Einleitung Inhalt Suchen 7 z 03 01 Hilfe Treffer 7 z 03 Kosten und Leistungen in der Röntgendiagnostik – konventionelle Technik versus digitale Technik Gustav-Adolf Brandt, Elke Ohmen inhaltsüberblick Für bessere Kosten/Nutzen/Risiko-Analysen in der Röntgendiagnostik werden im Folgenden einfache, die Kosten betreffende Zusammenhänge dargestellt. Es werden die Grundlagen für Betrachtungen u. a. zu Geräteauslastungen und Leasing-Verträgen aufgestellt. Am Beispiel eines 1000-Planbetten-Krankenhauses mit und ohne digitaler Radiographie erfolgt ein Kostenvergleich. 7 z 03 | 01 September 2000 Einleitung Kosten/Nutzen/Risiko-Betrachtungen (ROC-Betrachtungen) werden seit Jahren für die Röntgendiagnostik gefordert. Mit dem Risiko haben sich internationale und nationale Strahlenschutzkommissionen beschäftigt (ICRP 26, ICRP 34, ICRP 60). Die Ergebnisse wurden durch Verordnungen und Richtlinien national umgesetzt (Richtlinie 1984; Verordnung 1987). Dabei werden neben dem Strahlenrisiko (Strahlenexposition) die Bildgüte (einzelne Bildgütefaktoren) betrachtet (CEC 1989). Strahlenexposition und Bildgütefaktoren werden organbezogen in Leitlinien und die Kontrolle der Einflussgrößen in Normen fixiert (Bundesärztekammer 1995; Normenausschuss). Für die Betrachtung des Nutzens ist jedoch die Bildgüte nur mittelbar, die Diagnosequalität unter Berücksichtigung von Indikation und Diagnosestrategie unmittelbar zu sehen. Quantitative Aussagen zum diagnostischen Nutzen sind schwierig zu gewinnen, da Patient und Diagnostiker nicht „normierungsfähig“ sind. Umfangreiche ROC-Ana1 Kosten/Nutzen/ Risiko-Analyse 7 z 03 02 Kostenbetrachtungen in der bildgebenden Diagnostik Inhalt „Stiefkind“ Kosten Effektivitätssteigerung 7 z 03 | 02 Suchen Treffer Hilfe lysen weisen auf diesen Umstand hin (Brandt 1991, 1994; Hickel 1988). Das „Stiefkind“ in der Kosten/Nutzen/Risiko sind die Kosten. Ursachen dafür waren die bisher prallgefüllte Kassen, jedoch auch fehlendes Interesse der medizinischen und naturwissenschaftlichen Mitarbeiter für das Klinikmanagement. In neuester Zeit sind zunehmend Arbeiten zur Kosten/Nutzen-Analyse in der Radiologie erschienen. Eine Arbeit von Gerhardt (1996) spiegelt die Radiologie kostenseitig an der Medizin insgesamt. Die obere Grenze der Kosten für das Gesundheitswesen scheint erreicht. Die triviale Lösung „Senkung der Versorgungsqualität durch Rationierung der Leistungen“ sollte nicht in Betracht gezogen werden (s. a. Kap. 18.02.01). Eine Effektivitätssteigerung setzt gleiche Leistungen mit gleicher Qualität bei verringerten Kosten voraus. Nachfolgend sollen Betrachtungen zu den Kosten in der Röntgendiagnostik vorgenommen werden. Speziell wird auf mögliche Kostensenkungen bei Einsatz digitaler Techniken in der Röntgendiagnostik eingegangen. Doch zuerst sollen die erfassten Kostenarten und deren praktische Ermittlung am Beispiel einer Kopfuntersuchung mittels Computertomografie (CT) dargestellt werden. Kostenbetrachtungen in der bildgebenden Diagnostik Die einzelnen Kosten einer beispielhaft gewählten CTUntersuchung des Kopfes und die Methodik der Ermittlung der Werte werden aus Tabelle 1 deutlich. Die Gesamtkosten addieren sich aus fixen und variablen Kosten. Zur grundsätzlichen Systematisierung der Kosten im Krankenhaus siehe das Kap. 2.30.03. 