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Praxishandbuch Pflegeprozess
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Schmerzeinschätzung
Für die wirksame Behandlung von Schmerz wird eine Einschätzung der Schmerzintensität anhand von
Schmerzskalen durchgeführt. Die Einstufung der Schmerzintensität erfolgt durch den Patienten selbst,
da Schmerz nicht direkt beobachtet oder gemessen werden kann.
Skalen zur Schmerzeinschätzung
Analogskala
Die Analogskala gibt dem Patienten eine waagrechte Linie vor, auf der die subjektiv empfundene
Schmerzintensität markiert wird. Am linken Ende der Linie steht Schmerzfreiheit, am rechten Ende
steht unerträglicher Schmerz. Dazwischen liegende Schmerzempfindungen des Patienten werden
zwischen diesen beiden Zuständen auf der Linie angezeichnet. Entwicklungen der Schmerzintensität
sind an den veränderten Positionen der Markierung ablesbar.
Weiterentwickelte Schmerzskala
Diese Schmerzskala ist eine Weiterentwicklung der Analogskala. Sie enthält eine numerische
Abstufung und grafische Darstellungen der Schmerzintensität, die den Patienten bei der
Selbsteinstufung seines Schmerzempfindens unterstützen.
Praxishandbuch Pflegeprozess
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Darstellung des Verlaufes der subjektiven Schmerzintensität
Zur Darstellung des zeitlichen Verlaufs der subjektiven Schmerzintensität werden die Ergebnisse der
regelmäßigen Schmerzeinstufungen in Verlaufsblätter eingetragen.
Schmerzkurve
Schmerzkurven stellen die Entwicklung der subjektiven Schmerzintensität in Zusammenhang mit
tageszeitlichen Ereignissen dar.
Schmerztagebuch
Ein Schmerztagebuch erfasst die subjektiven Schmerzintensität zu den vorgesehenen
Erhebungszeitpunkten und anlässlich von schmerzverstärkenden bzw. schmerzlindernden Aktivitäten.
Die Entwicklung der Schmerzintensität wird über den gesamten Betreuungszeitraum nachvollziehbar.
Beispiel für den Aufbau eines Schmerztagebuches:
Datum/Uhrzeit
Aktivität
Medikament
Schmerzintensität
Andere
Symptome
Schmerzintensität: 0 = kein Schmerz, 1 = leichter Schmerz, 2 = mäßiger Schmerz, 3 = starker
Schmerz, 4 = sehr starker Schmerz, 5 = unerträglicher Schmerz
Andere Symptome: Hier besteht die Möglichkeit, ergänzende Messungen durchzuführen, die sich
beispielsweise auf den funktionellen Status, auf Nebenwirkungen oder auf andere wichtige Symptome
beziehen.