Grundlagen Inhalt Suchen 8 z 04 01 Hilfe Treffer Labormedizin-Outsourcing 8 z 04 RuÈdiger W. Braun, Arnold M. Raem inhaltsuÈberblick Laboruntersuchungen auûer Haus zu geben kann eine MoÈglichkeit sein, die Kosten zu senken. Unterschieden nach der GroÈûe des Krankenhauses wird eine Situationsbeschreibung des jeweiligen Labors gegeben. Ein Ûbersicht mit Anhaltszahlen direkter Laborkosten ermoÈglicht Vergleiche. Eine detaillierte AufschluÈsselung aller Kostenarten eines Labors fuÈhrt abschlieûend zu 3 Modellen, die darstellen, wie Outsourcing erfolgreich durchgefuÈhrt werden kann. Grundlagen 8 z 04 | 01 In Zeiten knapper Budgets wendet sich die Aufmerksamkeit zwangslaÈufig auch dem Laborbereich im Krankenhaus zu, obwohl dieser, in AbhaÈngigkeit von der GroÈûe und Ausrichtung eines Hauses, in der Regel nur 3±5% der Gesamtkosten verursacht. Die hieraus direkt erzielbaren EinsparmoÈglichkeiten sind entsprechend geringer als in groÈûeren Budgetposten. Trotzdem hat das Labor aufgrund seiner zentralen Stellung in einem Krankenhaus vielfaÈltigen Einfluû auf den innerbetrieblichen Ablauf, Arzneimittelkosten und vieles mehr. Dies geht bereits aus der Tatsache hervor, daû das Labor trotz seines geringen Kostenanteils zu mehr als 60% zur Diagnosefindung und damit zur richtigen Therapieentscheidung beitraÈgt. Eine rasche und effiziente Patientenversorgung ist also in weiten Teilen von einer ebenso raschen, richtigen und qualitativ hochstehenden Laborversorgung beeinfluût. Insofern steuern hier wenige Pfennige die Mark. Es lohnt sich also, sowohl uÈber die direkten als auch die indirekten Folgen einer rationellen LaborfuÈhrung nachzudenken. 1 Nicht unerhebliche Bedeutung des Labors 8 z 04 01 Grundlagen Inhalt Spezialisierung auch im Laborbereich sinnvoll Suchen Treffer Hilfe Insgesamt hat die Labormedizin in den letzten Jahren an Bedeutung stark zugenommen und ist heute in den meisten FaÈllen integraler Bestandteil der Diagnosefindung. In den letzten Jahren hat sich die Zahl der Testmethoden und der verfuÈgbaren diagnostischen Parameter kraÈftig erhoÈht. Das Innovationstempo innerhalb des Fachbereiches Labormedizin ist hoch. Bereits im Routinespektrum eines Groûlabors sind derzeit durchschnittlich mehr als 100 verschiedene Untersuchungsverfahren von der Atomabsorptionsspektrometrie bis zur NucleinsaÈuresequenzierung bei Gendefekten und mehr als 2000 unterschiedliche Parameter verfuÈgbar. Rechnet man Spezialuntersuchungen hinzu, so koÈnnen sich diese Zahlen leicht verdoppeln. Auch der gut ausgebildete Laborarzt waÈre uÈberfordert, saÈmtliche Parameter und Verfahren im Detail zu uÈberblicken und ist daher gut beraten, sich auf bestimmte Teilgebiete des Faches zu spezialisieren. Dies hat in der juÈngsten Vergangenheit zum Zusammenschluû unterschiedlich spezialisierter LaboraÈrzte, Mikrobiologen, Humangenetiker, Pathologen etc. in Gemeinschaftspraxen gefuÈhrt. Auch der Krankenhausbereich hat an dieser Entwicklung teilgenommen. Abgesehen von KrankenhaÈusern der Maximalversorgung und von UniversitaÈtskliniken mit mehreren unterschiedlichen Laborbereichen steht daher im Krankenhauslabor Spezialwissen haÈufig nur eingeschraÈnkt zur VerfuÈgung. Auch unter fachlichen Aspekten kann daher die Zusammenarbeit zwischen Krankenhauslabor und einem leistungsfaÈhigen externen Labor hilfreich sein. 2 Die wesentlichen Bereiche der Laboranalytik Inhalt Suchen 8 z 04 02 Hilfe Treffer Die wesentlichen Bereiche der Laboranalytik 8 z 04 | 02 Point-of-Care-Diagnostik Die Point-of-Care-Diagnostik (POC) beinhaltet die Anteile der Diagnostik, die dezentral direkt auf der Station, Ambulanz im OP, oder anderweitig direkt am Patienten erbracht werden. Hierzu gehoÈren die meisten Schnelltests, haÈufig auch Blutsenkungen, Blutzuckerbestimmungen, orientierende Urinanalysen u. v. m. Auf Intensivstationen kommen Bestimmungen der Blutgase etc. haÈufig hinzu. Vitalfunktionen Basis- und Notfallabor Das Basis- und Notfallabor wird im Gegensatz zur POCDiagnostik zentral bearbeitet. Hierzu gehoÈren die wesentlichen Elektrolytbestimmungen, groûes und kleines Blutbild, die Standard-Enzymbestimmungen, wichtige Hormone und Stoffwechselprodukte, sowie die akuten Gerinnungsuntersuchungen. Je nach Haus und Therapieschwerpunkt kann dieses Spektrum noch um wichtige Einzeluntersuchungen ergaÈnzt werden. Speziallabor Im Speziallabor, welches sich im wesentlichen mit den im Kapitel OIII des Einheitlichen Bewertungsmaûstab