Grundlegende Aspekte Inhalt Suchen 2 z 40 01 Hilfe Treffer Krankenhausmarketing 2 z 40 Manfred Haubrock inhaltsuÈberblick Kundenorientierung wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor moderner Dienstleistungsunternehmen. Immer wieder bezogen auf die Situation der KrankenhaÈuser stellt der Beitrag Marketingziele, -strategien und -instrumente dar. Besonders die Úffentlichkeitsarbeit wird als wichtiges Element des Kommunikationspolitik ausfuÈhrlich betrachtet. Inwieweit rechtliche Grenzen fuÈr MarketingaktivitaÈten speziell von KrankenhaÈusern bestehen, zeigt der letzte Abschnitt. Grundlegende Aspekte 2 z 40 | 01 Die Begriffe Marketing und Marketing-Management werden in der Literatur keineswegs einheitlich definiert. So bestimmt z. B. Meffert Marketing als ¹die bewuût marktorientierte FuÈhrung des gesamten Unternehmensª (1986 S. 29). Diese Definition des Marketings ist fuÈr den Dienstleistungssektor nur begrenzt geeignet, da ihnen eine Unternehmensvorstellung zugrunde liegt, die nicht ohne weiteres auf oÈffentliche Unternehmungen uÈbertragbar ist. Geeigneter zur Entwicklung eines Marketing-Konzeptes oÈffentlicher Betriebe sind dagegen jene MarketingDefinitionen, die am Austausch von GuÈtern festmachen. So definieren Kotler und Bliemel Marketing als einen ¹Prozeû im Wirtschaft- und SozialgefuÈge, durch den Einzelpersonen und Gruppen ihre BeduÈrfnisse und WuÈnsche befriedigen, indem sie Produkte und andere Dinge von Wert erzeugen, anbieten und miteinander austauschenª (Kotler u. Bliemel 1995 S. 15). Das Marketing wird von ihnen als ein Planungs- und DurchfuÈhrungsprozeû zur Konzipierung, Preisfindung, FoÈrderung und Verbreitung von 1 Unterschiedliche Definitionen Marketing-Begriff fuÈr oÈffentliche Unternehmen 2 z 40 01 Grundlegende Aspekte Inhalt Bedeutungswandel des Marketing-Begriffs Strategisches Marketing Suchen Treffer Hilfe Ideen, Waren und Dienstleistungen angesehen. Marketing meint somit die Gesamtheit der FuÈhrungsaktivitaÈten, die auf die Gestaltung dieser Prozesse abzielen. Eine austauschorientierte Definition des Begriffes Marketing laÈût sich gut auf den Bereich oÈffentlicher Unternehmen anwenden. Im folgenden wird versucht, einen kurzen Ûberblick uÈber den Bedeutungswandel des Marketing-Begriffs zu geben. Dies erfolgt mit der Zielsetzung, die Chancen und Probleme zu verdeutlichen, die sich aus einer Ûbertragung des im kommerziellen Bereich entwickelten Marketing-Konzepts auf den Krankenhausbereich ergeben. In der urspruÈnglichen Version bezeichnet Marketing die Output-Seite einer Unternehmung, die dem deutschen Begriff der Absatzwirtschaft entsprach. SpaÈter fand eine Ausweitung des Marketing von einer Absatzkonzeption zu einer umfassenden, alle betrieblichen Funktionsbereiche einbeziehende FuÈhrungskonzeption statt. Eine weitere Ausweitungstendenz ergab sich, in dem sich ein Konzept des gesellschaftsorientierten Marketings bzw. Sozio-Marketings entwickelte. Die wohl groÈûte Erweiterung erfuhr der Marketingbegriff durch die Ûbertragung auf weitere, speziell nichtkommerzielle Institutionen. Danach ist Marketing nicht nur als eine Managementfunktion zu verstehen, sondern als Aufgabe, jede Art von Austauschbeziehungen zwischen einzelnen Menschen und/oder Gruppen zu analysieren. Mit der Wandlung vom marktgerechten Marketing zum Marketing als marktorientierte UnternehmensfuÈhrung vollzog sich eine neue Ausrichtung des Begriffes, die in der Literatur auch als strategisches Marketing umschrieben wird. Dabei hat sich die Auffassung durchgesetzt, die Merkmale des Marketing als FuÈhrungskonzeption in diese drei Aufgabenkomplexe zusammenzufassen: 2 Handlungsmotive fuÈr ein Krankenhausmarketing Inhalt z z z Suchen 2 z 40 02 Hilfe Treffer Marktbezogene Aufgaben; Unternehmensbezogene Aufgaben; Gesellschaftsbezogene Aufgaben. Handlungsmotive fuÈr ein Krankenhausmarketing 2 z 40 | 02 Extern induzierte Handlungsmotive Die Notwendigkeit der Etablierung des Marketings im Krankenhaus laÈût sich vor allem aus den veraÈnderten externen Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens ableiten. Zudem muÈssen die KrankenhaÈuser auch ihre internen Strukturen uÈberdenken, um den steigenden externen Anforderungen (z. B. Effizienz der Leistungserstellung, Kundenorientierung) gerecht werden zu koÈnnen. Gerade in der VeraÈnderung der strukturellen, finanziellen, gesellschaftlichen und demographischen Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens sind die wesentlichen externen GruÈnde zu sehen, die ein Marketing fuÈr KrankenhaÈuser notwendig werden lassen. Die strukturellen Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen sind nachhaltig durch das Gesetz zur Sicherung und Strukturverbesserung der gesetzlichen Krankenversicherung (Gesundheitsstrukturgesetz GSG) von 1993 gepraÈgt worden (s. a. Kapitel 15.01). Vor dem Hintergrund steigender Defizite in der gesetzlichen Krankenversicherung trat am 1. 1. 1993 das GSG in Kraft, dessen Reformschwerpunkte u. a. die Struktur des Krankenhaussystems bis heute maûgeblich beeinflussen. Eine wesentliche Zielsetzung des GSG liegt in einer staÈrkeren Verzahnung des ambulanten und stationaÈren Bereichs der Krankenbehandlung, die durch die EinfuÈhrung der vor- und nachstationaÈren Behandlung und der Zulassung der KrankenhaÈuser zum ambulanten Operieren realisiert wurde. 