifischen Kommuni-
kationssystemen hin zu standardisierten Bussystemen,
wobei mit „Bus“ eine einzelne Sammelleitung eines Bündels von Signalwegen zur Übertragung von Datensignalen
gemeint ist.
• Es besteht ein Trend zur Verschmelzung von Anwendungen und Systemfunktionalitäten mit dem Internet oder Mobilfunknetzen.
• Energiesparmaßnahmen erlangen größere Bedeutung. Dabei spielt das „Smart Metering“, d. h. die Erfassung und Visuali-
sierung von Verbrauchsdaten auf Basis „intelligenter“, digitaler Stromzähler, eine besondere Rolle.
05
FreQueNz Zusammenfassung Internet der Dinge im Bereich Smart House
1. Systemberatung und -verkauf
Das Qualifikationsprofil „Systemberatung und -verkauf“
besteht aus einer Kombination von Qualifikationsanforderungen aus dem Einzelhandel und der Elektronik. Im Mittelpunkt
dieses Profils stehen die Kommunikation mit dem Kunden und
das zielgruppenorientierte Präsentieren von „Smart-House“Anwendungen.
Abbildung 1: Tätigkeitscluster „Systemberatung und -verkauf“
Beratung
Bedarf analysieren
Marketing
Tätigkeitscluster
Systemberatung und - verkauf
Koordination
Verkauf
Planung/
Konzeption
Informationsbeschaffung
Die Tätigkeiten reichen hierbei von der Bedarfsanalyse über
Beratung und Produktpräsentation bis hin zur Zusammenstellung einzelner Produkte zu einem ganzheitlichen „SmartHouse“-System. Ergänzende Tätigkeiten sind die laufende Informationsbeschaffung, das Erstellen von Angebotsunterlagen
sowie die weitere Koordination mit ausführenden Fachbetrieben.
06
Präsentation
Eine neue Qualität des Profils „Systemberatung und Verkauf“
ergibt sich aus der Kombination von Qualifikationsanforderungen aus den Bereichen Elektronik und Einzelhandel, die zur
Ausübung des genannten Aufgabenspektrums notwendig ist.
Hierzu gehören Kenntnisse über Automatisierungstechnik sowie Informations- und Telekommunikationstechnik einerseits
und Präsentationstechniken, Marketing, Kalkulation, Lerntechniken und Englisch andererseits. Zusätzlich zur erforderlichen
sozialen Kompetenz und der Fähigkeit zum selbstgesteuerten
Lernen, sollten Wissen und Kenntnisse über Gebäudeleittechnik
vertieft werden. Neben einem gewerkeübergreifenden Verständnis, das in Verbindung mit dem Qualifikationsprofil „Systemintegration“ näher erläutert wird, stellen Kreativitätstechniken und
Verkaufspsychologie weitere Anforderungsbereiche dar, die für
„Smart House“-Systemberatung und -verkauf wesentlich sind
(siehe zu den Anforderungsbereichen der Qualifikationsprofile
auch die Tabelle am Ende dieser Zusammenfassung).
FreQueNz Zusammenfassung Internet der Dinge im Bereich Smart House
2. Systemintegration
Das Qualifikationsprofil „Systemintegration“ entspricht einer
Kombination von Qualifikationsanforderungen aus den Bereichen Elektronik und IT. Der Schwerpunkt dieses Profils liegt bei
der Planung und Ausführung der Systemintegration. Das bedeutet, dass Teilsysteme, wie z. B. Audiosysteme, in ein übergeordnetes Haussystem zu integrieren sind und verschiedene „Smart
House“-Anwendungsfelder untereinander vernetzt werden.
Abbildung 2: Tätigkeitscluster „Systemintegration“
Rechtliche Aspekte
beachten
Informationsbeschaffung
Detaillierte Planung/
Konzeption/ Design
Tätigkeitscluster
Systemintegration
Dokumentation
und Einweisung
Koordination/
Kontrolle
Die technische Dokumentation, die Einweisung der Endkunden
und eine aufgrund der schnellen technologischen Entwicklung
laufende Informationsbeschaffung sind hierbei eher begleitende Tätigkeiten. Haupttätigkeiten sind die technische Fachplanung und Konzeption, die Parametrierung, Konfiguration,
Integration und Programmierung des „Smart-House“-Systems
sowie organisatorische Aufgaben und die Koordinierung der
beteiligten Fachkräfte.
Diese Tätigkeiten stellen Qualifikationsanforderungen im Bereich der Automatisierungstechnik, zu denen Kenntnisse über
Sensorik, Aktorik und Steuerungsanlagen gehören. Der Trend
zur informationstechnischen Vernetzung von Produkten und
Teilsystemen im Haussystem führt zu erhöhten Qualifikationsanforderungen im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik. Diese zunehmende Gebäudevernetzung führt
zu neuen Anforderungen auf dem Gebiet der Gebäudeleittechnik.