Ørzte (EBM) aufgefuÈhrten Untersuchungen deckt, werden alle Untersuchungen zusammengefaût, deren DurchfuÈhrung nicht mit unmittelbaren Vitalfunktionen des Patientens in Zusammenhang steht, oder deren DurchfuÈhrung sehr hohen Aufwand erfordert (z. B. verschiedene toxikologische Untersuchungen). Die Untersuchungen des Speziallabors sind daher in der Mehrzahl Untersuchungen zur Feststellung der pathogenetischen Ursache des vorliegenden Krankheitsbildes. Zum Speziallabor gehoÈrt damit die Mehrzahl der komplexeren Stoffwechseluntersuchungen, 3 Pathogenese der Krankheit 8 z 04 03 Die Stellung des Labors im Krankenhaus Inhalt Suchen Treffer Hilfe die Bestimmung von Spurenelementen, Enzymen, Proteinen, Hormonen, der uÈberwiegende Teil der serologischen und mikrobiologischen Untersuchungen inklusive der Virologie, Mykologie und Parasitologie, immunologische Untersuchungen, sowie die gesamte Molekularbiologie inklusive der Genetik. 8 z 04 | 03 Einfache POC-Diagnostik Die Stellung des Labors im Krankenhaus KrankenhaÈuser der Grundversorgung oder FachkrankenhaÈuser, bis ca. 150 Betten Die Stellung des Labors im Krankenhaus ist zunaÈchst von der GroÈûe des Hauses abhaÈngig. HaÈuser mit unter 150 Betten, die nicht in der Akutversorgung taÈtig sind, besitzen in der Regel eine den Erfordernissen angepaûte einfache POC-Diagnostik, sowie ein TagespraÈsenzlabor mit 2± 4 Mitarbeitern zur DurchfuÈhrung einfacher Analysen, die im Bereich der Stationsroutine oder Krankenhausambulanz benoÈtigt werden. Komplexere und umfangreichere Untersuchungen werden haÈufig im Labor eines in der NaÈhe befindlichen groÈûeren Hauses oder in einer niedergelassenen Laborarztpraxis durchgefuÈhrt. Die Leitung des Labors obliegt haÈufig dem Chefarzt fuÈr Innere Medizin oder einem Arzt vergleichbarer Qualifikation. Der Einkauf von Reagenzien und GeraÈten erfolgt in vielen FaÈllen noch ohne Anschluû an einen Verbund, in manchen FaÈllen jedoch auch uÈber eine Einkaufsgemeinschaft. Allgemeine KrankenhaÈuser, bis ca. 400 Betten In HaÈusern bis ca. 400 Betten, die meistens gleichzeitig HaÈuser der Regelversorgung darstellen und insofern an der Akutversorgung von NotfaÈllen beteiligt sind, muû fuÈr NotfaÈlle eine 24-Stunden-PraÈsenz an 365 Tagen aufrecht4 Die Stellung des Labors im Krankenhaus Inhalt Suchen 8 z 04 03 Hilfe Treffer Tabelle 1: UngefaÈhre Verteilung der Laborkosten auf verschiedene Diagnostikbereiche Krankenhaus POC-Diagnostik Basis-/Notfall-Labor 70% Speziallabor 20% Allgemeines KH 10% 60% 30% KH der Zentralversorgung <10% 50% 40% KH der Maximalversorgung <8% <40% >50% ! Kostentrend ! 10% ! KH der Grundversorgung erhalten werden. Dies erfordert, wenn keine Dienstteilung mit einem zweiten Krankenhaus moÈglich ist, einen Personalbedarf von mindestens 8±10 Mitarbeitern, um Krankheitstage und Urlaubszeiten abzudecken. In diesen HaÈusern mittlerer GroÈûenordnung finden sich hinsichtlich der Stellung des Labors verschiedene Organisationsformen. In manchen HaÈusern wird die Laborleitung durch den Chefarzt fuÈr Innere Medizin oder den Chefarzt fuÈr PaÈdiatrie uÈbernommen, waÈhrend in anderen HaÈusern die Analytik unter Leitung eines Laborarztes steht. In AbhaÈngigkeit von der Schwerpunktbildung und den BeduÈrfnissen des Hauses wird eine umfangreichere POC-Diagnostik auch auf der Intensivstation durchgefuÈhrt. Das Labor selbst fuÈhrt alle Untersuchungen des Basis- und Notfallabors durch. HaÈufig benoÈtigte Untersuchungen des Speziallabors werden ebenfalls selbst durchgefuÈhrt, seltener benoÈtigte Speziallaboruntersuchungen werden jedoch extern erbracht. Der Einkauf von Verbrauchsmaterial und GeraÈten erfolgt haÈufig uÈber einen Einkaufsverbund. 5 Nur spezielle Untersuchungen auûer Haus 8 z 04 04 Direkte Laborkosten Inhalt Laborarzt mit Team Hohe Betriebskosten 8 z 04 | 04 Suchen Treffer Hilfe KrankenhaÈuser der Zentralversorgung, mit uÈber 600 Betten HaÈuser dieser GroÈûenordnung verfuÈgen uÈber eine umfangreiche POC-Diagnostik auf den Stationen, der Intensivstation, den OPs und in der Ambulanz. Im Labor werden alle Untersuchungen des Notfall- und Basislabors, sowie alle Untersuchungen des Speziallabors mit Ausnahme seltener und seltenster Parameter, die an Speziallaboratorien versandt werden, durchgefuÈhrt. Das Labor steht unter der Leitung eines Laborarztes, der in der Regel von 1± 4 weiteren Ørzten und einem Techniker unterstuÈtzt wird. Der Einkauf von Verbrauchsmaterial und GeraÈten erfolgt haÈufig