3 Das GSG aÈndert die Rahmenbedingungen 2 z 40 02 Handlungsmotive fuÈr ein Krankenhausmarketing Inhalt Konkurrenz auf dem ambulanten Markt Leistungsbezogenes Preissystem Suchen Treffer Hilfe Die Ausweitung des Versorgungsangebots der KrankenhaÈuser auf den ambulanten Bereich hat umfangreiche Konsequenzen zur Folge. Durch das Angebot der neuen Versorgungsformen haben sich zum einen die stationaÈren Leistungen zugunsten praÈ- und poststationaÈrer Leistungen sowie den ambulanten Operationen verschoben. Somit stehen die Kliniken und die niedergelassenen Ørzte auf dem ambulanten Markt nun in einem direkten Wettbewerb zueinander. Hieraus resultiert, daû die niedergelassenen Ørzte eine Abwanderung der Patienten hin zu den KrankenhaÈusern befuÈrchten, weil diese mit dem Sicherheitspotential des gesamten Hauses, dem Zugriff auf Spezialisten und der PersonalpraÈsenz rund um die Uhr Wettbewerbsvorteile gegenuÈber dem niedergelassenen Bereich aufweisen. Die KrankenhaÈuser muÈssen daher aufgrund des zunehmenden Konkurrenzkampfes mit einem restriktiveren Einweisungsverhalten der niedergelassenen Ørzte rechnen. Neben der Ausweitung des Leistungsangebots der KrankenhaÈuser ist die Abschaffung des Selbstkostendekkungsprinzips ein weiterer Reformschwerpunkt des Gesundheitsstrukturgesetzes gewesen. Mit der EinfuÈhrung des leistungsbezogenen Preissystems wurde teilweise Abschied genommen von der Kostenerstattung. Die Leistungsbetrachtung steht nun im Vordergrund. Eine Konsequenz der fallbezogenen VerguÈtungsformen ist die notwendige VerkuÈrzung der Verweildauer. Der ambulante Bereich befuÈrchtet hierbei, daû die KrankenhaÈuser durch vorzeitige Entlassungen wirtschaftliche Vorteile nutzen, die u. U. zu zusaÈtzlichen Belastungen fuÈr Einweiser und ambulante Pflegeeinrichtungen fuÈhren koÈnnen. Hierin liegt weiteres Konfliktpotential zwischen dem stationaÈren und ambulanten Bereich, das zu geringeren Einweisungszahlen fuÈhren kann. 4 Handlungsmotive fuÈr ein Krankenhausmarketing Inhalt Suchen 2 z 40 02 Hilfe Treffer Die durch das GSG induzierten VeraÈnderungen machen ein Krankenhausmarketing notwendig. Die KrankenhaÈuser werden regional abgestimmte Versorgungskonzepte mit dem ambulanten Bereich entwickeln muÈssen, denn nur durch enge Kommunikation und Kooperation mit niedergelassenen Ørzten und anderen ambulanten Einrichtungen kann die Belegung des Krankenhauses aktiv beeinfluût werden. Die gezielte Ausgestaltung der kommunikationspolitischen AktivitaÈten des Krankenhauses zum ambulanten Bereich ist zukuÈnftig von elementarer Bedeutung, wenn das Krankenhaus Einweiser binden will. Die finanziellen Rahmenbedingungen der KrankenhaÈuser, die zuletzt insbesondere durch das Gesetz zur Entlastung der BeitraÈge in der Gesetzlichen Krankenversicherung (Beitragsentlastungsgesetz BeitrEntlG) und durch das 2. GKV-Neuordnungsgesetz (2. NOG) beeinfluût wurden, machen die Etablierung eines Krankenhausmarketings ebenfalls notwendig. So werden z. B. aufgrund des Beitragsentlastungsgesetzes die Budgets der KrankenhaÈuser bzw. die RechnungsbetraÈge fuÈr Fallpauschalen und Sonderentgelte in den Jahren von 1997 bis 1999 jaÈhrlich pauschal um 1% abgesenkt. Diese pauschale KuÈrzung der finanziellen Mittel rechtfertigt der Gesetzgeber im Krankenhausfinanzierungsgesetz mit einem Einsparungspotential der KrankenhaÈuser, die durch den Abbau vermuteter Fehlbelegungen realisiert werden koÈnnen. Mit der BudgetkuÈrzung geht ein Betten- und Personalabbau einher. Der derzeitige Fehlbelegungsvorstoû der Gesetzlichen Krankenversicherungen, die sich auf die Ergebnisse des Modellvorhabens nach § 275 a SGB V stuÈtzt, laÈût vermuten, daû der Bettenabbau und die BudgetkuÈrzung aufgrund vermuteter Fehlbelegungen auch nach 5 Um Einweisungen werben Kostendruck durch BudgetkuÈrzungen 2 z 40 02 Handlungsmotive fuÈr ein Krankenhausmarketing Inhalt Mehr- und MindererloÈseausgleich benachteiligt KrankenhaÈuser Suchen Treffer Hilfe 1999 im Krankenhausbereich voranschreiten wird. Im Rahmen des Krankenhausmarketings muÈssen Kommunikations- und Kooperationsstrategien zwischen KrankenhaÈusern, niedergelassenen Ørzten und ambulanten Pflegeeinrichtungen entwickelt werden, um Fehlbelegungen zukuÈnftig zu vermeiden. Auch das 2. NOG, das am 1. 7. 1997 in Kraft trat, hat den finanziellen Spielraum der Kliniken weiter eingeschraÈnkt. Nach Tuschen werden die ¹in den letzten vier Jahren ohne Leistungsbezug ,gedeckelten` Krankenhausbudgets ... wieder fuÈr zusaÈtzliche Leistungen geoÈffnet, die aufgrund von VeraÈnderungen der medizinischen Leistungsstruktur oder der Fallzahlen, zusaÈtzlicher KapazitaÈten fuÈr medizinische Leistungen aufgrund der Krankenhausplanung ... oder der Finanzierung von Rationalisierungsinvestitionen nach § 18 b KHG erbracht werden.ª (Tuschen 1997 S. 181). Auch wenn unter diesen Voraussetzungen Budgetsteigerungen prinzipiell wieder moÈglich sind, so schraÈnkt Art. 7 2. NOG mit seinen Ønderungen zur BPflV den finanziellen Spielraum der KrankenhaÈuser dennoch stark ein. So werden durch das 2. NOG die Mehr- und MindererloÈsausgleiche nach § 11 BPflV und § 12 BPflV zuungunsten der KrankenhaÈuser veraÈndert. MehrerloÈse bei Fallpauschalen und Sonderentgelten nach § 11 BPflV muÈssen nun zu 75% von den KrankenhaÈusern erstattet werden (vorher 50%). MindererloÈse im Budgetbereich nach § 12 Abs. 4 BPflV werden nur noch zu 50% von den Krankenkassen erstattet (vorher 75%), und MehrerloÈse im Budgetbereich muÈssen zu 85% bzw. 90% (vorher zu 75%) von den KrankenhaÈusern zuruÈckgezahlt werden (s. a. Kapitel 2.01). Diese Ausgleichsregelungen machen auch zukuÈnftig eine ¹Punktlandungª im Budget- und Fallpauschalen- und Sonderentgelte-Bereich erforderlich. 