2 September 2000 Inhalt Suchen Treffer Hilfe Tabelle 1: Ermittlung der Kosten am Beispiel einer CT-Untersuchung des Kopfes Kostenbetrachtungen in der bildgebenden Diagnostik 3 7 z 03 02 7 z 03 02 Kostenbetrachtungen in der bildgebenden Diagnostik Inhalt Anschaffungskosten für die Bildwandler Suchen Treffer Hilfe Fixe Kosten Abschreibungskosten Zu den fixen Kosten (KF) gehören u. a. die Abschreibungen (AB); Bestandteile sind die Anschaffungskosten für die Einrichtung (A) und die Anschaffungsnebenkosten (N), verteilt auf die normative Nutzungsdauer ni Es ist empfehlenswert, die Anschaffungskosten für die Bildwandler E (z. B. Filmentwicklungseinrichtung, Laser Imager, Bildbetrachtungseinrichtungen) separat zu behandeln und dann jeweils nur den auf die Röntgeneinrichtung bezogenen Anteil E zu fixieren, wobei eine veränderte normative Nutzungsdauer n2=n1 möglich ist. Formelhaft werden die Abschreibungen so dargestellt: AB AN E : n1 n2 Die Beispielsrechnungen werden jeweils in Tabelle 1 zusammengefügt. z 1 000 000 DM Preis des CT zuzüglich 150 000 DM Nebenkosten bei 8 Jahren normativer Nutzungsdauer ergibt einen Abschreibungsbetrag von 1 150 000 DM/ 8 Jahre = 143 750 DM/Jahr. z Bei 5 000 Untersuchungen/Jahr ergeben sich pro Un143 750 tersuchung 28;80 DM=U 5 000 Dazu kommt in unserem Beispiel mit 125 000 DM ein weiterer Abschreibungsbetrag für einen Laser Imager: Bei n2 = 5 Jahre sind dies 25 000 DM/Jahr. Umgerechnet auf eine Untersuchung ergeben sich 25 000 5; DM=U. 5 000 4 Kostenbetrachtungen in der bildgebenden Diagnostik Inhalt Suchen 7 z 03 02 Hilfe Treffer Gerätebezogenen Raumkosten (R) Gerätebezogenen Raumkosten (R) sind Licht, Raumheizung, Instandhaltung, Reinigung. Ihre Werte können z. B. 200 DM pro m2 und Jahr in einem Krankenhaus betragen. Bei 100 m2 (Untersuchungs-, Rechner-, Schaltraum, Licht, Heizung. . . September 2000 Kabinen) resultieren 20 000 DM/Jahr und 20 000 4; DM=U. 5 000 Turnusmäßigen Kosten für Qualitätskontrolle nach RöV (Q) Abnahme-, Sachverständigen-, Konstanzprüfung und Kontrolle durch ÄSR fallen in diese Kategorie. Hierbei sind diese Kosten (Q) für Abnahme- und Sachverständigenprüfungen überwiegend durch 5 (Jahre) zu dividieren und für die Konstanzprüfung der Geräte bei monatlicher Durchführung mit 12 (Monate) und bei Konstanzprüfung der Filmentwicklung mit 220 (Arbeitstage) zu multiplizieren. Wartungs- und Reparaturkosten (W) 6–10% des Preises sind in erster Näherung als Wartungskosten einzusetzen. Muss eine Röhre ersetzt werden, so erhöhen sich die 80 000 DM (Tabelle 1) auf 150 000 DM, d. h. von 16 DM/U auf 30 DM/U. Damit addieren sich die fixen Kosten bisher nach dieser Formel, wobei R, Q und W jeweils auf ein Jahr bezogen werden: KF AN E R Q W: n1 n2 z! Allgemeine Kosten (Gemeinkosten, Umlagekosten) und Finanzierungskosten (Zinsen) wurden im Beispiel der Tabelle 1 nicht betrachtet. 