durch Ausschreibung. KrankenhaÈuser der Maximalversorgung, UniversitaÈtskliniken mit uÈber 800 Betten In diesen KrankenhaÈusern ist das Labor, haÈufig unter Leitung mehrerer entsprechend spezialisierter Ørzte, in die entsprechenden Fachbereiche aufgeteilt. GaÈngig ist eine Unterteilung in Klinische Chemie, Mikrobiologie (mit Hygiene und Serologie), Transfusionsmedizin, sowie ggf. Toxikologie und Stoffwechsel. Weitere Spezialgebiete koÈnnen hinzu kommen. Die Aufteilung besitzt den Vorteil einer jederzeit verfuÈgbaren optimalen fachlichen Expertise. Andererseits entstehen hierdurch auch betraÈchtliche Betriebskosten. Direkte Laborkosten Die Kosten fuÈr das Labor sind einerseits abhaÈngig von der Ausrichtung, GroÈûe und dem Patientengut des jeweiligen Krankenhauses, andererseits vom Anforderungsverhalten der Ørzte, der Organisation und Logistik. Da in der Tendenz kompliziertere KrankheitsfaÈlle eher in Kran6 Direkte Laborkosten Inhalt Suchen 8 z 04 04 Hilfe Treffer Tabelle 2: Parameterzahlen und Laborfallkosten in KrankenhaÈusern unterschiedlicher Ausrichtung Art des Krankenhauses Krankenhaus der Grundversorgung Allgemeine KrankenhaÈuser Krankenhaus der Zentralversorgung Krankenhaus der Maximalversorgung Anzahl der Untersuchungsparameter je Fall 25±40 Laborkosten in DM je Fall 110±130 40±50 50±60 130±160 160±200 >60 >200 kenhaÈusern der Zentral- oder Maximalversorgung behandelt werden, sind dort auch hoÈhere Laborkosten fuÈr die Diagnostik zu erwarten. Auch sind laborintensive Spezialabteilungen eher in groûen HaÈusern anzutreffen. In kleineren HaÈusern werden oft weniger und auch weniger aufwendige Laboruntersuchungen benoÈtigt. Insgesamt kann von den in Tabelle 2 aufgefuÈhrten Anhaltszahlen ausgegangen werden (nur direkte Kosten). In vielen HaÈusern liegen die Laborkosten deutlich uÈber diesen Anhaltszahlen. Dies ist einerseits bedingt durch eine gewisse Spezialisierung (z. B. sind Dialyse, Neonatologie oder Infektiologie naturgemaÈû Abteilungen, die weit uÈberdurchschnittliche Laborkosten verursachen), andererseits aber manchmal auch durch ein uÈberzogenes Anforderungsverhalten fuÈr Laboruntersuchungen und eine unguÈnstige Organisation oder Logistik. StationaÈre und ambulante Leistungen GrundsaÈtzlich muû auch im Labor unterschieden werden zwischen Leistungen fuÈr stationaÈre Patienten und solchen, die fuÈr die Ambulanzen erbracht werden. Grund7 Spezialisierung erhoÈht die Kosten 8 z 04 04 Direkte Laborkosten Inhalt Abrechnung uÈber KV nur von Laborarzt mit Fachkunde Suchen Treffer Hilfe saÈtzlich sind die Leistungen fuÈr stationaÈre Patienten dem Krankenhaus zuzurechnen und im Falle von Kassenpatienten durch den Pflegesatz gedeckt. Bei Privatpatienten erfolgt, von Ausnahmen abgesehen, eine separate Berechnung. Bei Ambulanzpatienten der gesetzlichen Krankenkassen erfolgt eine Liquidation uÈber die KassenaÈrztlichen Vereinigungen (KV). Um diese Kosten geltend machen zu koÈnnen ist es daher wesentlich, daû der leitende Laborarzt eine entsprechende ErmaÈchtigung fuÈr die Ambulanzpatienten des Hauses besitzt. Die Erteilung dieser ErmaÈchtigung setzt in der Regel das Vorliegen der Fachkunde in Labormedizin voraus. Sollte seitens der KV eine solche ErmaÈchtigung nicht erteilt werden, koÈnnen Laborkosten fuÈr Ambulanzpatienten nicht abgerechnet werden. Ambulante Privatpatienten erhalten eine separate Laborrechnung. Laborkosten Die Kosten des Labors werden im wesentlichen durch die folgenden GroÈûen bestimmt (in Klammern der gaÈngige prozentuale Kostenanteil): z Personalkosten (35±50%) z Verbrauchsmaterial (25±35%) z Investitionen (3±5%) z Kommunikationskosten (incl. EDV; 4±8%) z Instandhaltung (2%) z Externe Laborkosten bei Versand von Proben (5±20%; bei Auslagerung von Teilbereichen bis >40%) z Raumkosten (3%) z Energie- und Nebenkosten (2±3%) z Indirekte Laborkosten (Allgemeine und sonstige Wirtschaftskosten; alle uÈbrigen indirekten Laborkosten; 3± 6%). 