Aufgrund der Vielfalt der gebäudeleittechnischen Vernetzungsmöglichkeiten, ist hier ein hoher qualifikatorischer Anspruch zu
erwarten, da zu jedem der damit verbundenen Datenkommunikationssysteme unter anderem kompatible Produkte und Gerä-
07
Parametrierung/
Konfiguration
Schnittstellen
Programmierung
Bediengeräte
integrieren
te sowie konvergente Schnittstellen zu beherrschen sind.
Trotz des Trends zu standardisierten Systemen, ist in absehbarer Zukunft eine „Smart House“-Planung und -Ausführung ohne
Programmier- und Konfigurationskenntnisse für die notwendigen Schnittstellen kaum denkbar; dies deshalb, weil nur durch
hersteller- und gewerkeübergreifende Schnittstellen verschiedene Systeme in ein Gesamtsystem integriert werden können.
Dementsprechend stellt sich im Bereich „Smart House“ ein gewerkeübergreifendes Verständnis als eine neue Qualifikationsanforderung. Derzeit werden die Tätigkeiten zur gewerkeübergreifenden Vernetzung durch Fachkräfte der mittleren Ebene
und Ingenieure gleichermaßen ausgeführt.
Neben Führungs- und Sozialkompetenz sowie Lernfähigkeit,
liegen weitere Qualifikationsanforderungen zur „Smart House“Systemintegration in den Bereichen Interfacedesign, Systemcodierung und Datenschutz sowie Baurecht, Architektur und
Design, „Ambient Assisted Living (AAL)“ sowie Energietechnik
einschließlich „Smart Metering“.
FreQueNz Zusammenfassung Internet der Dinge im Bereich Smart House
3. Fernwartung und Service
Wesentlich für das Qualifikationsprofil „Fernwartung und Service“ ist seine Verbindung mit dem Trend zur Verschmelzung
von Anwendungen sowie Produkt- und Systemfunktionalitäten
mit dem Internet oder Mobilfunknetzen, die dem Nutzer sowie
autorisierten Dritten die Möglichkeit gibt, häusliche Systeme
per Fernzugriff zu steuern. Hieraus ergeben sich neue Qualifikationsanforderungen im Bereich der Fernwartung, wobei das
Qualifikationsprofil „Fernwartung und Service“ eine Kombination von Anforderungen aus den Bereichen Elektronik und IT
darstellt.
Abbildung 3: Tätigkeitscluster „Fernwartung und Service“
Ferndiagnostik
Fernwartung
Reparatureinsätze
vor Ort koordinieren
Tätigkeitscluster
Fernwartung und Service
Informations- und
Datenmanagement
Kundenbetreuung
Als Haupttätigkeiten stehen hier die Fernwartung und Ferndiagnostik im Mittelpunkt. Weitere Tätigkeiten sind das Informations- und Datenmanagement, die Kundenbetreuung und die
Koordination von Reparatureinsätzen vor Ort.
08
Wie bei der Systemintegration, stellen diese Tätigkeiten Qualifikationsanforderungen in den Bereichen Automatisierungstechnik, Gebäudeleittechnik sowie Informations- und Telekommunikationstechnik und erfordern ein gewerkeübergreifendes
Verständnis. Weitere Anforderungen beziehen sich auf Wissen
und Kenntnisse über Diagnose- und Testverfahren sowie Datenschutz und Systemcodierung. Die Betreuung der Kunden und
der Umgang mit deren Daten erfordern Kommunikationsfähigkeit und Seriosität.
FreQueNz Zusammenfassung Internet der Dinge im Bereich Smart House
4. Direktbetreuung Smart House
Das Qualifikationsprofil „Direktbetreuung Smart House“ bezieht
sich auf das technische Gebäudemanagement und bereichert das
bisherige Tätigkeitsbild des Hauswartes um Qualifikationen aus
dem Bereich Elektronik/ Elektrotechnik.
Abbildung 4: Tätigkeitscluster „Direktbetreuung Smart House“
Kontrolle aller
technischer Anlagen
Koordination und
Auftragsmanagement
Tätigkeitscluster
Direktbetreuung Smart House
Organisation und
Information
Zu den Tätigkeiten gehören die Kontrolle der technischen Anlagen, das Managen von eingehenden Daten, die Durchführung
kleinerer Reparaturen sowie Instandhaltung und Wartung der
technischen Anlagen. Als besondere Tätigkeit ist die Koordination und Organisation aller eingehenden Anfragen von Mietern,
Kunden, Lieferanten etc. zu nennen, wobei zeitnah über mobile
Endgeräte (wie z.B. ein PDA) zu erledigende Aufgaben erstellt,
zugeordnet, abgeschlossen und dokumentiert werden können.