5 Prüfungen und Kontrollen 7 z 03 02 Kostenbetrachtungen in der bildgebenden Diagnostik Inhalt Suchen Treffer Hilfe Personalkosten (sprungfixe Kosten) Von den Personalkosten KP sollen 3 Anteile betrachtet werden: z Arztkosten PA z MTRA-Kosten PMTA z übrige Personalkosten (Sekretärin, Schreibkraft etc.) PS Kp werden maßgeblich von den jeweils pro Untersuchung benötigten Zeiten für Arzt und MTRA bestimmt und sehen als Formel so aus: KP PA PMTA PS . Analyse der Personalkosten Eine umfassende Analyse dazu wurde 1988 von der Deutschen Röntgengesellschaft angefertigt (Bücheler et al. 1988). Ausführliche Empfehlungen zum Personalbedarf in der Medizinischen Strahlenphysik finden Sie in diesem Werk unter Kap. 7.02. Aus dem Zeitbedarf pro Untersuchung für Arzt, MTRA und Schreibkraft und dem Jahresgehalt (pro 102 000 min für den Arzt bei 15% Ausfallzeiten und 96 000 min bei 20% Ausfallzeiten bei MTRA und Schreibkraft) errechnen sich die Personalkosten pro Minute und damit durch Multiplikation mit dem Zeitbedarf pro Untersuchung die Personalkosten pro Untersuchung (der Einfachheit halber rechnen wir mit 100 000 min) 110 000 — 1;10 DM=min beim Arzt 100 000 70 000 — 0;70 DM=min bei MTRA. 100 000 Aus Zeitberechnungen für CT-Kopfuntersuchung als Personalkosten folgen — für den Arzt 20 min´1,10 DM/min = 22 DM/U — und für MTRA 30 min´0,70 DM/min = 21 DM/U. 6 Auslastung von Röntgeneinrichtungen Inhalt Suchen 7 z 03 03 Hilfe Treffer September 2000 Variable Kosten KV (Verbrauchsmaterialien) Wesentliche Positionen sind die z Kontrastmittelkosten FKM, z Katheterkosten FK und die z Bildwandlerkosten FBW. Soweit Energiekosten anfallen, die von den Untersuchungen abhängen, sind sie hier bei den variablen Kosten zu berüchsichtigen: KV FKM FK FBW . Hier sind gegenwärtig bei den Bildwandlerkosten FBW primär die Filmkosten bzw. die Kosten für die Bildspeicherung FI zu nennen, wobei die Kosten für die Entwicklung einzubeziehen sind. Dazu kommen Kosten für Verstärkerfolien und Kassetten FO, Kosten der Filmentwicklung FE sowie Kosten für die Chemikalienentsorgung FU (könnten auch bei Kontrastmitteln an Bedeutung gewinnen): FBW F0 FI FU FE . Bildwandlerkosten z! Zukünftig könnten die „Umweltkosten“ FU deutlich zunehmen und u. a. den Trend zu einer chemikalienfreien Bildwandlung verstärken. 7 z 03 | 03 Auslastung von Röntgeneinrichtungen Stationäre Anlagen Für den Zeitbedarf für MTRA sind sämtliche Aufgaben zu berücksichtigen: z Patientenführung, z Bedienung der Aufnahmeeinrichtung, z Transport der Kassetten, z Filmentwicklung, z Bildbetrachtung und Kommunikation mit dem Arzt. 7 Zeitbedarf für MTRA 7 z 03 03 Auslastung von Röntgeneinrichtungen Inhalt Zeitzuschläge für bestimmte Patientengruppen Praktikable Geräteauslastung Suchen Treffer Hilfe Für gehbehinderte, gebrechliche und schwerkranke Patienten und für Hilfe beim An- und Entkleiden wird von der Deutschen Röntgengesellschaft (Bücheler et al. 1988) ein Zeitfaktor von 1,6 bis 2,0 als jeweiliger Multiplikator gefordert. Bei Säuglingen und Kleinkindern sowie allgemein für Bettaufnahmen sollte der Wert verdoppelt bis vervierfacht werden. Für Ermittlung von Geräteauslastungen wurden eigene Werte, die nur direkte Tätigkeit am Gerät beinhalten, ermittelt. Hieraus wurden mögliche Geräteauslastungen pro Tag errechnet, wobei nochmals an die unterschiedliche Patientenmobilität erinnert wird. Multipliziert mit 220 Tagen pro Jahr erhält man Werte für eine praktikable Geräteauslastung. Diese Werte stellen