8 Direkte Laborkosten Inhalt Suchen 8 z 04 04 Hilfe Treffer Es ist einleuchtend, daû diese gaÈngigen Kostenarten nicht unabhaÈngig voneinander betrachtet werden koÈnnen. So ist es relativ einfach, die Investitionskosten zu senken, wenn man gleichzeitig hoÈhere Kosten fuÈr Verbrauchsmaterial in Kauf nimmt. Ebenso koÈnnen Kommunikationskosten zu Lasten hoÈherer Personalkosten gesenkt werden. Insofern gilt es, fuÈr die BeduÈrfnisse des jeweiligen Krankenhauses eine optimale LoÈsung zu finden. Hierbei sollte bedacht werden, daû jede VerzoÈgerung bei der Erstellung und Ûbermittlung von Laborwerten nicht nur zu einer VerzoÈgerung bei der weiteren Therapie und Diagnostik, sondern auch zu einer VerlaÈngerung der Liegedauer fuÈhrt. Es ist insofern unsinnige Praxis, daû bestimmte Laborparameter aus GruÈnden der SerienlaÈnge und Reagenzienersparnis nur ein- bis zweimal pro Woche im Eigenlabor erbracht werden und der Arzt entsprechend 2±4 Tage auf die evtl. wichtigen Resultate warten muû. Betrachtung der Einzelkosten Personal Die Erfahrung zeigt, daû die Personalkosten im Labor vieler KrankenhaÈuser relativ hoch sind. Die Ursachen hierfuÈr sind vielfaÈltig und reichen von der Notwendigkeit einer 24-Stunden-Bereitschaft bis hin zu einer tatsaÈchlichen Ûberbesetzung. Die Erfahrung zeigt, daû eine 24-Stunden-Bereitschaft an 365 Tagen aufgrund von Urlaubszeiten und KrankheitsausfaÈllen mindestens 8±9 Mitarbeiter erfordert. TatsaÈchlich benoÈtigt werden jedoch nur 6±7 Mitarbeiter. Der Ûberhang ergibt sich aus Vorhaltemaûnahmen fuÈr KrankheitsfaÈlle. Insbesondere in kleineren KrankenhaÈusern entstehen hierdurch zusaÈtzliche Personalkosten von 20% 9 Laboruntersuchungen sollten rasch gemacht werden Personalvorhaltung bedeutet hoÈhere Kosten 8 z 04 04 Direkte Laborkosten Inhalt 24-Stunden-Bereitschaft externalisieren Rationalisierung durch EDV Suchen Treffer Hilfe oder mehr. Eine Reduktion laÈût sich dadurch erreichen, daû entweder in-house, wenn moÈglich, ein gemeinsamer Personalpool, z. B. mit der RoÈntgenabteilung eingerichtet wird (viele MTA verfuÈgen gleichzeitig uÈber eine RTA-Ausbildung und Zulassung), oder mit einem weiteren Krankenhaus oder einem externen Labor eine gemeinsame Personalreserve eingerichtet wird. Weiterhin muû daruÈber nachgedacht werden, ob die Aufrechterhaltung einer 24stuÈndigen Laborbereitschaft an 365 Tagen fuÈr das Krankenhaus uÈberhaupt erforderlich ist. Gerade bei kleineren HaÈusern kann durch den Ausbau der POC-Diagnostik auf Station und die Kooperation mit einem externen Partner, der eine 24-Stunden-Bereitschaft anbietet, auf die Aufrechterhaltung einer Dauerbereitschaft verzichtet werden. Voraussetzung hierfuÈr ist allerdings ein schneller und jederzeit verfuÈgbarer Probentransport sowie eine zuÈgige BefunduÈbermittlung per DatenfernuÈbertragung (z. B. Labordatentransfer LDT) oder Fax. Hierbei muÈssen aus SicherheitsgruÈnden jedoch die entsprechenden Datenschutzbestimmungen genau beachtet werden. Hinzu kommen die Effekte technischer Rationalisierung und Logistik. In der Vergangenheit ging man je nach Arbeitsgebiet von ca. 10 000 bis 20 000 Parameterbestimmungen pro MTA-Stelle und Jahr aus. Mit Hilfe einer leistungsfaÈhigen EDV, einer Online-Anbindung entsprechend ausgewaÈhlter AnalysengeraÈte, sowie standardisierter EDV-lesbarer Anforderungsscheine bzw. belegloser Anforderung und guter Organisation kann heute bei gaÈngigen Parametern z. B. in der klinischen Chemie die 5fache Analysenzahl unter Aufsicht eines Mitarbeiters bestimmt werden. Dies erfordert allerdings erhebliche Investitionskosten. Es wird somit klar, daû in kleineren HaÈusern die Un10 Direkte Laborkosten Inhalt Suchen 8 z 04 04 Hilfe Treffer tersuchungen des Notfall- und Basislabors, abgesehen von den Erfordernissen einer 24-Stunden-Bereitschaft, von ca. 3±4 Mitarbeitern abgedeckt werden koÈnnen. Verbrauchsmaterial Wie bereits angesprochen wird Verbrauchsmaterial meist uÈber einen Einkaufsverbund, haÈufig auch nach Ausschreibung, bezogen. Auch in EinkaufsverbuÈnden mehrerer KrankenhaÈuser sind aufgrund unterschiedlicher im Labor verwendeter Untersuchungstechniken und GeraÈte die jeweils bezogenen Einzelposten relativ klein. Signifikante Preisreduktionen sind daher in der Regel nicht moÈglich. Hinzu kommt, daû bei den meisten Testen auch die SerienlaÈngen kurz sind, d. h. es werden pro Ansatz nur wenige Proben untersucht. Daher entfaÈllt ein uÈberproportional hoher Anteil von Reagenzien- und Personalkosten auf die Kalibrierung und PraÈzisionskontrolle von Testen und GeraÈten. Bei kontrollaufwendigen Testen kann im Extremfall eine Einzelbestimmung das mehr als 5fache einer Groûserienbestimmung kosten. Hieraus resultiert ein uÈberzogener Reagenzienaufwand. Es hat sich daher bewaÈhrt, Teste mit kurzen SerienlaÈngen, sofern nicht andere GruÈnde entgegenstehen, an ein externes Labor abzugeben, welches aufgrund seines groÈûeren Probenvolumens eine wesentlich preisguÈnstigere DurchfuÈhrung ermoÈglicht. Gleichzeitig kann durch eine Zusammenarbeit mit einem groÈûeren externen Labor haÈufig auch auf dessen guÈnstigere EinkaufsmoÈglichkeiten bei Verbrauchsmaterial und GeraÈten zuruÈckgegriffen werden. 