Praxishandbuch Pflegeprozess Seite 1 Schmerzeinschätzung Für die wirksame Behandlung von Schmerz wird eine Einschätzung der Schmerzintensität anhand von Schmerzskalen durchgeführt. Die Einstufung der Schmerzintensität erfolgt durch den Patienten selbst, da Schmerz nicht direkt beobachtet oder gemessen werden kann. Skalen zur Schmerzeinschätzung Analogskala Die Analogskala gibt dem Patienten eine waagrechte Linie vor, auf der die subjektiv empfundene Schmerzintensität markiert wird. Am linken Ende der Linie steht Schmerzfreiheit, am rechten Ende steht unerträglicher Schmerz. Dazwischen liegende Schmerzempfindungen des Patienten werden zwischen diesen beiden Zuständen auf der Linie angezeichnet. Entwicklungen der Schmerzintensität sind an den veränderten Positionen der Markierung ablesbar. Weiterentwickelte Schmerzskala Diese Schmerzskala ist eine Weiterentwicklung der Analogskala. Sie enthält eine numerische Abstufung und grafische Darstellungen der Schmerzintensität, die den Patienten bei der Selbsteinstufung seines Schmerzempfindens unterstützen. Praxishandbuch Pflegeprozess Seite 2 Darstellung des Verlaufes der subjektiven Schmerzintensität Zur Darstellung des zeitlichen Verlaufs der subjektiven Schmerzintensität werden die Ergebnisse der regelmäßigen Schmerzeinstufungen in Verlaufsblätter eingetragen. Schmerzkurve Schmerzkurven stellen die Entwicklung der subjektiven Schmerzintensität in Zusammenhang mit tageszeitlichen Ereignissen dar. Schmerztagebuch Ein Schmerztagebuch erfasst die subjektiven Schmerzintensität zu den vorgesehenen Erhebungszeitpunkten und anlässlich von schmerzverstärkenden bzw. schmerzlindernden Aktivitäten. Die Entwicklung der Schmerzintensität wird über den gesamten Betreuungszeitraum nachvollziehbar. Beispiel für den Aufbau eines Schmerztagebuches: Datum/Uhrzeit Aktivität Medikament Schmerzintensität Andere Symptome Schmerzintensität: 0 = kein Schmerz, 1 = leichter Schmerz, 2 = mäßiger Schmerz, 3 = starker Schmerz, 4 = sehr starker Schmerz, 5 = unerträglicher Schmerz Andere Symptome: Hier besteht die Möglichkeit, ergänzende Messungen durchzuführen, die sich beispielsweise auf den funktionellen Status, auf Nebenwirkungen oder auf andere wichtige Symptome beziehen.
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