eine erste Grundlage für die Beurteilung der Auslastung von Röntgenanlagen dar (Tabelle 2). Die große Differenz überspannt alle möglichen Werte unterschiedlicher Patientenmobilität. Nach unseren Erfahrungen sind 3/4 des Maximalwertes für Allgemeine Krankenhäuser praktikabel. Diese Werte sind Basis für eine Planung von Röntgenabteilungen. Problematisch ist dabei der Bezug zur „Untersuchung“, denn Untersuchung ist nicht gleich Untersuchung! Eine Thorax-Untersuchung kann z. B. aus einer p.-a.-Aufnahme, aus einer p.-a.-Aufnahme und einer seitlichen Aufnahme, jedoch auch aus 3 Aufnahmen und z. T. aus (mit) zusätzlichen Teilaufnahmen und Thoraxdurchleuchtungen bestehen. Wir gehen von dem häufigsten Fall aus: p. a. und lat. Thoraxaufnahme. 8 Auslastung von Röntgeneinrichtungen Inhalt Suchen 7 z 03 03 Hilfe Treffer September 2000 Tabelle 2: Geräteauslastung Fahrbare Aufnahme- und Durchleuchtungsgeräte Für eine grobe Einschätzung reicht nachfolgende Betrachtung. Zusätzlich zur Aufnahmezeit (überwiegend Thorax) von 8 min ist eine Wegezeit von 5–10 min für MTRA (letztere bei Aufnahmen z. B. in einem anderen Gebäude) einzuplanen. Daraus ergeben sich als Anhaltswerte: z Stationsaufnahmen im Gebäude der Röntgenabteilung 6500 Aufnahmen/Jahr = 100% Geräteauslastung. 9 Grobe Anhaltswerte ausreichend 7 z 03 04 Kosten und GOÄ-Punkte Inhalt Suchen z z Treffer Hilfe Stationsaufnahmen im Gebäude außerhalb der Röntgenabteilung 4000 Aufnahmen/Jahr = 100% Geräteauslastung. Fahrbare Durchleuchtungsgeräte (0,8 U/h) 1150 U/Jahr = 100% Geräteauslastung. 7 z 03 | 04 Kosten und GOÄ-Punkte Abschreibungsmöglichkeit von großer Bedeutung Überwiegend fallen die Krankenhäuser unter das Krankenhausfinanzierungsgesetz, so dass hier das duale Finanzierungssystem gilt (Kap. 2.01.02). Dementsprechend hat jedes Krankenhaus zu beachten, ob es die hier fixierten Werte mit oder ohne Abschreibungen betrachtet. Für die nicht unter das Finanzierungsgesetz fallenden Krankenhäuser und die niedergelassenen Einrichtungen sind die Abschreibungen als Kostenfaktor von höchstem Interesse. Nach der bisher erfolgten Systematisierung der Kosten und der in Tabelle 1 (s. o.) beispielhaft gezeigten Berechnung für eine CT des Kopfes lassen sich die theoretischen Kosten auch für andere Untersuchungen berechnen, jeweils bei Berücksichtigung der ermittelten Geräteauslastungen. Die Ergebnisse sind der Tabelle 3 zu entnehmen. In Abb. 1 werden diese theoretischen Kosten aus Tabelle 3 mit den entsprechenden GOÄ-Punkten (Gebührenordnung für Ärzte GOÄ-1996) verknüpft (s. a. Kap. 2.30 04). Die eingezeichnete Gerade entspricht 10 Pfg. pro GOÄ-Punkt. Kosten wichtiger Röntgenuntersuchungen Beurteilung der GOÄ-Erarbeitung anmerkung: Zwei „Ausreisser“ – AU und Angio/IR – fallen in Abb. 1 auf. Sie lassen sich so erklären: 100 ml Kontrastmittel pro AU (obgleich in 2 Einrichtungen ermittelt) und die Untersuchungszeiten bei der Angio/IR (nach 10 Kosten und GOÄ-Punkte Inhalt Suchen 7 z 03 04 Hilfe Treffer Tabelle 3: Gesamtkosten und Abschreibung wichtiger Röntgenuntersuchungen Gesamtkosten pro Untersuchung CT Kopf 174,20 DM CT Body 268,83 DM Mammografie 53,03 DM AU 187,20 DM DL M/D, Speiseröhre 198,90 DM DSA 2/3 Angio., 1/3 IR 