11 Kaum Rabatte moÈglich Untersuchungen mit kurzer SerienlaÈnge abgeben 8 z 04 04 Direkte Laborkosten Inhalt Zusammenarbeit mit externen Labor pruÈfen Amortisationszeit: 2 Jahre Suchen Treffer Hilfe Investitionen Bei den Investitionen sollen zunaÈchst nur die LaborgeraÈteinvestitionen betrachtet werden. EDV-Investitionen finden sich anschlieûend in einem gesonderten Abschnitt. GeraÈteinvestitionen werden uÈblicherweise durch das Krankenhaus vorgenommen. Auch hier koÈnnen aufgrund geringer Abnahmemengen meistens keine besonders attraktiven Konditionen erzielt werden. Insofern mag auch hier die Zusammenarbeit mit einem leistungsstarken externen Labor hilfreich sein. Allerdings muû bedacht werden, daû in manchen FaÈllen fuÈr die GeraÈtebeschaffung Beihilfen von oÈffentlichen Institutionen gewaÈhrt werden, die ggf. bei Beschaffung durch einen Dritten entfallen. Weiterhin ist zu bedenken, daû der technische Fortschritt im Bereich der Labormedizin auûerordentlich rasch verlaÈuft. Es kann daher sinnvoll sein, GeraÈte nicht zu kaufen, sondern zu leasen oder uÈber den Reagenzienpreis zu finanzieren bzw. zu mieten. Das guÈnstigste Vorgehen muû fuÈr jeden Einzelfall, auch im Hinblick auf die vermutete Einsatzzeit eines GeraÈtes, entschieden werden. Kommunikations- und EDV-Kosten Wie bereits oben angedeutet ist die Einrichtung einer leistungsstarken Labor-EDV unter Kosten- und QualitaÈtsaspekten ein Muû. Bei entsprechender Auswahl sollten sich die Investitionskosten bereits nach ca. 2 Jahren amortisieren. Zu fordern sind in einem EDV-Leistungskatalog mindestens die folgenden Eigenschaften, die von einem Groûteil der Anbieter erfuÈllt werden koÈnnen: z Schnittstelle zum Verwaltungsrechner zur Ûbertragung von Patientendaten 12 Direkte Laborkosten Inhalt z z z z z z z z z z z Suchen 8 z 04 04 Hilfe Treffer Online-Anbindung von GeraÈten mit direkter MeûwertuÈbertragung in die EDV Anbindung von Beleglesern oder belegfreie Anforderung uÈber Vernetzung mit Stationsrechnern/Verwaltungsrechner Automatisches Abrechnungsprogramm getrennt fuÈr EBM, GOØ und interne Verrechnung Anbindung an die Stations-EDV mit BefunduÈbermittlung (nach LDT) Ausgabe von Kumulativbefunden Statistische Erfassung der Leistungsdaten Statistische Erfassung von Patienten, Diagnosen und Resultaten Falls mikrobiologische Untersuchungen durchgefuÈhrt werden, Statistikprogramme zur stationsbezogenen Erstellung von Keim- und Resistenzstatistiken Archivfunktion fuÈr Befunde System zur Erfassung von QualitaÈtssicherungsmaûnahmen Bei Kooperation mit einem externen Labor ist die Online-Ûbertragung von Befunden nach LDT oder uÈber Standleitung wuÈnschenswert. Ein wesentlicher Punkt sind die Instandhaltungskosten der EDV, die auch regelmaÈûige Wartung und Updates von Software umfassen. Kosten fuÈr Hardware fallen demgegenuÈber meist weniger ins Gewicht. FuÈr eine regelmaÈûige Softwarepflege und die immer wieder notwendigen Anpassungen der Software an technische oder administrative Ønderungen sollten bis zu 10±15% des Beschaffungspreises pro Jahr veranschlagt werden. Einen erheblichen Kostenfaktor, der oft zu wenig beachtet wird, stellt auch die Dienstleistung der hauseigenen EDV-Abteilung fuÈr das Labor dar. 13 8 z 04 04 Direkte Laborkosten Inhalt Alternative: Leasing Kosten-, Zeitersparnis, QualitaÈtsverbesserung Hier bietet sich Outsourcing an Suchen Treffer Hilfe Instandhaltung Instandhaltungskosten werden haÈufig unterschaÈtzt. Neben den uÈblichen Instandhaltungsmaûnahmen beduÈrfen auch Anlagen zur Raumklimatisierung, Kabelnetze etc. einer regelmaÈûigen Ûberwachung und Wartung. FuÈr GeraÈte gilt, daû Wartungs- und Reparaturkosten bei Eigenbeschaffung selbst getragen werden muÈssen, bei GeraÈteleasing haÈufig im Leasingpreis enthalten sind, der einen Wartungsvertrag einschlieût. Externe Laborkosten Wie oben dargestellt ist es in vielen FaÈllen unter Zeitund Kostenaspekten sinnvoll, Untersuchungen des Speziallabors extern zu verlagern. Die betrifft all diejenigen Untersuchungen, die nicht aus medizinischen GruÈnden sofort vor Ort erbracht werden muÈssen, und vor allem diejenigen Untersuchungen, die nur unter unverhaÈltnismaÈûig hohem Aufwand vor Ort durchgefuÈhrt und beurteilt werden koÈnnen. Die