Whitepaper Mehr Serviceflexibilität durch Vereinfachung und Automatisierung Die Anforderungen des Marktes verändern sich immer schneller und dynamischer. Der Druck, mehr Umsatz zu erzielen, ist enorm, und immer mehr neue Geschäftsmodelle und Anwendungen finden Einzug. Da ist es keine Überraschung, wenn sich nicht nur die Umgebungen der Service Provider, sondern auch die betrieblichen Abläufe verändern. Das Internet of Everything erfordert flexiblere und skalierbare Lösungen. Services und die zugehörigen Funktionen müssen schneller verfügbar und kostenoptimiert sein, um wettbewerbsfähig und rentabel zu bleiben. Das gegenwärtige Modell ist nicht mehr tragbar (siehe Abbildung 1). Einige Initiativen und Technologien in der Branche wie z. B. Netzwerkfunktionsvirtualisierung (NFV), Programmierbarkeit und Software-Defined Networking (SDN), Open Source, bewährte APIs und Cloud Computing tragen zu einem flexibleren Betriebsmodell bei. Ein solches Modell bietet eine hochkarätige Serviceflexibilität, von der sowohl die Service Provider als auch ihre Kunden profitieren. Zu den wichtigsten Eigenschaften gehören die beschleunigte Einführung neuer Services, Modifikationen und Funktionen, flexiblere Angebote, bedarfsorientierte Skalierbarkeit in Echtzeit und eine hohe betriebliche Effizienz. Abbildung 1: Aktuelle Betriebsmodelle nicht mehr tragbar © 2014 Cisco und/oder Partnerunternehmen. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Dokument enthält öffentliche Informationen von Cisco. Seite 1 von 4 Eine der größten Herausforderungen an die Netzbetreiber ist die mit der Bereitstellung der Services verbundene Komplexität, die sich als zeitaufwändig und teuer erweist. Betriebliche Prozesse, welche Netzwerkinfrastruktur und -services umfassen, müssen vereinfacht werden. Ein wichtiger Bestandteil bei diesem Vorhaben ist die Orchestrierung. Sie trägt zur gesteigerten Rentabilität des Netzwerks bei. Forderung nach flexibleren Services Wie können sich Service Provider schnell an die Nachfrage des Marktes hinsichtlich neuer Services, Anwendungen, Geräte und Geschäftsmodelle anpassen? Dafür sind flexiblere Prozesse und Serviceattribute notwendig, die Vorteile für Provider und Kunden nach sich ziehen. Ist eine schnelle Aktivierung bzw. Deaktivierung von Services und Funktionen erforderlich, um Kunden zu halten? Ist die Serviceflexibilität eine gute Methode, um sich von Mitbewerbern abzuheben? Können die Provider Services kurzfristig bedarfsgerecht skalieren, um den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden? Diese Fragen müssen unbedingt berücksichtigt werden. Die Antwort sind Funktionen und Lösungen, die mehr Flexibilität bei geringeren Gesamtkosten bieten. Um den unterschiedlichen Kunden und deren Anforderungen gerecht zu werden, müssen die Provider in der Lage sein, Netzwerke schnell zu konfigurieren, egal ob sich das Szenario in einem abgelegenen Ort oder mit einer sehr hohen Anzahl an Teilnehmern in einer Großstadt abspielt. Die Infrastruktur für besondere Events kann im Vorfeld geplant und aufgebaut werden. Mit einer flexiblen Infrastruktur können die Netzbetreiber teure und nicht ausgelastete Architekturen vermeiden. Services können kurzfristig und dynamisch in Echtzeit und bedarfsorientiert bereitgestellt oder deaktiviert werden. Dies ist ein wichtiges Merkmal, weil ein stetig wachsender, aber nicht vorhersagbarer Bedarf an Services besteht und das Netzwerk auf kurzfristige Spitzen geeignet reagieren muss. Diese Spitzen können überall auftreten, manchmal auch jenseits der Stadtgrenze. Ein übermäßig großer Aufbau wird das Problem dabei nicht unbedingt lösen und vielmehr übermäßige Kapitalinvestitionen verursachen. Was die Vorhersagbarkeit betrifft sind Nachfragespitzen aber noch ein vergleichsweise leicht lösbares Problem. Neue Trends wie Mobilität, HD-Video, M2M-Anwendungen (Machine-to-Machine) und Cloud-basierte Services bringen weitere Herausforderungen mit sich, die eine flexiblere Architektur erfordern. Dafür sind gegenwärtig genutzte Modell nicht mehr ausreichend. Die schnelle Einführung neuer Geschäfts- und Umsatzmodelle ist eine wichtige Komponente für die Erhöhung der Flexibilität. Dabei werden nicht mehr nur Gesprächsminuten und Bandbreite verfolgt sondern auch die angezeigten Inhalte, Klicks, Social Media-Nutzung, Interessensmuster und anderes Benutzerverhalten. Provider müssen schnell auf veränderte Nachfragemuster der Kunden reagieren können, um das neu gewonnene Potenzial voll auszuschöpfen. Eine schnelle Reaktion reicht dabei aber nicht mehr aus. Provider müssen die QoS (Quality of Service) erhalten und die Kapazität bedarfsgerecht bereitstellen. Es sind aber nicht nur die Service Provider, die in Zukunft vermehrt auf eine erhöhte Flexibilität setzen müssen. Eine im Jahr 2013 von Gartner bei Unternehmen durchgeführte Umfrage über Cloud Services hat ergeben, dass mit großem Abstand der Hauptgrund zur Auslagerung von Services in die Cloud mehr Flexibilität und eine schnellere Servicebereitstellung sind (siehe Abbildung 2). © 2014 Cisco und/oder Partnerunternehmen. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Dokument enthält öffentliche Informationen von Cisco. Seite 2 von 4 Abbildung 2: „Welches sind für Sie die wichtigsten Gründe zur Nutzung von Cloud-Services?“ Quelle: Gartner-Umfrage, Dezember 2013 Der Wunsch nach mehr Flexibilität reicht von anspruchsvollen Privatkunden über Unternehmen, die dynamischen Marktbedingungen ausgesetzt sind, bis hin zu Branchen, die innovative neue Geschäftsmodelle fördern (so wie Apple die Musikindustrie und Amazon den Einzelhandel verändert haben). Für Service Provider ist es enorm wichtig, die Anforderungen ihrer Kunden hinsichtlich Geschwindigkeit und Flexibilität zu verstehen und ein geeignetes, flexibles Geschäftsszenario zu entwickeln. Die Rolle der Orchestrierung bei der Automatisierung und Vereinfachung der Netzwerkumgebung von Service Providern Die Netzwerkinfrastruktur bildet das Fundament für mehr Flexibilität in Unternehmen. SDN, NFV, Open SourceSoftware, bewährte APIs und andere Komponenten helfen bei der Erstellung einer flexibleren Infrastruktur. Diese Infrastruktur lässt sich schnell an Nachfragespitzen und Trends anpassen. Für die Bereitstellung einer flexiblen Serviceumgebung ist ein Orchestrierungssystem notwendig, das vollständige Netzwerktransparenz und -kontrolle ermöglicht. Ein solches Orchestrierungssystem automatisiert die für das Netzwerk erforderlichen Anpassungsprozesse nahezu oder vollständig in Echtzeit, um auf die steigende oder sinkende Nachfrage zu reagieren. Dadurch wird der Betrieb deutlich vereinfacht. Zu den zentralen Komponenten eines soliden Orchestrierungssystems gehören geeignete Repositorys für Serviceprofile, Servicekataloge und Netzwerkfunktionen sowie eine vereinfachte Steuerung von Geschäfts- und Betriebsprozessen. Die heutigen Netzwerke sind zu komplex dafür. Sie verfügen über zu viele Plattformen, isolierte Strukturen und vertikale Implementierungen. Die Virtualisierung zahlreicher Anwendungen und Funktionen und die Umwandlung von physischen Appliances in Softwarekomponenten zur optimalen Servernutzung kann bei einem falschen Vorgehen die betriebliche Komplexität erhöhen. In den Anfängen der Servervirtualisierung konnten die Kapitalkosten zwar verringert werden, gleichzeitig erhöhten sich aber Komplexität und Betriebskosten. Eine reine Virtualisierung stellt also keinen ausreichenden Ansatz dar. Ein Orchestrierungssystem kann die Service-Provider-Netzwerke vereinfachen, muss aber einige kritische Funktionen unterstützen, um die geschäftlichen Ziele zu erreichen. Die Betreiber müssen umfassende Transparenz und Kontrolle im Rechenzentrum und WAN gewährleisten, von der Anwendung bis zum Benutzer. Ein optimales Orchestrierungssystem kann Netzwerke vereinfachen und die erforderliche Geschwindigkeit und Flexibilität bereitstellen, wenn folgende Aspekte berücksichtigt werden: ● Ein Repository, das alle Netzwerkfunktionen definiert und auf einfache Art und Weise katalogisiert: Dies sind die grundlegenden Bausteine, auf denen ein Service aufgebaut ist. © 2014 Cisco und/oder Partnerunternehmen. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Dokument enthält öffentliche Informationen von Cisco. Seite 3 von 4 ● Ein Repository, das Serviceprofile und -richtlinien definiert, die anschließend auf neue Service-Instanzen angewendet wird ● Eine Struktur, die sich an den geschäftlichen Zielen der einzelnen Services ausrichtet und diese akzeptiert und korrekte Anweisungen für die Orchestrierungsschicht bereitstellt, um anschließend neue Serviceinstanziierungen durchzuführen ● Bekannte, einfache und bidirektionale Schnittstellen zu anderen Ebenen und Komponenten, was weniger komplexe APIs und umfangreichere Plug-and-Play-Funktionen ermöglicht ● Die Möglichkeit, alle Netzwerkfunktionen in der richtigen Reihenfolge auf physischer und virtueller Ebene zu assemblieren bzw. hintereinanderzuschalten und gleichzeitig den Anforderungen aller Anwendungen und Services gerecht zu werden ● Workflow-Automatisierung, -Bereitstellung und Konfiguration von Aufgaben, die den verschiedenen Netzwerkfunktionen zugeordnet sind ● Automatisierte Management-Tools und -Prozesse, die serviceübergreifend detaillierte Ansichten sowie ihre Kontrolle hinsichtlich eines optimalen Betriebs ermöglichen Die Serviceflexibilität stützt sich übergreifend auf Richtlinien, Servicelevel, Workflows, Netzwerkfunktionen, Bereitstellung auf mehreren Domänen, Abrechnung, Messfunktionen, Änderungsmanagement und andere Serviceattribute. Die sorgfältige Analyse der in diesem Whitepaper erläuterten Punkte stellt ein solides Fundament für ein vereinfachtes Netzwerk- und Betriebsmodell zur flexibleren Servicebereitstellung dar. Weitere Informationen ● Cisco Open Network Environment für Service Provider ● Automatisierung einer neuen Carrier Cloud-Klasse Gedruckt in den USA © 2014 Cisco und/oder Partnerunternehmen. Alle Rechte vorbehalten. Dieses Dokument enthält öffentliche Informationen von Cisco. C11-731959-00 05/14 Seite 4 von 4
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