6 Handlungsmotive fuÈr ein Krankenhausmarketing Inhalt Suchen 2 z 40 02 Hilfe Treffer Die starken finanziellen EinschraÈnkungen erfordern mehr denn je eine wirtschaftliche Leistungserstellung im Krankenhaus. Neben der Ønderung interner Strukturen wird jedes Krankenhaus uÈber moÈgliche Kooperationen mit anderen KrankenhaÈusern und mit dem ambulanten Bereich nachdenken muÈssen. Durch eine kooperative Zusammenarbeit (z. B. gemeinsamer Medikamenteneinkauf) koÈnnen vorhandene Ressourcen im Krankenhaus voll ausgelastet, effizientere Strukturen geschaffen und Kosten eingespart werden. Kommunikations- und Kooperationsstrategien muÈssen diesbezuÈglich im Rahmen des Krankenhausmarketings entwickelt werden. Des weiteren stehen die finanziellen Bedingungen im Gegensatz zum Anspruchsdenken der Patienten, die trotz der Sparmaûnahmen immer mehr QualitaÈt im medizinischen Bereich fordern. Das Krankenhaus braucht zusaÈtzliche Kooperations-, Service- und InteraktionsqualitaÈten, die mittels eines Marketings im Krankenhaus implementiert werden koÈnnen, um die relevanten Zielgruppen (insbesondere Patienten) trotz finanzieller Restriktionen langfristig an das Haus zu binden. Weitere externe GruÈnde, die fuÈr die Etablierung eines Marketings im Krankenhaus sprechen, sind im gesellschaftlichen Wertewandel, in der VeraÈnderung der demographischen Entwicklung und im sich veraÈndernden Krankheitsartenspektrum zu sehen. Durch die sich wandelnden Werte in der BevoÈlkerung hat das persoÈnliche Wohlbefinden einen immer hoÈheren Stellenwert erlangt, wobei insbesondere ein veraÈndertes Gesundheitsbewuûtsein sowie hoÈhere AnspruÈche an die ServicequalitaÈt wesentliche Faktoren dieses Wertewandels darstellen. Auch die Zunahme der chronischen Erkrankungen und Allergien sowie die Veralterung der BevoÈlkerung werden die Patientenstrukturen maûgeblich veraÈn7 Entwicklung von Kommunikations- und Kooperationsstrategien QualitaÈtsbewuûtsein der Patienten Wertewandel in der Gesellschaft 2 z 40 02 Handlungsmotive fuÈr ein Krankenhausmarketing Inhalt Marktbeobachtung Problemfelder des Managementprozesses Suchen Treffer Hilfe dern. Dies macht es notwendig, daû sich die KrankenhaÈuser mit ihrem Dienstleistungsangebot den demographischen und gesellschaftlichen VeraÈnderungen anpassen muÈssen. Mit dem Instrument der Marktbeobachtung koÈnnen im Rahmen der Marketingforschung die sich stetig wandelnden BeduÈrfnisstrukturen kontinuierlich erfaût werden. Das Krankenhaus kann sich somit den VeraÈnderungen anpassen. Marketing wird hier zu einem wesentlichen Instrument der langfristigen Existenzsicherung des Krankenhauses. Intern induzierte Handlungsmotive Die VerschaÈrfung des Wettbewerbs, die finanziellen EinschraÈnkungen und der zunehmende Servicecharakter der Krankenhausbehandlung stellen die Kliniken vor schwierige Herausforderungen. Diese koÈnnen die KrankenhaÈuser nur bewaÈltigen, wenn sie ihre internen Strukturen modifizieren. Analysiert man den Managementprozeû im Krankenhaus, so lassen sich u. a. drei Problemfelder ableiten: z Das Personalmanagement hat bislang eher quantitative Aspekte beruÈcksichtigt. Die Personalentwicklung ist kaum ausgestaltet. So fehlt es an Fortbildungsmaûnahmen, die die Qualifikation des Personals an die sich wandelnden Anforderungen (Service- und InteraktionsqualitaÈt) anpaût. Zudem beeintraÈchtigen fehlende oder unzureichende Anreizsysteme die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter. Dies wirkt sich negativ auf die Patientenversorgung aus. z Die Arbeitsabla È ufe sind haÈufig betriebsstellen- und mitarbeiterbezogen organisiert und orientieren sich nicht an die BeduÈrfnisse der Patienten. So werden z. B. 8 Handlungsmotive fuÈr ein Krankenhausmarketing Inhalt z Suchen 2 z 40 02 Hilfe Treffer viele TaÈtigkeiten auf den Vormittag konzentriert, die auch auf den ganzen Tag verteilt werden koÈnnten. Die Organisationsstrukturen der KrankenhaÈuser sind durch eine doppelte VersaÈulung gekennzeichnet. Aufgrund der klinischen Autonomie der ChefaÈrzte stellen sich KrankenhaÈuser haÈufig als eine Addition selbstaÈndiger Fachabteilungen dar. Aber auch das berufsgruppenspezifische Sozialprestige wirkt sich negativ auf die Zusammenarbeit zwischen den Berufsgruppen aus und bringt Nachteile fuÈr die Patienten mit sich. Diese Problemfelder stellen wesentliche Aspekte dar, die die Implementierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus notwendig machen. Mittels geeigneter Marketinginstrumentarien koÈnnen KrankenhaÈuser auf Grundlage einer realistischen EinschaÈtzung der BeduÈrfnisse und Erwartungen von Mitarbeitern, Patienten und anderen Kundengruppen sowie einer objektiven Beurteilung der Organisationsstrukturen ein StaÈrken- und SchwaÈchenprofil entwickeln. Durch die im Rahmen der Marketingforschung durchzufuÈhrenden Befragungen koÈnnen z. B. die BeduÈrfnisse und Erwartungen des Personals, der Patienten sowie der Einweiser erfaût werden. So kann beispielsweise aufgrund einer Mitarbeiterbefragung ein Anreizsystem geschaffen werden, das die Mitarbeiter als interne Kunden des Krankenhauses betrachtet und durch eine kundengerechte Ausgestaltung der Eintritts-, Bleibe- und Leistungsanreize die Leistungsbereitschaft des Personals erhoÈht. Motivierte und leistungsbereite Mitarbeiter sind eine wesentliche Voraussetzung, um die Zufriedenheit der Patienten sicherzustellen. Eine kundenorientierte Gestaltung des Betriebsprozesses ist nur moÈglich, wenn das Krankenhaus die BeduÈrf9 Abhilfe durch