Erfahrung zeigt, daû bei der externen Vergabe solcher Untersuchungen gegenuÈber dem Ist-Stand nicht nur Kosten in betraÈchtlicher HoÈhe eingespart werden, sondern auch aufgrund des meist umfangreicheren Untersuchungsspektrum des externen Labors die Untersuchungsdauer verkuÈrzt werden kann und die BefundqualitaÈt verbessert wird. Bereiche, die sich aufgrund ihrer KomplexitaÈt und daher unguÈnstiger Kostenstruktur insbesondere fuÈr eine Verlagerung nach auûen anbieten, sind die gesamten molekularbiologischen Untersuchungsverfahren, inklusive aller Untersuchungen zum Erregernachweis (PCR) und zur Genetik, die Mikrobiologie inklusive weiter Teile der Parasitologie und Mykologie, die uÈberwiegenden Teile der Serologie, ggf. mit Ausnahme haÈufiger und dringender 14 Direkte Laborkosten Inhalt Suchen 8 z 04 04 Hilfe Treffer Parameter wie HbsAg oder HIV, sowie aufwendige Untersuchungen in der Endokrinologie, der Toxikologie, der Gerinnung und der Klinischen Chemie. RaÈume und Raumkosten GegenuÈber den Gesamtlaborkosten fallen Raumkosten inklusive ihrer Nebenkosten meist wenig ins Gewicht. Dennoch kann eine guÈnstige Raumaufteilung in raÈumlicher NaÈhe zu den Stationen und OPs fuÈr eine rationelle Bearbeitung von Laboruntersuchungen vorteilhaft sein. Insbesondere Groûraumlabors sind aufgrund ihrer FlexibilitaÈt und der MoÈglichkeit, gleichzeitig die Funktion mehrerer GeraÈte zu uÈberblicken, besser geeignet als mehrere kleine RaÈume. Investitionen in eine funktionelle Gestaltung von RaÈumen, sowie in eine angemessene Infrastruktur amortisieren sich daher meist in kurzer Zeit. Wichtig ist, daû LaborraÈume nicht nur mit der entsprechenden Infrastruktur hinsichtlich Be- und EntluÈftung, Klimatisierung, Energie, sowie Wasser und Abwasser versehen sind, sondern daû auch eine entsprechende Verkabelung fuÈr die DatenuÈbertragung und Kommunikation vorhanden ist. Indirekte Laborkosten Allgemeine und sonstige Wirtschaftskosten Bei groÈûeren Labors wird meist der indirekte Laboraufwand durch Personal- und Materialverwaltung, EDV-Pflege und Abrechnung, Fahrdienst etc. unterschaÈtzt. In groÈûeren HaÈusern sind auûerhalb des Labors haÈufig mehrere Mitarbeiter direkt oder indirekt mit diesen Aufgaben betraut. Bei einer Gesamtbetrachtung des Labors muÈssen diese indirekten Kosten daher ebenfalls beachtet werden. 15 Auch hier EinzelfallpruÈfung RichtgroÈûe: 3±6% 8 z 04 05 Externe Laborberatung Inhalt Suchen Treffer Hilfe Als RichtgroÈûe koÈnnen hierfuÈr 3±6% der direkten Laborkosten veranschlagt werden. Weiterbildung nicht vergessen Weitere indirekte Laborkosten Auf den Zusammenhang zwischen der raschen Erstellung von Laborbefunden und der Liegedauer wurde bereits hingewiesen. DaruÈber hinaus kann das Labor jedoch auch zur Vermeidung weiterer Kosten beitragen. Insbesondere im mikrobiologischen Bereich ist eine rasche und qualitativ hochstehende Diagnostik die Voraussetzung fuÈr eine gezielte antibiotische Therapie, die ihrerseits wiederum zur Senkung der Arzneimittelkosten fuÈhrt. Øhnliches gilt fuÈr eine fundierte Gerinnungsdiagnostik. Letztendlich muû ein kontinuierliches Weiterbildungsangebot auch von Seiten des Labors zu einer gezielten, sachgerechten und rationellen Diagnostik beitragen. 8 z 04 | 05 Externe Laborberatung Mehr Erfahrung, hoÈhere Akzeptanz In vielen KrankenhaÈusern gibt es nur eine begrenzte Expertise in der wirtschaftlichen Betrachtung von OrganisationsablaÈufen des Labors. Weiterhin wird VorschlaÈgen der aÈrztlichen Leitung oder der Verwaltung zur Umgestaltung des Laborablaufs von Seiten der Mitarbeiter haÈufig mit Skepsis begegnet. Unter beiden Aspekten ist es sinnvoll, sich bei einer Neuausrichtung des Laborbereichs der Hilfe eines externen Beratungsunternehmens zu versichern, welches uÈber umfangreiche Erfahrung auf dem Laborsektor verfuÈgt. Eine solche Unternehmensberatung kann aufgrund vorliegender Daten und Kennzahlen, sowie aus dem Vergleich mit anderen HaÈusern (¹Benchmarkingª) Verbesserungspotential sehr viel schneller erkennen als dies in den meisten FaÈllen intern moÈglich ist. Hinzu 16 Outsourcing von Laborleistungen Inhalt Suchen 8 z 04 06 Hilfe Treffer kommt, daû von dritter Seite erarbeitete VorschlaÈge im Haus meist eine bessere Akzeptanz finden. Neben der rein analytischen TaÈtigkeit mit den entsprechenden Folgerungen hat es sich jedoch in der Vergangenheit bewaÈhrt, auch die Umsetzung neuer Maûnahmen selbst durch ein unabhaÈngiges Beratergremium