538,60 DM Thorax 24,87 DM Schädel 25,09 DM kl. Knochen 17,05 DM Extremitäten 21,85 DM Wirbelsäule 31,20 DM Anteil der Abschreibung 28,80 DM 41,00 DM 6,25 DM 19,20 DM 66,70 DM 192,00 DM 1,50 DM 3,33 DM 1,85 DM 2,08 DM 3,60 DM September 2000 Untersuchung Abb. 1: Vergleich der ermittelten Gesamtkosten pro Untersuchung (einzelne Punkte) mit der GOÄVorgabe (1996) und bei 10 Pfg. pro GOÄ-Punkt 11 7 z 03 04 Kosten und GOÄ-Punkte Inhalt Suchen Treffer Hilfe Bücheler et al.) sind zu hoch. Diese gute Analyse der DRG sollte überarbeitet und in einigen Punkten dem technischen Stand angepasst werden. Die Kontrastmittelmengen pro Untersuchung sollten in den Leitlinien der BÄK vorgegeben werden; sie haben einen direkten Bezug zu Bildgüte und Strahlenexposition des Patienten. Den Verantwortlichen für die GOÄ-Erarbeitung kann man im Ergebnis nach Abb. 1 eine sehr gute Arbeit bescheinigen. Vergleich der theoretisch ermittelten mit den tatsächlichen Kosten Der Sinn der dualen Finanzierung Im Krankenhaus werden die unter optimalen Bedingungen ermittelten theoretischen Werte nach unseren Erfahrungen nur in 30% der Fälle erreicht. Zu etwa 70% liegen die Werte über der 10 Pfg.-GOÄ-Geraden der Abb. 1. Realistisch sind 13 bis 17 Pfg. pro GOÄ-Punkt, d. h. die Gerade müßte erheblich steiler verlaufen. Es wäre falsch, wegen dieser Differenzen auf die Logik des aufgezeigten einfachen Verfahrens zu verzichten. Berücksichtigt man, dass durch das System der dualen Abschreibung bedingt die Abschreibungen vielfach nicht betrachtet werden (s. die dritte Spalte von Tabelle 3), so sind diese 17 Pfg. pro GOÄ-Punkt fast eine Kostenverdopplung gegenüber den theoretisch möglichen Kosten. Einzelne Studien zeigen, dass durch Konzentrationen in über 50% der Fälle ein Ergebnis unter der „Rentabilitäts-Geraden“ in Abb. 1 erreichbar ist. In den anderen Fällen lässt sich z. T. aus den Ergebnissen der Sinn der dualen Finanzierung hohe Kostenanteil für die Qualitätssicherung bei einem nicht ausgelasteten Gerät (z. B. wenig ausgelastetes, jedoch notwendiges fahrbares Röntgengerät) ableiten: Dieser Kostenanteil weist darauf hin, dass wenigstens teilweise die an sich fixen Qualitätssicherungskosten variabilisiert werden sollten. Trotz des Systems der dualen Finanzierung in den 12 Digitale Technik versus konventionelle Technik in der Röntgendiagnostik September 2000 Inhalt Suchen 7 z 03 05 Hilfe Treffer Krankenhäusern (es sollen nur etwa 60% der notwendigen Investitionen z. Z. realisierbar sein) haben die Abschreibungen einen hohen Kalkulationswert: Zusammen mit den Wartungs-, Reparatur- und Ersatzteilkosten bilden die Abschreibungen die Kalkulationsbasis für Miet- bzw. Leasing-Verträge. In Fällen, in denen in den einzelnen Einrichtungen Geräte geleast sind, sind die Abschreibungen insoweit nicht beachtlich, als nach den für das Krankenhaus geltenden Regelungen die Leasing-Gebühren anteilig aus pauschalen Fördermitteln zu finanzieren sind. Für das Beispiel aus Tabelle 1 ergibt dies (bei 60% Fördermittel und 40% Pflegesatz) pauschale Fördermittel von 60% von 28,80 DM sind gleich 17,28 DM (s. a. Kap. 7.05.05). Es ist zu erwarten, dass solche Verträge insbesondere in Verbindung mit steigendem Anteil der