Marketinginstrumente Patientenbefragung 2 z 40 03 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Inhalt Interne AblaÈufe Suchen Treffer Hilfe nisse der Patienten kennt. Hierbei koÈnnen mittels einer Patientenbefragung die StaÈrken und SchwaÈchen des Krankenhauses aus Sicht der Patienten analysiert werden. Aufgrund der Zunahme des Wettbewerbs und der schwierigen Finanzlage sind die KrankenhaÈuser zudem gezwungen, ihre internen AblaÈufe zu analysieren und wirtschaftlich zu gestalten, wobei hierbei zu beachten ist, daû zum einen die AblaÈufe patientenorientiert gestaltet und zum anderen die vorhandenen KapazitaÈten optimal ausgelastet werden. z! Das Krankenhausmarketing kann helfen, KrankenhaÈu- ser in kundenorientierte Dienstleistungsunternehmen umzugestalten, damit sie marktaktiv und marktattraktiv werden. Auf diese Weise koÈnnen sie im konkurrierenden Wettbewerb bestehen. 2 z 40 | 03 Bedeutung der Zielgruppen Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Marktanalyse als Element der Marketingforschung Im Rahmen des Marketings kann das Krankenhaus eine Ausrichtung auf die zielgruppen-spezifischen Erwartungen nur dann realisieren, wenn es die BeduÈrfnisse der Zielgruppen kennt. Im Rahmen einer Marktsegmentierung muÈssen zunaÈchst die bedeutendsten Zielgruppen des Krankenhauses definiert werden, da das Krankenhaus innerhalb eines komplexen oÈkonomischen, politisch-gesetzlichen, sozio-kulturellen, technologischen und oÈkologischen Umfelds integriert ist. Mit dem Instrumentarium der Marketingforschung kann das Krankenhaus dann fuÈr die wichtigsten Zielgruppen eine spezifische Marktanalyse durchfuÈhren, um einerseits die individuellen BeduÈrfnisse der Zielgruppen zu ermitteln und um andererseits 10 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Inhalt Suchen 2 z 40 03 Hilfe Treffer die eigene Position im Wettbewerb mit anderen KrankenhaÈusern einschaÈtzen zu koÈnnen. Jede Marktanalyse ist eng mit ¹Informationenª verknuÈpft. Informationen stellen die wesentlichsten Grundlagen unternehmerischer Entscheidungen dar. In der Regel koÈnnen um so tragfaÈhigere Entscheidungen getroffen werden, je besser die verfuÈgbare Informationsgrundlage ist. Als Marketinginformationen gelten dabei alle Informationen, die fuÈr die Planung der Ziele und Instrumente im Marketing relevant sind. Hierbei handelt es sich nicht nur um unternehmensinterne Daten, sondern vor allem auch um Daten uÈber das Umweltsystem der Unternehmung. FuÈr den Vorgang der Informationsgewinnung finden sich in der deutschsprachigen Literatur vor allem die Begriffe Marktforschung, Absatzforschung und MarketingForschung. Marktforschung (Market-Research) als zielbewuûte Untersuchung eines konkreten Marktes umfaût hierbei die Erfassung von Informationen sowohl uÈber die Absatz- als auch uÈber die BeschaffungsmaÈrkte einer Organisation, und zwar hinsichtlich deren GroÈûe, Struktur, Konturen usw. Marktforschung umfaût somit die Absatzund die Beschaffungsmarktforschung. Absatz- bzw. Marketingforschung (Marketing-Research) bezieht sich im Gegensatz zur Marktforschung ausschlieûlich auf die AbsatzmaÈrkte und beinhaltet die systematische Gewinnung und Analyse von Informationen, die zur Erkennung und LoÈsung von Marketingproblemen dienen. Sie liefert die Grundlage fuÈr die Erarbeitung, Implementierung und Kontrolle von Marketing-Konzeptionen. Die Absatzforschung umschlieût dabei die Beschaffung und Auswertung von Informationen sowohl aus internen Quellen (z. B. Rechnungswesen) als auch aus externen Quellen 11 Marketinginformationen Abgrenzung der ForschungsansaÈtze 2 z 40 03 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Inhalt Suchen Treffer Hilfe Abb. 1: Markt und Marketing-Forschung PrimaÈr- und SekundaÈrforschung Die Befragung ist ideales Erhebungsinstrument (z. B. amtliche Statistiken) zur Vorbereitung, Durchsetzung und Kontrolle von Marketing-Entscheidungen mit ein. In der Abb. 1 wird noch einmal der Unterschied zwischen der Markt- und der Marketingforschung verdeutlich. WaÈhrend die Marktforschung als Oberbegriff die zielbewuûte Analyse aller krankenhausrelevanten Beschaffungs- und AbsatzmaÈrkte umfaût, ist die Marketingforschung auf die Gewinnung und Analyse jener Kundeninformationen ausgerichtet, die im Rahmen des Krankenhausmarketings von Bedeutung sein koÈnnen. BezuÈglich der Art der Informationsgewinnung kann die Marketingforschung in eine PrimaÈr- und in eine SekundaÈrforschung untergliedert werden. Im Rahmen der SekundaÈrforschung wird bereits vorhandenes Informationsmaterial problemspezifisch ausgewertet. Dieses sog. ¹desk researchª ist kaum zeitintensiv und nur mit geringen Kosten verbunden. Die PrimaÈrforschung hingegen erhebt zielgerichtet und problemspezifisch neue Daten. Dieses sog. ¹field researchª ist i. d. R. sehr zeitaufwendig und verursacht hohe Kosten. Hinsichtlich des zeitlichen Bezugsrahmens kann die PrimaÈrforschung in Form einer Marktanalyse, Marktbeobachtung und Marktprognose durchgefuÈhrt werden. In der Regel bietet sich fuÈr KrankenhaÈuser eine Markt12 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Inhalt Suchen 2 z 40 03 Hilfe Treffer analyse an, die in Form einer Beobachtung, eines Experiments oder einer Befragung durchgefuÈhrt werden kann. Im Rahmen der PrimaÈrforschung ist es fast immer vorteilhaft, durch Befragungen der krankenhausrelevanten internen und externen Zielgruppen eine Marktanalyse durchzufuÈhren, um die fuÈr die Ableitung kundenspezifischer Marketingstrategien notwendigen Informationen