Können Betreiber mit Software-Defined Networking (SDN) zusätzlichen Umsatz generieren?

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Können Betreiber mit Software-Defined Networking
(SDN) zusätzlichen Umsatz generieren?
Software-Defined Networking (SDN) sorgt für reichlich Begeisterung in der Branche,
insbesondere durch seine vereinfachten Netzwerkfunktionen. Die Nachfrage nach
einer höheren Servicevielfalt und die steigende Komplexität der Infrastruktur stellen
immer größere Herausforderungen für die Betreiber bei der Servicebereitstellung dar.
Die Trennung von Steuerung und Weiterleitung mit SDN führt zu einer gesteigerten
Flexibilität und Reaktionsfähigkeit für die zentrale Steuerung des Netzwerkverkehrs
über ein programmierbares Netzwerk.
Neben dem SDN kommt dabei auch noch die Netzwerkfunktionsvirtualisierung (NFV) zum Einsatz. Bei der NFV
steht die Entkopplung der Netzwerkfunktionen von der zugrunde liegenden Hardware im Mittelpunkt. Das
ermöglicht flexible und optimierte Bereitstellungsoptionen und eine dynamischere Steuerung. Dieses Konzept des
Servicemanagements, das eine beschleunigte Reaktion auf die Kundenanforderungen möglich macht, erzeugt
diverse Vorteile hinsichtlich der Netzwerkoptimierung, Serviceflexibilität und Einsparungen von Betriebs- und
Kapitalkosten.
Dank dieser Technologien wird der Netzwerkbetrieb preisgünstiger und effizienter. Aber lassen sich damit auch die
Umsätze steigern? Können Netzbetreiber mit programmierbaren Netzwerken nicht nur Geld sparen, sondern auch
höhere Gewinne erzielen? Dazu wurden die Service Provider selbst befragt. Die Ergebnisse einer von Heavy
Reading im Jahr 2013 durchgeführten Umfrage zeigten, dass eine schnellere Servicebereitstellung und
Umsatzsteigerung nach den Einsparungen von Betriebs- und Kapitalkosten einen der wichtigsten Vorteile von SDN
darstellt (siehe Tabelle 1).
Tabelle 1:
Beurteilung der potenziellen Vorteile von SDN
Essenziell
Wichtig, aber
nicht essenziell
Hilfreich, aber
nicht wichtig
Nicht wichtig
Verbesserte Ressourcennutzung
35,8 %
42 %
16 %
3,7 %
Service- und Netzwerkinnovation
30,5 %
46,3 %
15,9 %
2,4 %
Bereitstellung kostengünstigerer Hardware
36,6 %
39 %
14,6 %
4,9 %
Verringerte Betriebskosten, besonders bei der Wartung
verteilter Geräte
41,5 %
34,1 %
18,3 %
3,7 %
Automatisierung und Serviceorchestrierung mit
beschleunigter Servicegeschwindigkeit
36,6 %
39 %
19,5 %
3,7 %
Koordination der Ressourcenzuordnung im
Betreibernetzwerk über IP-/MPLS- und
Rechenzentrumsnetzwerke
37 %
38,3 %
17,3 %
4,9 %
Neue Services und mehr Serviceumsatz
39,5 %
35,8 %
17,3 %
2,5 %
Hinweis: Anordnung in absteigender Reihenfolge basierend auf den Prozentsätzen von „Essenziell“ und „Wichtig“
Quelle: Heavy Reading Study of Network Operators, 2013
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Die Open Networking Foundation (ONF) hat einige umsatzsteigernde auf dem SDN-Ansatz basierende
Möglichkeiten identifiziert. Sie ermöglichen den Betreibern die Erstellung neuer Services durch die automatische
direkte Zuordnung zwischen individuellen oder logischen Client- und Anwendungsgruppen und den notwendigen
Netzwerkressourcen. Somit erhält man eine nachweisbare und differenzierte Quality of Service (QoS). Darüber
hinaus stellt die ONF auch die Verbesserung bestehender Services durch SDN in den Vordergrund, was
letztendlich Umsatzsteigerungen nach sich zieht. Basierend auf konkreten Anwendungsfällen ergeben sich
dadurch folgende Verbesserungen: beschleunigte Serviceerstellung, höhere Abdeckung durch vereinfachte
Skalierbarkeit und ein hoher individueller Anpassungsgrad.
Übergang zu neuen Geschäftsmodellen
Die alleinige Konzentration auf die Suche nach SDN-fähigen Anwendungen und Services zur Umsatzsteigerung
und Stärkung der Wettbewerbsposition ist heute womöglich nicht mehr der passende Ansatz. Stattdessen tun sich
neue Perspektiven auf, von denen wir nachfolgend einige beschreiben möchten.
●
Die beschleunigte, auf offenen Standards basierende und innovative Entwicklung neuer
Anwendungen mit programmierbaren Netzwerken sollte so breit gefächert wie möglich sein und die
Betreiber selbst, wie auch Drittanbieter und sogar individuelle Entwickler einschließen. Eine hohe Anzahl
neuer Innovationen ebnet den Weg für zahlreiche neue Geschäftsmöglichkeiten. Daher sollten sich die
Betreiber offen zeigen für neue Entwicklungsmöglichkeiten und auf die Erstellung offener Marktplätze für
den Vertrieb neuer Anwendungen setzen. Der Apple App Store und der e-Publishing-Zweig von Amazon
sind gute Beispiele dafür. Eine flexible, offene Umgebung zur Serviceerstellung, die eine solide Plattform
zur Zusammenarbeit, zur Entwicklung und zum Vertrieb von Anwendungen fördert, ist für Netzbetreiber ein
wichtiges Instrument zur Umsatzgenerierung.
