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1. Lösungen zu den Übungsbeispielen
(Scheibenprobleme)
1.1 Lösung: Scheibenproblem I
Elementknotenzuordnung
Der Kragbalken soll laut Aufgabenstellung1 in ein Dreiecksscheibenelement
eingeteilt werden. Daraus ergibt sich folgende Elementknotenzuordnung:
Tabelle 1.1. Elementknotenzuordnung
Element
Knoten 1
Knoten 2
Knoten 3
x21
x32
x31
y21
y31
y32
1
1
2
3
1
-1
0
1
2
1
1
2
Die Tabelle enthält die Größen xij und yij . Sie treten in der Steifigkeitsmatrix auf.
Elementsteifigkeitsmatrix
Die Elementsteifigkeitsmatrix ist in (8.25) auf der S. 176 zu finden. Sie ist, da
der Kragbalken durch ein Scheibenelement beschrieben wird, auch gleichzeitig
Gesamtsteifigkeitsmatrix.

 


3
1
1
1
1
1
R
u
−
−
−
F
1
x
1
4
2
2
4
4

 

 4
9
1
1
7 
  RFy 
 1
0
−
−
−
1 

 4
8
4
4
8   v1 

 


1

 

0
1
0 − 12
0 
1
  u2   0 
 −2
(1.1)

=


1
1

 

2  −1 −1
0
− 14 
  v2   1 
 2
4
2
2

 


1
3

  R

 −1 −1 −1
− 14 
  u3   Fx3 
 4
4
2
2
4
1
9
R
− 78
0 − 41 − 14
v3
Fy3
4
8
1
Die Aufgabenstellung ist auf der S. 189 zu finden.
2
1. Lösungen zu den Übungsbeispielen (Scheibenprobleme)
Verformungen
Die Knoten 1 und 3 können keine Verschiebung ausführen. Es gilt daher: u1 =
v1 = u3 = v3 = 0. Damit werden aus dem voranstehenden Gleichungssystem
die ersten und letzten beiden Zeilen und Spalten gestrichen. Es ergibt sich:

 
 




u
0
0
1
0
u
1
 2  = 
 ⇒  2 =

(1.2)
2 0 1
v2
1
v2
4
2
Die geschlossene Lösung1 des Problemes lautet:
!
x"
12 F l3 x
− ln 1 −
−1
v2 =
3
E t h0 l
l
(1.3)
Für x = l wird die Verformung am rechten Ende des Kragbalkens unendlich groß. Die FEM liefert als Näherungsverfahren eine Lösung mit einem
endlichen Wert.
Die Verformungen im Element lassen sich mit Hilfe der Formfunktionen
N aus (8.27) auf der S. 177 beschreiben als:


u1




 v1 



 


 u2 
u
L1 0 L2 0 L3 0



=
(1.4)


v
0 L1 0 L2 0 L3  v2 




 u3 


v3
Betrachtet man nur die Verformungen auf den Rändern des Elementes, so
verschwindet jeweils eine Dreieckskoordinate. Für den eingespannten Rand
zwischen den Knoten 1 und 3 gilt: L2 = 0 (s. Bild 1.1). Die Verformungen
auf diesem Rand lauten damit:




u
v
1

=
L1
0
0
0
L3
0
L1
0
0
0






0


L3 





0


0 
 


0 
0
=


4 
0


0 

0
Grundlage: Stab mit veränderlichem Querschnitt
(1.5)
1.1 Lösung: Scheibenproblem I
3
Bild 1.1. Verformungen und Reaktionskräfte des Kragbalkens
Die Elementkante weist entsprechend der vorgesehenen Einspannungsbedingung keine Verformungen auf.
Die Kante zwischen Knoten 1 und Knoten 2 hat die Dreieckskoordinate
L3 = 0.