zu beschaffen. Die Befragung stellt sich fuÈr KrankenhaÈuser somit als das bedeutendste Erhebungsinstrument im Rahmen des Krankenhausmarketings dar. Durch Befragungen koÈnnen StaÈrken- und SchwaÈchenprofile des Krankenhauses aus Sicht der Zielgruppen entwickelt werden, so daû das Krankenhaus die BeduÈrfnisse und Erwartungen der Umwelt einschaÈtzen und dadurch nachfrageorientierte Chancen nutzen sowie moÈgliche Risiken rechtzeitig erkennen kann. Aus den Ergebnissen einer regelmaÈûig zu betreibenden Marktanalyse lassen sich unter BeruÈcksichtigung der Krankenhauskultur und Krankenhausphilosophie globale Marketingziele ableiten, die den Rahmen fuÈr ein zielgruppenspezifisches Krankenhausmarketing bilden. Marketingleitbild und Marketingziele als Elemente des Krankenhauszielsystems Ausgehend von den Prinzipien der Daseinsvorsorge und HumanitaÈt ist das Hauptziel der KrankenhaÈuser auf die Deckung des Bedarfs der BevoÈlkerung an medizinisch zweckmaÈûigen Krankenhausleistungen ausgerichtet. Das Hauptziel muû durch die Ableitung bereichsbezogener Zwischen- und Unterziele operationalisiert werden, um konkrete Handlungsempfehlungen fuÈr alle Managementebenen im Krankenhaus entwickeln zu koÈnnen. Die Operationalisierung erfolgt durch die Festlegung des Zielin13 Ableitung von Marketingzielen Das 1. Glied: Marketingziele 2 z 40 03 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Inhalt Krankenhausphilosophie und Krankenhauskultur Marketing als ¹roter Fadenª Suchen Treffer Hilfe halts, des Zielausmaûes und des zeitlichen Bezugs der jeweiligen Zwischen- und Unterziele. Auf diese Weise entsteht ein Krankenhauszielsystem, auf dessen detaillierte Beschreibung jedoch aufgrund der KomplexitaÈt der Krankenhausziele an dieser Stelle verzichtet werden muû. Dem Zielsystem vorgelagert sind die Krankenhausphilosophie und die Krankenhauskultur. Die Krankenhausphilosophie beinhaltet die vom KrankenhaustraÈger festgelegten ethischen und moralischen Wertvorstellungen, die als Verhaltensgrundsatz das zielorientierte Handeln der FuÈhrungskraÈfte und Mitarbeiter determinieren soll. Die Krankenhauskultur umfaût die von den Mitarbeitern internalisierten Werte- und Normvorstellungen. Die Krankenhausphilosophie stellt somit ein gesamtkrankenhausbezogenes Leitbild dar, aus dem bereichsbezogene Leitbilder und generelle FuÈhrungsgrundsaÈtze abzuleiten sind, mit deren Hilfe wiederum die Krankenhauskultur beeinfluût werden kann. Betrachtet man das Marketing als KrankenhausfuÈhrungskonzept, ¹das sich von oben nach unten wie ein roter Faden durch das Krankenhaus zieht mit entsprechenden Verhaltensweisen aller Mitarbeiter des Hauses gegenuÈber den Kunden, aber auch untereinander im Umgang mit Kollegenª (Kamp 1995 S. 733), so ist das Marketing als wesentliches Element der Krankenhausphilosophie zu interpretieren. Es kann somit als wesentliche EinfluûgroÈûe auf die Krankenhauskultur einwirken. Das Marketingleitbild umfaût die grundsaÈtzlichen und richtungsweisenden Hauptziele sowie die TaÈtigkeitsschwerpunkte des Marketings. Die im Rahmen der Marketingforschung durchgefuÈhrte Marktanalyse ist Basis fuÈr die Ableitung dieser globalen Marketingziele. Aus diesen Hauptzielen wiederum kann ein Zielsystem aus Zwischen14 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Inhalt Suchen 2 z 40 03 Hilfe Treffer und Unterzielen abgeleitet werden, welches ebenfalls einer Operationalisierung bedarf. In Anlehnung an Becker koÈnnen Marketingziele nach oÈkonomischen, psychologischen und instrumentellen Merkmalen untergliedert werden. Demnach sind die oÈkonomischen Marketingziele auf rein monetaÈr erfaûbare MarktgroÈûen ausgerichtet, waÈhrend sich die psychologischen Marketingziele auf emotionale Faktoren wie beispielsweise das Image und die Zufriedenheit beziehen. Die Instrumentalziele bilden als Unterziele die letzte Stufe der Zielhierarchie. Mit ihrer Hilfe sollen die oÈkonomischen und psychologischen Marketingziele konkretisiert werden. Instrumentalziele lassen sich in Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationsziele untergliedern und geben den Handlungsrahmen fuÈr das operative Marketing vor. In Abb. 2 sind sowohl die Beziehungen zwischen der Krankenhauskultur, Krankenhausphilosophie und des Marketingzielsystems als auch die oÈkonomischen, psychologischen und instrumentellen Marketingziele oÈffentlicher und freigemeinnuÈtziger KrankenhaÈuser anschaulich dargestellt. Zielsystembezogene Ableitung von Marketingstrategien Die auf Grundlage der Marktanalyse ermittelten Marketingziele des Krankenhauses koÈnnen durch langfristig ausgerichtete Marketingstrategien realisiert werden. Strategien sind ¹Vorgaben, Richtlinien oder Leitmaximen, durch welche ein konkreter AktivitaÈtsrahmen sowie eine bestimmte Stoûrichtung des unternehmerischen Handelns determiniert wird. Auf diese Weise sind sie ein zentrales Bindeglied zwischen den Zielen einerseits und den ... operativen Maûnahmen ... andererseits.