●
Die beschleunigte Zertifizierung neuer Anwendungen und Services ist sowohl eine technologische
Funktion als auch eine betriebliche Strategie. Netzbetreiber können die SDN- und NFV-Funktion nutzen, um
die Anwendungs- und Service-Bereitstellung zu beschleunigen, um von neuen Web-Innovationen und
Geschäftsmöglichkeiten zu profitieren. Dies bezieht sich auf interne Prozessveränderungen, die weitere
Möglichkeiten zur Umsatzgenerierung aufgrund schnellerer Entscheidungsfindung bieten, und steht im
Einklang mit dem nachstehenden neuen Geschäftsmodellansatz.
●
Innovative Geschäftsmodelle und die schnelle Einführung neuer Umsatzmodelle können die
Sichtweise der Betreiber hinsichtlich der Serviceumsätze stark verändern. Heutige Servicemodelle sind
stark an Abonnements ausgerichtet. Hierbei zahlt der Kunde direkt für die vom Betreiber bereitgestellten
Services. Durch die Einführung neuer Geschäfts- und Umsatzmodelle können aber auch Drittanbieter wie
Werbeträger und Content-Provider berücksichtigt werden, die Abschläge zahlen, sobald ein Kunde
bestimmte Werbeanzeigen oder Inhalte aufruft. Eine programmierbare Netzwerkumgebung bietet die
Intelligenz und Flexibilität, die für die Integration dieser unterschiedlichen Geschäfts- und Umsatzmodelle
erforderlich ist. Es bietet Funktionen zum Sammeln und Analysieren von Daten und ermöglicht deren
Nutzung zur Umsatzgenerierung. Die erforderliche Technologie steht bereits zur Verfügung. Nun liegt es an
den Netzanbietern, sie auf entsprechende Art und Weise für neue Funktionen und Ziele zu nutzen. Diese
technologischen Fortschritte ermöglichen völlig neue Möglichkeiten hinsichtlich Servicenachfrage
und -erstellung, die wiederum die Entwicklung neuartiger Umsatzquellen fördern.
●
Nutzen Sie netzwerkübergreifende Analysefunktionen, um die Entwicklung lukrativerer und verbesserter
Services sowie die Unterstützung neuer Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Kunden-, Netzwerk- und
Anwendungsdaten, die in der Vergangenheit nicht genutzt wurden, weil die Möglichkeiten zur Verarbeitung
großer Datenmengen fehlten, können jetzt in Informationen umgewandelt werden, die neues
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Umsatzpotenzial bieten. Die SDN-Infrastruktur ist also nicht nur ein programmierbares Netzwerk, sondern
ermöglicht auch die kontinuierliche Nutzung hilfreicher Informationen. Dazu zählen z. B. Informationen aus
Datensammlungen und -analysen, die in Kombination mit Unternehmensrichtlinien automatisch das
Netzwerk programmieren, was wiederum Daten erzeugt, die wieder analysiert werden usw.
●
Benutzerfreundliche Anwendungen und Inhalte sollten von der SDN-Technologie unterstützt werden
und das Ergebnis kontinuierlicher Prozessinnovation sein. Dank der durchgehenden Interaktion zwischen
dem Netzwerk und den Anwendungen in der SDN-fähigen Umgebung können die Betreiber die
Kundenanforderungen schneller und besser verstehen und unmittelbar reagieren. Durch die Fokussierung
auf den Kunden und eine ausfallsichere Netzwerkumgebung, die den Kundenanforderungen gerecht wird,
können neue, personalisierte Angebote erstellt werden. Es können nicht nur die Gesprächsminuten oder die
von den Kunden verbrauchte Bandbreite erfasst werden, sondern auch Nutzungsmuster und Profildaten
analysiert werden. So können den Kunden individuelle und personalisierte Services und Anwendungen
angeboten werden. Die optimierten Benutzerfreundlichkeit und die verbesserte Interaktion von
Anwendungen, Daten und Kunden tragen ebenfalls zur Steigerung des Umsatzpotenzials bei.
SDN, NFV, offene APIs, Open Source-Code und andere Technologien sind wichtig, um die Betreibernetzwerke auf
die Anforderungen von Anwendungen und Services vorzubereiten. Sie ermöglichen den Netzbetreibern neue
Möglichkeiten der Umsatzgenerierung. Geschäftsstrategie, Unternehmensprioritäten, Analysen und sonstige
offene Umgebungen, die eine umfassende Interaktion zwischen Kunden und Entwicklern ermöglichen, stehen
dabei im Mittelpunkt.
Was bedeutet dies für die SDN-Infrastruktur? Sie muss ein breites Spektrum neuer Geschäfts- und
umsatzgenerierender Modelle unterstützen und in der Lage sein, relevante Daten zu sammeln und zu analysieren,
um das Serviceangebot zu optimieren. Was das Umsatzpotenzial betrifft, muss die Infrastruktur, für die sich die
Netzbetreiber entscheiden, sämtliche personalisierten und On-Demand-Services unterstützen, sogar solche, die
bisher noch nicht entwickelt worden sind. Sie muss Unterstützung für eine innovative Software-Umgebung bieten,
mit der Services schnell erweitert oder reduziert werden können. Schließlich ist eine umfassende Interaktion mit
den bereitgestellten Anwendungen notwendig, wodurch Mehrwert erzeugt und zusätzliche Umsatzchancen
geschaffen werden können.
Weitere Informationen
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Cisco® Open Network Environment für Service Provider
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Gesteigertes Umsatzpotenzial für Netzwerkbetreiber durch OpenFlow-fähiges SDN und Open Networking
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