begleiten zu lassen, da die Implementation so erfolgreicher verlaÈuft. Die richtige Auswahl eines Beratungsunternehmens ist daher ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei einer Neuausrichtung des Labors und im Outsourcing von Laborleistungen. Hierbei sind neben Erfahrungen und Referenzen auch bestehende Kooperationen mit fuÈhrenden Labors ein wesentliches Auswahlkriterium. Outsourcing von Laborleistungen 8 z 04 | 06 Wie oben angesprochen, kann die Kooperation mit einem externen Partnerlabor fuÈr das Krankenhaus eine Reihe von Vorteilen bieten. FuÈr eine solche Zusammenarbeit existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle und Vertragsgestaltungen. Eine Idealform gibt es nicht, jede Form der externen Kooperation muû den BeduÈrfnissen des jeweiligen Hauses und den oÈrtlichen Gegebenheiten angepaût sein. Ein Outsourcing von Laborleistungen ist auch nur dann sinnvoll, wenn von dieser Maûnahme entweder signifikante direkte und indirekte Kosteneinsparungen oder deutliche QualitaÈtsverbesserungen zu erwarten sind. Anhaltszahlen zur EinschaÈtzung der eigenen Situation wurden oben gegeben (s. Tabelle 2). Modell 1: Kooperationsvertrag Im einfachsten Fall, der haÈufig als Einstieg in eine spaÈtere Kooperation dient, werden im Rahmen eines Kooperationsvertrages lediglich die im eigenen Hause nicht wirt17 Das ideale Konzept gibt es nicht Nur Spezialuntersuchungen abgeben 8 z 04 06 Outsourcing von Laborleistungen Inhalt Suchen Treffer Hilfe schaftlich zu erbringenden Untersuchungen des Speziallabors nach extern vergeben. Der externe Partner gibt hieruÈber entweder pro Einzelleistung oder pauschaliert eine Preiszusage ab. Wesentlich ist, daû trotz aller SparbemuÈhungen auch auf die QualitaÈt der externen Analysen geachtet wird. Neben einer GewaÈhr fuÈr die Richtigkeit der Ergebnisse gehoÈrt hierzu auch die schnelle Befunderstellung und -uÈbermittlung, sowie ggf. eine Kommentierung bezuÈglich der Bewertung und des weiteren diagnostischen und therapeutischen Vorgehens. Im mikrobiologischen Bereich muÈssen Keim- und Resistenzstatistiken zur VerfuÈgung gestellt werden. Ein RuÈckgriff auf die externe fachliche Expertise soll zusaÈtzlich gewaÈhrleistet sein, z. B. in Form von Fortbildungsveranstaltungen, Mitarbeit in innerklinischen Kommissionen etc. Auch eine weitergehende wirtschaftliche Zusammenarbeit mit gemeinsamen Reagenzieneinkauf etc. ist auf dieser Stufe vorstellbar. ZusaÈtzlich BetriebsfuÈhrung abgeben Modell 2: Teiloutsourcing Eine weitere Stufe stellt die zusaÈtzliche externe wirtschaftliche BetriebsfuÈhrung des Krankhauslabors in Kooperation mit der Krankenhausleitung und den beteiligten ChefaÈrzten dar. Hierbei verbleibt die Investitionshoheit und Disziplinarkontrolle beim Krankenhaus, die fachliche Leitung wird durch den jeweiligen Chefarzt unter Beratung durch das externe Labor ausgeuÈbt. In der Gesamtheit verbleiben somit die wesentlichen Aufsichts- und Leitungsfunktionen beim Krankenhaus, das externe Labor bringt jedoch seine fachliche und wirtschaftliche Expertise auch in das Krankenhauslabor ein. Eine Kostenerstattung erfolgt in der Regel teilpauschaliert, z. B. als VerguÈtungspauschale innerhalb eines bestimmten Korridors. Der Vorteil dieses Modells liegt darin, daû anders als bei ei18 Outsourcing von Laborleistungen Inhalt Suchen 8 z 04 06 Hilfe Treffer nem kompletten Outsourcing evtl. bezahlte oÈffentliche ZuschuÈsse erhalten bleiben und keine direkten Eingriffe in den Personalbestand erfolgen. Nachteilig ist, daû hierdurch auch die Entlastung von indirekten Laborkosten weitgehend ausbleibt. Modell 3: Komplettes Outsourcing Eine weitere Stufe stellt das komplette Outsourcing des Krankenhauslabors dar. Hierbei wird sowohl die fachliche als auch die wirtschaftliche und nach MoÈglichkeit auch personelle Leitung einem externen Partner uÈbertragen. Das Labor wird auch formal aus dem Krankenhausbetrieb ausgegliedert. Unter reinen Kostengesichtspunkten ist dies haÈufig das attraktivste Modell, erfordert jedoch besondere Sorgfalt bei der Auswahl des externen Partners. Eine Kostenerstattung erfolgt nur noch pauschaliert, in der Regel als Fallpauschale. Der Vorteil dieses Modells liegt darin, daû der externe Partner das wirtschaftliche Risiko uÈbernimmt und das Krankenhaus auch von allen indirekten Kosten entlastet ist, da saÈmtliche Funktionen durch den externen Partner abgewickelt werden. Nachteilig ist die GefaÈhrdung von