ª (Becker 1993 S. 115). Die aus den Marketingzielen abgeleiteten und vom 15 Úkonomische, psychologische und instrumentelle Zieluntergliederung Das 2. Glied: Marketingstrategien Inhalt Suchen Treffer Hilfe 2 z 40 03 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus 16 Abb. 2: Marketingzielsystem Öffentlicher und freigemeinnütziger Krankenhäuser Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Inhalt Suchen 2 z 40 03 Hilfe Treffer strategischen Krankenhausmanagement festgelegten Marketingstrategien geben somit den Handlungsrahmen fuÈr den operativen Einsatz der Marketinginstrumente vor. Marketingstrategien bilden das Bindeglied zwischen den Marketingzielen und den laufenden Maûnahmen im Bereich des Marketingmix. Aufgrund der Vielzahl moÈglicher Strategieformen sollen nur zwei fuÈr das Krankenhaus bedeutende Marketingstrategiegruppen behandelt werden. Marketingstrategien nach Becker In Hinblick auf die ÛbertragungsmoÈglichkeiten auf das Krankenhaus werden zunaÈchst die Strategiealternativen von Becker (1993) erlaÈutert. Becker bezeichnet die einzelnen StrategiemoÈglichkeiten als z Marktfeldstrategien; z Marktstimulierungsstrategien; z Marktparzellierungsstrategien; z Marktarealstrategien. Mit dem Einsatz von Marktfeldstrategien soll bestimmt werden, mit welchen Produkten eine Unternehmung auf welchen MaÈrkten taÈtig sein will. Am deutlichsten sind die verschiedenen Produkt-Markt-Kombinationen anhand eines sog. Produkt-Markt-Expansionsrasters darzustellen. Danach werden folgende Strategien unterschieden: z Marktdurchdringungsstrategie; z Marktentwicklungsstrategie; z Produktentwicklungsstrategie; z Diversifikationsstrategie. Diese Kombinationen stellen den Kern der strategischen Marketing- und Unternehmenspolitik dar. Die Markt17 Marktfeldstrategien 2 z 40 03 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Inhalt Marktstimulierungsstrategien Suchen Treffer Hilfe durchdringungsstrategie hat das Ziel, auf gegenwaÈrtig bestehenden MaÈrkten eigene Produkte bzw. Dienstleistungen zu etablieren, um so vor allem bereits vorhandene Marktpotentiale effektiver ausschoÈpfen zu koÈnnen. Mit UnterstuÈtzung der Marktentwicklungsstrategie sollen fuÈr die gegenwaÈrtigen Produkte neue MaÈrkte erschlossen bzw. entwickelt werden. Anders als die Marktentwicklungsstrategie basiert die Strategie der Produktentwicklung oder -innovation auf der Ûberlegung, fuÈr bestehende MaÈrkte neue Produkte bzw. Dienstleistungen zu entwikkeln. VerschaÈrfte Wettbewerbsbedingungen, stagnierende MaÈrkte oder auch die Sicherung der Liefer- bzw. Absatzbasis sind ausschlaggebende GruÈnde fuÈr ein Unternehmen zu diversifizieren. Die Diversifizierungsstrategie kann somit als Ausrichtung des unternehmerischen Handelns auf neue Produkte und neue MaÈrkte verstanden werden. Marktstimulierungsstrategien bestimmen, in welcher Art und Weise eine Unternehmung ihre AbsatzmaÈrkte beeinflussen will. Die Marktstimulierung wird heute durch die Vorherrschaft von KaÈufermaÈrkten, in denen die Nachfrage kleiner ist als das Angebot, bestimmt. Hierdurch ist ein Zwang zur verstaÈrkt abnehmerorientierten Ausrichtung des Unternehmensprogramms entstanden. Marketingstrategisch kann heute unter dem Aspekt der Marktstimulierung im wesentlichen die PraÈferenzstrategie genannt werden. Die PraÈferenzstrategie verfolgt das Ziel, alle absatzpolitischen Maûnahmen daraufhin auszurichten, den wahrgenommenen Nutzen des Produktes beim Konsumenten zu erhoÈhen. Vor allem unter dem Einsatz aller nicht-preisorientierten Instrumente soll die Vorzugsstellung eines Produktes in bezug auf QualitaÈt, Image usw. auf dem Absatzmarkt erreicht werden. 18 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Inhalt Suchen 2 z 40 03 Hilfe Treffer AbsatzmaÈrkte sind dadurch gekennzeichnet, daû sich die BeduÈrfnisse der Abnehmer voneinander unterscheiden. Folglich muû eine Entscheidung daruÈber getroffen werden, auf welche Art und Weise ein Markt hinsichtlich potentieller Konsumenten differenziert bzw. abgedeckt werden kann. Mit der LoÈsung dieser Fragestellung befaût sich die Strategie der Marktparzellierung. Die Bedeutung von Marktarealentscheidungen liegt in der Entscheidung uÈber die zu erschlieûenden MaÈrkte. Hierbei werden die beiden folgenden Strategien unterschieden: z Nationale Gebietsstrategien; z Ûbernationale Gebietsstrategien. Marktparzellierungsstrategien Marktarealstrategien Nationale Gebietsstrategien sind durch eine lokale, regionale, uÈberregionale oder nationale Markterschlieûung gekennzeichnet. Im Rahmen der sog. Globalisierung ist es mittlerweile unerlaÈûlich, uÈber die nationalen Grenzen hinaus taÈtig zu sein. Marketingstrategien nach Meffert und Bruhn Meffert und Bruhn (1995) hingegen unterscheiden zwischen z Marktfeldstrategie; z Marktbearbeitungsstrategie; z Wettbewerbsstrategie; z Instrumentalstrategie. Im Rahmen der Marktfeldstrategien sind die Marktsegmentierungsstrategien von groûer Bedeutung. Mittels der Marktsegmentierung koÈnnen komplexe MaÈrkte mit heterogenen Nachfrage- bzw. Zielgruppenstrukturen z. B. nach demographischen und geographischen Faktoren in homo19 Marktfeldstrategien 2 z 40 03 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Inhalt Suchen Treffer Hilfe gene Teilsegmente strukturiert werden, um letztlich fuÈr diese Teilsegmente (bzw. Zielgruppen des Krankenhauses) zielgerichtete Marketingstrategien ableiten zu koÈnnen. Erst eine kundenorientierte Strukturierung des Marktes laÈût erkennen, welche Zielgruppen fuÈr das Krankenhaus von Bedeutung sind. Von groûer Bedeutung im Rahmen der Marktfelddeterminierung sind fuÈr das Krankenhaus auch die angebotsorientierten Diversifikationsstrategien. Hierbei kann zwischen drei Diversifikationsformen unterschieden werden. WaÈhrend es bei der horizontalen Diversifikation zu einer Ausweitung des bestehenden Leistungsprogramms im Krankenhaus kommt, wird im Rahmen der vertikalen Diversifikation das Krankenhaus auf vor- bzw. nachgelagerten MaÈrkten taÈtig; bei der diagonalen Diversifikation wendet sich das Krankenhaus voÈllig neuen MaÈrkten