digitalen Radiologie zunehmen werden. Miet- und Leasingverträge 7 z 03 | 05 Digitale Technik versus konventionelle Technik in der Röntgendiagnostik Digitaler Arbeitsplatz Wird ein einzelner Arbeitsplatz (überwiegend ein ThoraxPlatz) durch DLR oder durch die Selen-Radiographie „digitalisiert“ und steht kein PACS zur Verfügung (Filmeinsparung durch Bildverkleinerung am Laser Imager), so resultiert pro Untersuchung kostenseitig für Tisch, Rasterwandgerät und Generator (1/3 Urologie, 1/3 Thorax, 1/3 Skelett) z bei konventioneller Technik 43,00 DM (2,40 DM Abschreibung), z bei digitaler Technik (DLR) 39,40 DM (3,27 DM Abschreibung). Als Grund für die Einsparungen bei digitaler Technik lassen sich Film- und Entwicklungskosten und ein 10 bis 13 7 z 03 05 Digitale Technik versus konventionelle Technik in der Röntgendiagnostik Inhalt Digitale Technik mit geringeren variablen Kosten Vorteile der digitalen Diagnostik Digitale Technik: Höhere Investionskosten, aber geringere laufende Kosten Suchen Treffer Hilfe 15% geringerer MTRA-Aufwand bei der DLR und 35 bis 40% bei der Selen-Radiographie oder bei einem autarken Arbeitsplatz mit DLR anführen (bei der DLR ist ansonsten noch ein Kassettentransport notwendig). Diesen Einsparungen stehen höhere Abschreibungen, sowie Qualitätssicherungs- und Wartungskosten gegenüber. Für die höheren Abschreibungen sind eine geringere normative Nutzungsdauer und ein höherer Anschaffungspreis verantwortlich (s. a. Kap. 10.04.02). Vergleich digitaler zu konventioneller bildgebender Diagnostik für ein 1000-Planbetten-Krankenhaus Die digitale bildgebende Diagnostik soll komplett digitale Modalitäten, PACS und RIS umfassen. Folgende allgemeine und nicht näher quantifizierte Vorteile bietet die digitale gegenüber der konventionellen Diagnostik: z Verbesserte Befundung (Bildbearbeitung, Verfügbarkeit der Aufnahmen, Teleradiologie, Konsultationen). z Erleichterte Kommunikation (Bilder gleichzeitig an mehreren Orten, kein Suchen von Bildern). z Verkürzte Arbeitsvorbereitung, verbesserte Terminplanung. z Bessere Leistungserfassung (um ca. 10–15%). z Schnellere Rechnungserstellung. z Raschere Anpassungsprozesse für interne Budgetierung. z Verbesserte Kooperation mit anderen Kliniken und Praxen zur Erhöhung der Auslastung der Technik. Wenn man die Kosten, wie sie oben systematisiert wurden, für ein 1000-Betten-Krankenhaus durchrechnet (was an dieser Stelle nicht im Detail ausgeführt werden soll) kommt man zu folgendem Resümee: Basierend auf einer 14 Digitale Technik versus konventionelle Technik in der Röntgendiagnostik Inhalt Suchen 7 z 03 05 Hilfe Treffer September 2000 bei der digitalen Diagnostik resultierenden Vergrößerung des Technikparks von 13 Mio. DM (Kosten konventioneller Technik) auf 17 Mio. DM und einer z. T. um 1 bis 3 Jahre kürzeren normativen Nutzungsdauer erhöhen sich die Abschreibungskosten pro Jahr von 1,5 Mio. DM auf fast 2,5 Mio. DM. Deutlich nehmen auch die Wartungsund Reparaturkosten (einschließlich Software-Updates) sowie die Qualitätssicherung-Kosten zu (s. Abb. 2). Günstig werden beeinflusst: z Raumkosten (insbesondere Archiv), z die variablen Kosten und z die Personalkosten. Informationen aus dem Krankenhaus Krefeld