Neben handwerklichen und kommunikativen Fähigkeiten, stellt
das Tätigkeitscluster Qualifikationsanforderungen im Bereich
des Datenmanagements. Vor allem die Kontrolle und Instandhaltung der technischen Anlagen erfordert ein gewisses gewerkeübergreifendes Verständnis der „Smart House“-Komponenten aus den Bereichen der Energie-, Automatisierungs- und
Gebäudeleittechnik sowie der Informations- und Telekommunikationstechnik. Daneben werden rechtliche Kenntnisse, z. B. im
Hinblick auf Sicherheitsbestimmungen oder Vertragsgestaltung
wichtiger.
09
Datenmanagement
Inbetriebnahme,
Wartung, Reparaturen
5. Dienstleistung Servicerobotik
Das Qualifikationsprofil „Dienstleistung Servicerobotik“ bezieht
sich neben der entsprechenden Beratung und der Reparatur
auch auf die (Fern-)Wartung, Konfiguration und Inbetriebnahme
von Inspektions-, Überwachungs- und Transportrobotern sowie
von häuslichen Assistenzrobotern.
Zusätzlich zu Produktkenntnissen, stellt die Ausführung dieser
Tätigkeiten Qualifikationsanforderungen in Bezug auf Mechatronik, Programmierung sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Eine in diesem Profil neue Qualifikationsanforderung ist das Beherrschen intelligenter Kameratechnik. Da mit
zunehmender Marktdurchdringung beispielweise die Vernetzung von Robotern mit Gebäudetechnik in der Breite nicht mehr
alleine von höher Qualifizierten durchgeführt werden kann,
stellen sich diese Anforderungen auch an Fachkräfte der mittleren Ebene.
FreQueNz Zusammenfassung Internet der Dinge im Bereich Smart House
Folgende Tabelle fasst die Anforderungsbereiche der "Smart House"-Qualifikationsprofile
zusammen:
Anforderungsbereiche der "Smart House"-Qualifikationsprofile
1. Profil
2. Profil
3. Profil
4. Profil
5. Profil
Systemberatung
Systemintegration
Fernwartung
Direktbetreuung
Dienstleistung
und -verkauf
Informations- und
Servicerobotik
•
­•
•
•
Gebäudeleittechnik
•
•
•
•
Automatisierungstechnik
•
•
•
•
Telekommunikationstechnik
Energietechnik/ Smart Metering
•
Datencodierung
•
•
•
•
•
•
•
•
Gewerkeübergreifende Kenntnisse
•
Kommunikationsfähigkeiten
•
Verkaufspsychologie
•
Präsentationtechniken
•
Marketing
•
Kalkulation
•
Englisch
•
•
•
Lerntechniken
•
•
•
•
•
Kreativitätstechniken und
Vorstellungsvermögen
Interfacedesign
•
Baurecht
•
Architektur und Design
•
Ambient Assisted Living
•
Führungs- und Sozialkompetenz
•
Diagnose- und Testverfahren
•
•
Handwerkliche Fähigkeiten
•
Datenmanagement
•
Rechtliche Bestimmungen
Produktkenntnisse
•
•
•
•
•
•
•
Mechatronik
•
Intelligente Kameratechnik
•
Programmierung
•
10
FreQueNz Zusammenfassung Internet der Dinge im Bereich Smart House
Weitere Informationen
@
Abschlussbericht
» Trendqualifikationen im „Smart House“
» http://www.frequenz.net/uploads/tx_freqprojerg/Abschlussbericht_IdD_im_Smart_House_final.pdf
Newsletter
» Trendqualifikationen im „Smart House“
» http://www.frequenz.net/uploads/tx_freqnewsletter/frequenz_newsletter2010_web.pdf
Flyer
» http://www.frequenz.net/uploads/tx_freqprojerg/Q_Flyer_ISW_web_251109.pdf
Buchpublikation
» FreQueNz-Buchreihe, W. Bertelsmann Verlag, 2011 (in Vorbereitung)
Newsletter und Flyer
können bei [email protected] angefordert werden.
11
FreQueNz Zusammenfassung Internet der Dinge im Bereich Smart House
Ansprechpartner
Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung
gemeinnützige Gesellschaft mbH
Heinrich-Heine-Straße 10
D-06114 Halle / Saale
Prof. Dr. Lothar Abicht Telefon 0345/ 52 13 60
Fax
0345 / 51 70 706
E-Mail [email protected]
Henriette Freikamp Telefon 0345/ 29 98 28 12
E-Mail [email protected]
Sirkka Freigang Telefon 030 / 42 02 47 25
E-Mail [email protected]
Internet www.isw-institut.de
Abteilung Zukünftige Technologien Consulting
VDI-Platz 1
D-40468 Düsseldorf
Dr. Andreas Hoffknecht Telefon 0211/ 62 14 456
Fax
0211/ 62 14 139
E-Mail [email protected]
Dr. Leif Brand Telefon 0211/ 62 14 516
E-Mail [email protected]
Internet www. zt-consulting.de
Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt
im Rahmen der Initiative „Früherkennung von Qualifikationserfordernissen im Netz“
www.frequenz.net