zu. Als Beispiele fuÈr die horizontale Diversifikation koÈnnen Erweiterungen des Leistungsprogramms um neue Fachgebiete, Teilgebiete und medizinische Einzelleistungen sowie Erweiterungen des bereits bestehenden Serviceangebots aufgefuÈhrt werden. Bei der Ausdehnung des Krankenhauses auf ambulante sowie praÈ- und poststationaÈre Behandlungsformen oder dem Eintritt in den Rehabilitationsmarkt handelt es sich um eine vertikale Diversifikationsstrategie. Von einer diagonalen Diversifikation spricht man, wenn das Krankenhaus z. B. durch die Umwidmung von Krankenhausbetten in Pflegebetten in einen voÈllig neuen Markt ± naÈmlich den Pflegemarkt ± einsteigt. Im Gegensatz zur Diversifikation ist gerade in Ballungsgebieten die Spezialisierungsstrategie von groûer Bedeutung. Durch die Konzentration auf Kernbereiche will sich das Krankenhaus in diesem Fall von der Konkurrenz abheben. 20 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus Inhalt Suchen 2 z 40 03 Hilfe Treffer Nachdem das Marktfeld, in dem sich das Krankenhaus betaÈtigen will, festgelegt ist, sind im naÈchsten Schritt die Marktbearbeitungsstrategien zu definieren. WaÈhrend bei einer undifferenzierten Marktbearbeitung das Krankenhaus ohne RuÈcksicht auf die BeduÈrfnisse der einzelnen Marktsegmente standardisierte Krankenhausleistungen anbietet, werden im Rahmen eines zielgruppenspezifischen Einsatzes der Marketinginstrumente die Besonderheiten unterschiedlicher Kundengruppen beruÈcksichtigt. Aufgrund der Zunahme des Wettbewerbs im Krankenhauswesen sind auch Wettbewerbsstrategien fuÈr KrankenhaÈuser von elementarer Bedeutung. Es kann hier nach der Wettbewerbsvorteilsstrategie und der wettbewerbsgerichteten Verhaltensstrategie differenziert werden. Im ersten Fall will sich das Krankenhaus Wettbewerbsvorteile gegenuÈber Mitkonkurrenten verschaffen. Ein wesentliches Element stellt hierbei eine direkt auf den Patienten als wichtigste Zielgruppe ausgerichtete Patientenorientierung dar. Die Patientenorientierung darf sich jedoch nicht nur auf den medizinisch-pflegerischen Bereich beschraÈnken. Insbesondere durch eine patientengerichtete Ausgestaltung des Serviceprogramms kann sich das Krankenhaus Wettbewerbsvorteile erarbeiten. Gleiches gilt auch fuÈr eine Ausgestaltung der KommunikationsmoÈglichkeiten. Die wettbewerbsgerichtete Verhaltensstrategie legt fest, wie sich das Krankenhaus gegenuÈber Konkurrenten verhalten soll. Als Alternativen stehen hier der Konflikt oder die Kooperation zur Auswahl. Die bisher aufgefuÈhrten Globalstrategien erfahren durch die Ableitung von Instrumentalstrategien eine weitere Konkretisierung. Instrumentalstrategien sind den Globalstrategien nachgeordnet und lassen sich entspre21 Marktbearbeitungsstrategien Wettbewerbsstrategien Instrumentalstrategien Inhalt Suchen Treffer Hilfe 2 z 40 03 Etablierung einer Marketingstrategie im Krankenhaus 22 Abb3:Systematik der bedeutensten Marketingstrategien im Krankenhaus chend der Marketinginstrumente nach Produkt-, Preis-, Distributionsund Kommunikationsstrategien klassifizieren. Sie orientieren sich einerseits an den Vorgaben der Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt Suchen 2 z 40 04 Hilfe Treffer Globalstrategien und geben andererseits den konkreten Rahmen fuÈr die Ausgestaltung der einzelnen Instrumente vor. In der Abb. 3 sind die wesentlichsten Marketingstrategien fuÈr KrankenhaÈuser nochmals anschaulich dargestellt. Nachdem die Marketingstrategien aufgrund der zuvor zu definierenden Marketingziele durch das strategische Krankenhausmanagement festgelegt worden sind, kommt es in einem letzten Schritt auf operativer Ebene durch die Gestaltung der Marketinginstrumente zur eigentlichen Umsetzung der Ziel- und Strategievorgaben. Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings 2 z 40 | 04 Marketingmix als Ausgangslage Die Marketinginstrumente bilden das dritte Glied in der Marketingkette. Nachdem die Marketingziele konkretisiert und auf ihnen aufbauend die Marketingstrategien formuliert sind, folgt unter Anwendung der Marketinginstrumente die eigentliche Umsetzung der Ziele und Strategien. Als Marketinginstrumente werden generell diejenigen Handlungsalternativen bezeichnet, mit denen am Markt agiert und auch reagiert werden kann, um die gesetzten Marketingziele eines Krankenhauses zu erreichen. In der Literatur gibt es verschiedene SystematisierungsansaÈtze zur Kennzeichnung der Instrumente. Im folgenden soll die Vierer-Systematik mit den Marktgestaltungsprogrammen z Produktpolitik, z Kontrahierungspolitik, z Distributionspolitik und z Kommunikationspolitik 23 Das 3. Glied: Marketinginstrumente Marketing-Mix 2 z 40 04 Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt Suchen Treffer Hilfe Abb. 4: Marketingmix dargestellt werden. Hierbei ist in der Regel ein kombinierter Einsatz aller Marketinginstrumente erforderlich. Dieser Einsatz wird als Marketing-Mix bezeichnet (Abb. 4). Unter einem Marketingmix ist folglich die von einem Krankenhaus zu einem bestimmten Zeitpunkt eingesetzte Kombination seiner Marketinginstrumente zu verstehen. WaÈhrend die Marketingziele eines Krankenhauses durch die Marketingstrategien zu erreichen sind, hat das Marketingmix die Aufgabe, durch eine Umsetzung der Marketingstrategien in operative Maûnahmen die Zielerreichung sicherzustellen. Innovation, Variation, Elimination des Angebots Produktpolitik Von zentraler Bedeutung fuÈr die Ausgestaltung der Marketingpolitik ist die Frage, welche Produkte bzw. Dienstleistungen