besagen, dass die Personalkosten beim Übergang auf digitale Techniken um 20% für den Arzt, um 30% für MTRA und um Senkung der Personalkosten Abb. 2: Änderung der Kostenanteile beim Übergang von einer konventionellen zur digitalen Röntgendiagnostik in einem 1000 Planbetten-Krankenhaus 15 7 z 03 05 Digitale Technik versus konventionelle Technik in der Röntgendiagnostik Inhalt Suchen Treffer Hilfe 50% für die Schreibkräfte (Ersatz durch Spracherkennungssysteme) sinken. Insbesondere beim Arzt liegt die Vermutung nahe, dass diese Senkungen nicht allein auf die „Digitalisierung“, sondern auch auf einen veränderten Null- bzw. Ausgangspunkt zurückzuführen sind. In der Praxis sind die Personaleinsparungen gegenwärtig aber mit einem Fragezeichen zu versehen, denn die GOÄ Nr. 5298 hat ihre Berechtigung. Generell sollten die hier aufgeführten Zahlen nicht auf die Goldwaage gelegt werden; die Verfasser gehen von einer ausreichenden Genauigkeit von ± 10% aus. Aber auch bei so einem Wert können die Unterschiede selbst beim Vergleich zweier analoger Röntgenanlagen deutlich sein. Dies zeigt das Rechenbeispiel für zwei konventionelle Röntgenanlagen, die bei der Teilkostenberechnung folgende gravierende Unterschiede aufweisen (Kosten pro Untersuchung): z Anlage 1: 55,85 DM (Abschreibung 12,93 DM); z Anlage 2: 109,52 DM (Abschreibung 38,40 DM). Die einfache Darstellung sollte letztlich dazu dienen, das Verständnis zwischen bildgebender Diagnostik und Krankenhausmanagement zu fördern; hier wird die Frage „konventionelle oder digitale Röntgendiagnostik“ zukünftig von großer Bedeutung sein. 16 Digitale Technik versus konventionelle Technik in der Röntgendiagnostik Inhalt Suchen Hilfe Treffer Literatur September 2000 7 z 03 05 Brandt GA (1991) Einfluss technischer Parameter auf die Diagnosequalität Akt Radiol 1: 16 Brandt GA (1994) Bedeutung der opt. Dichte für die Röntgenbildbetrachtungen Akt Radiol 4: 75 Bücheler E et al. (1988) Zeitberechnung für röntgendiagnostische Untersuchungen zur Personalbedarfsplanung Ärzte und MTRA. Zentr. Information 1/88 der Deutschen Röntgengesellschaft Bundesärztekammer (1995) Leitlinien zur Qualitätssicherung in der Röntgendiagnostik. Dt Ärzteblatt 92: 1515–1527 CEC (1989) Kommission der Europäischen Gemeinschaften CEC: Optimization of image quality and patient exposure in diagnostic radiology. BIR Report 20, London Gerhardt P (1996) Diagnostische Radiologie im Spektrum der Kostenentwicklung in der Medizin. Der Radiologe 36: 270– 278 Hickel HG (1988) Zur Validität der digitalen Radiographie für die Thoraxdiagnostik – Untersuchungen mit einem an eine CT-Einheit gebundenen Zeilendetektorverfahren. Habilitation Humboldt-Universität, Berlin Normenausschuss Radiologie (NAR) DIN 6868 Richtlinie (1984) Kommission der Europäischen Gemeinschaften (CEC) Richtlinie des Rates vom 3.9.1984 zur Festlegung der grundlegenden Maßnahmen für den Strahlenschutz bei ärztlichen Untersuchungen und Behandlungen. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften L 265 vom 5.10.1984 Verordnung (1987) Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen (RöV) vom 8.1.1987. BGBl I vom 14.1.1987, 114–133 Weiter 17
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