Zuschuûzahlungen der oÈffentlichen Hand, sowie die haÈufig mangelhafte Akzeptanz fuÈr dieses Modell innerhalb des Hauses. Insbesondere bei einem vollstaÈndigen Outsourcing ist daher fuÈr den Erfolg die Erfahrung, IntegritaÈt, Kooperationsbereitschaft und das Dienstleistungsdenken des externen Labors ausschlaggebend. Modell 4: Verbundmodell In groÈûeren StaÈdten mit unterschiedlichen KrankenhaÈusern in raÈumlicher NaÈhe kann auch ein Krankenhauslaborverbund sinnvoll sein, wie er in einigen deutschen 19 VollstaÈndiges Outsourcing 8 z 04 06 Outsourcing von Laborleistungen Inhalt Suchen Hilfe Treffer GroûstaÈdten und in der Schweiz praktiziert wird. Hierbei wird an einem der KrankenhaÈuser ein ¹Zentrallaborª etabliert, in dem die meisten Speziallaboruntersuchungen bearbeitet werden, die anderen am Verbund teilnehmenden KrankenhaÈuser halten lediglich ein PraÈsenz- und Notfallabor vor. Auch in diesem Modell sind betraÈchtliche Kosteneinsparungen zu realisieren, insbesondere wenn auf eine gute EDV-Anbindung der an das Speziallabor einsendenden KrankenhaÈuser geachtet wird. Der Vorteil dieser Konstruktion liegt im Erhalt der oÈffentlichen Finanzierung sowie der UnabhaÈngigkeit von einem privaten Groûlabor. Je nach GroÈûe und LeistungsfaÈhigkeit des Verbundes kann zusaÈtzlich die Zusammenarbeit mit einem externen Partnerlabor sinnvoll sein. Zwischenstufen unter allen Modellen wurden praktiziert. Das jeweils guÈnstigste Vorgehen muû fuÈr jedes Haus neu und individuell entschieden werden. Externes PartnerLabor KH 2 KH 1 Zentrallabor KH 4 KH 3 Abb. 1: Laborverbundmodell zwischen KrankenhaÈusern 20 Auswahl eines externen Partnerlabors Inhalt Suchen 8 z 04 07 Hilfe Treffer Auswahl eines externen Partnerlabors 8 z 04 | 07 Wie bereits angedeutet, ist die richtige Auswahl einer Unternehmensberatung und eines Partnerlabors ein entscheidender Erfolgsfaktor im Outsourcing von Laborleistungen. GrundsaÈtzlich sollen bei der Auswahl eines externen Labors daher folgende Faktoren bedacht bzw. erfaût werden: z Ra Èumliche NaÈhe (Probentransport, Vor-Ort-VerfuÈgbarkeit bei Beratungsbedarf/Problemen) z Gro È ûe und Mitarbeiterzahl z Untersuchungsspektrum z Wirtschaftliche Situation z Erfahrung in der Laborversorgung von Krankenha Èusern, Referenzen (die labordiagnostische Versorgung eines Krankenhauses stellt an die fachliche und organisatorische Kompetenz eines Labors ungleich hoÈhere Anforderungen als der ambulante Bereich) z Fachliche Kompetenz in unterschiedlichen Bereichen (auch EDV!) z Fachliche Kooperationen (z. B. andere Labors, wissenschaftliche Einrichtungen) z Wirtschaftliche Kooperationen z Innovationspotential (neue Testverfahren, Spezialuntersuchungen im Sinne der Patienten des Krankenhauses) z QualitaÈtsstandard/QualitaÈtssicherung. Es hat sich gezeigt, daû unter BeruÈcksichtigung aller genannten Faktoren eine Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhauslabor und einem externen Partnerlabor das Leistungsspektrum der Labordiagnostik im Krankenhaus deutlich verbessert und gleichzeitig zu einer signifikanten Reduktion der Laborkosten fuÈhrt. 21 Die maûgebenden Kriterien 8 z 04 07 Auswahl eines externen Partnerlabors Inhalt Suchen Hilfe Treffer FuÈr die Zukunft ist zu erwarten, daû es zu einer engeren Verzahnung zwischen den KrankenhaÈusern und dem niedergelassenen ambulanten Sektor kommt. Die vertrauensvolle Kooperation zwischen einem Krankenhauslabor und einem externen Labor kann hier einen wesentlichen Beitrag liefern, um beide Bereiche zu vernetzen und kostspielige Wiederholungsuntersuchungen im Krankenhaus zu vermeiden. Eine solche Vernetzung wird in der Zukunft nicht nur dem Patienten zeit- und kostenaufwendige Doppeluntersuchungen ersparen, sondern auch einen Beitrag zu einem leistungsfaÈhigerem Gesundheitswesen liefern. z zusammenfassung Laboruntersuchungen im Krankenhaus bestimmen aufgrund ihres hohen Anteils an der Diagnosefindung zu einem wesentlichen Anteil die diagnostischen und therapeutischen AblaÈufe im Krankenhaus. In vielen FaÈllen ist es daher sinnvoll, das Labor unter organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten zu optimieren. Hierbei kann entweder die enge Zusammenarbeit mit einem externen niedergelassenen Labor oder die Zusammenarbeit zwischen mehreren Krankenhauslaboratorien hilfreich sein und zu einer deutlichen Verbesserung des Laborablaufes wie auch zu einer Kostenreduktion beitragen. Weiter 22
© Copyright 2026 Paperzz