0




 0 
 

 




L1 0 L2 0 0 0  0 
u
0
=

=


(1.6)



v
0 L1 0 L2 0 0
4 
4 L2




 0 


0
Nach (2.77) auf der S. 33 gilt:
x = L1 x1 + L2 x2 = L1 0 + L2 x2 = L2 x2
⇒
v=4
x
x2
(1.7)
Die Durchbiegung nimmt also linear mit der Koordinate x zu. Die Kanten
des Elementes bleiben auch im verformten Zustand gerade. In Bild 1.1 sind
die Verformungen dargestellt.
Auflagerreaktionen
Die Auflagerreaktionen ergeben sich wiederum aus dem Produkt Gesamtsteifigkeitsmatrix × Verformungsvektor.
4
1. Lösungen zu den Übungsbeispielen (Scheibenprobleme)





1


2




3
4
1
4
− 12
− 12
− 14
1
4
1
4
9
8
− 12
− 12
− 41
0
− 14
− 41
0
1
0
− 21
− 41
0
− 41
− 12
− 87
0
1
2
1
2
− 14
1
2
3
4
− 41

1
4
− 87

0





0 



− 41 



− 41 


R
Fx1
 
 R
0 
  Fy1
 

0 
  0
=

4 
  1
 
 R
0 
  Fx3
R
0
Fy3
9
8


 
 
 
 
 
 
=
 
 
 
 
 
−1


− 21 


0 

 (1.8)
1 


1 

1
−2
Die Auflagerkräfte sind in Bild 1.1 eingezeichnet.
1.2 Lösung: Scheibenproblem II
Elementknotenzuordnung
Die Feder wird nicht als Element formuliert, so daß nur das Scheibenelement
übrig bleibt1 . Die Knotenkoordinaten sind zur Bildung von xij und yij dem
Bild 1.2 zu entnehmen.
Tabelle 1.2. Elementknotenzuordnung
Element
Knoten 1
Knoten 2
Knoten 3
x21
x32
x31
y21
y31
y32
1
1
2
3
1
-1
0
1
1
0
Steifigkeitsmatrix
Die Steifigkeitsmatrix ist in (8.25) auf der S. 176 zu finden.







K1 = 





1
1
4
0
0
− 14
− 14
0
1
2
0
0
0
0
0
1
2
0
− 12
− 14
0
0
− 14
0
− 21
1
4
− 12
0
1
4
1
4
− 14
1
4
3
4
− 14
1
4
− 21





0 


1 
−4 

− 41 

3
4
Die Aufgabenstellung ist auf der S. 189 zu finden.
(1.9)
1.2 Lösung: Scheibenproblem II
5
Bild 1.2. Verformungen und Auflagerreaktionen des Kragbalkens
Berücksichtigung der Feder
Die Feder wird über die Kraft Ff , die sie auf den Kragbalken ausübt, berücksichtigt (k = 1):
Ff = −v2 k = −v2
(1.10)
Verformungen
Die Knoten 1 und 3 können bedingt durch die feste Einspannung keine Verschiebung ausführen. Es gilt: u1 = v1 = u3 = v3 = 0. Daher werden die
ersten und letzten beiden Zeilen und Spalten in der Steifigkeitsmatrix gestrichen und es ergibt sich folgendes Gleichungssystem zur Bestimmung der
unbekannten Verschiebungen:

 


1
u
0
0
2

=

 2
(1.11)
1
0 4
v2
−1 − v2
Die Verschiebungen ergeben sich zu:
u2 = 0 ; v2 = −
4
5
(1.12)
Die verformte Struktur ist in Bild 1.2 dargestellt, wobei ein Verformungsmaßstab von 1 : 5 angenommen wurde. Die Längsverschiebung u2 ist Null,
da die Querkontraktion zu Null gesetzt wurde.
6
1. Lösungen zu den Übungsbeispielen (Scheibenprobleme)
Auflagerreaktionen
Das Produkt Gesamtsteifigkeitsmatrix × Verformungsvektor hat folgende
Form:















1
4
0
0
− 41
− 14
0
1
2
0
0
0
0
0
1
2
0
− 12
− 41
0
0
1
4
1
4
− 41
0
− 12
1
4
3
4
1
4
− 12
0
− 41
− 14
1
4




− 12 



0 



− 14 



− 14  

3
4

0

 
 

0 
 
 

0 
 
=

− 45 
 
 
 
0  
 
0
1
5


R

Fx1
 
  R

0 
Fy1
 
 

0 
0
 
=

− 15 
  F + Ff
 
 
− 15   RFx3
 
1
R
Fy3
5














(1.13)
Die Auflagerreaktionen sind in Bild 1.2 eingezeichnet.
Die Federkraft Ff ergibt sich zu:
F + Ff = −
1
5
⇒
Ff =
4
5
(1.14)