die Unternehmung ihren Kunden anbieten will. Die Produktpolitik umfaût folglich alle AktivitaÈten, die auf die Gestaltung einzelner Erzeugnisse oder des gesamten Absatzprogramms gerichtet sind. Zentrale Aufgabenfelder bestehen in der Entwicklung neuer Erzeugnisse (Produktinnovation) sowie in der staÈndigen Verbesserung bzw. Modifizierung bereits eingefuÈhrter Produkte (Pro24 Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt Suchen 2 z 40 04 Hilfe Treffer duktvariation). Ein weiteres Aufgabenfeld im Rahmen der Produktpolitik ist die Produktelimination, in der z. B. sog. ¹Flopsª oder auch das gesamte Angebotsprogramm ausgesondert werden koÈnnen. Die Produktpolitik stellt neben der Kommunikationspolitik sicherlich den Kernbereich des Marketings im Krankenhaus dar. Abgeleitet aus dem zweistufigen Leistungserstellungsprozeû nach Eichhorn sind Leistungen im Bereich der Diagnostik, Therapie, Pflege und Hotelversorgung die ¹Zwischenprodukteª eines Krankenhauses (SekundaÈrleistungen), waÈhrend das ¹Endproduktª die StatusveraÈnderung des Patienten darstellt (PrimaÈrleistung). In diesem Zusammenhang wird die Produktpolitik auf den Bereich der SekundaÈrleistungen begrenzt. Durch den immer staÈrker werdenden Wettbewerb ist es fuÈr die KrankenhaÈuser wichtig, sich durch eine optimale Gestaltung der Produktpolitik ein entsprechendes Ansehen in der Úffentlichkeit zu verschaffen. Die Leistungsstruktur eines Krankenhauses setzt sich aus den Behandlungsspektren der einzelnen medizinischen Fachgebiete und den Leistungsspektren der uÈbrigen Bereiche des Krankenhauses zusammen (z. B. Pflegebereich, administrativer und seelsorgerischer Bereich). Zur Produktpolitik eines Krankenhauses zaÈhlen neben dem medizinisch-pflegerischen Leistungsprogramm auch Service- und Wahlleistungen, die nicht weniger wichtig sind, wenn es darum geht, Wettbewerbsvorteile gegenuÈber anderen KrankenhaÈusern zu sichern. Zu den Wahlleistungen zaÈhlen neben der wahlaÈrztlichen Leistung auch sonstige Wahlleistungen wie beispielsweise Ein- oder Zweibettzimmer, Telefon, Fernseher oder FaxgeraÈt im Patientenzimmer. Das Angebotsspektrum in diesem Bereich hat auch einen psychologischen Hintergrund, da es u. a. 25 Kernbereich Produktpolitik eines Krankenhauses Wahlleistungen 2 z 40 04 Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt Hohe QualitaÈt anstreben Preisentscheidungen mit Risiko Preisgestaltung im Wahlbereich sehr wichtig Suchen Treffer Hilfe auf die Steigerung des Wohlbefindens des Patienten sowie auf Ablenkung von der Krankheit und Angstminderung ausgerichtet ist. Hierdurch kann laÈngerfristig das Image des Krankenhauses positiv beeinfluût werden. Das Angebot an Serviceleistungen reicht von der QualitaÈt der KuÈche uÈber Patienten- und Besuchercafeterien bis hin zu FachvortraÈgen. Schwerpunkt der Produktpolitik muû es daher sein, eine hohe QualitaÈt der Dienstleistungen im Bereich der Medizin und Pflege sowie im Wahlleistungs- und Servicebereich zur Befriedigung der KundenwuÈnsche zu realisieren. Kontrahierungspolitik In der klassischen Betriebswirtschaftslehre werden unter dem Begriff der Kontrahierungspolitik alle marketingpolitischen Instrumente zusammengefaût, die der Preispolitik, der Rabattpolitik, den Liefer- und Zahlungsbedingungen und der Kreditpolitik zugerechnet werden. Hierzu zaÈhlen z. B. die Bestimmung des optimalen Angebotspreises fuÈr neue Produkte, die Variation des Preises fuÈr bestehende Produkte, aber auch AktivitaÈten wie die Gestaltung von Rabatten und Zahlungsbedingungen. Aufgrund dieser oben genannten Merkmale sind Preisentscheidungen fuÈr die betrieblichen EntscheidungstraÈger mit einem erheblichen Risiko verbunden. Der Preisbildungsprozeû sollte daher immer konkurrenz-, nachfrage- und kostenorientiert erfolgen. FuÈr KrankenhaÈuser sind die Rabattpolitik, die Lieferund Zahlungsbedingungen und die Kreditpolitik als Bestandteil der Kontrahierungspolitik kaum bzw. gar nicht von Bedeutung und sollen hier nicht naÈher behandelt werden. Das Instrument der Preispolitik ist im Kranken26 Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt Suchen 2 z 40 04 Hilfe Treffer haus fuÈr den Bereich der allgemeinen Krankenhausleistungen ebenfalls von untergeordneter Bedeutung, da es durch rechtliche Rahmenbedingungen (z. B. Bundespflegesatzverordnung) erheblich eingeschraÈnkt wird. Im Wahlleistungsbereich kann die Preisgestaltung jedoch eine wichtige Rolle spielen, da uÈber den Preis potentielle Kunden angesprochen werden koÈnnen. FuÈr die Berechnung der wahlaÈrztlichen Leistung gibt es konkrete Vorschriften. Danach duÈrfen diagnostische und therapeutische Leistungen nur dann als Wahlleistungen gesondert berechnet werden, wenn sie von einem Arzt erbracht werden. Bei der Abrechnung ist die GebuÈhrenordnung fuÈr Ørzte anzuwenden. Die Preise fuÈr sonstige Wahlleistungen kann das Krankenhaus dagegen frei kalkulieren, solange sie in einem angemessenen VerhaÈltnis zu den Leistungen stehen und mindestens die Selbstkosten decken. In der Kundengruppe der privat krankenversicherten Personen besteht in der Regel die Bereitschaft, die Wahlund Serviceleistungen der KrankenhaÈuser gesondert zu bezahlen. z! Somit koÈnnen fuÈr privat krankenversicherte Patienten die Wahlleistungsangebote und deren Preise durchaus ein entscheidendes Kriterium fuÈr die Auswahl eines Krankenhauses sein. Distributionspolitik Die Distributionspolitik beschaÈftigt sich mit allen Entscheidungen, die im Zusammenhang mit dem Weg eines Produktes oder einer Dienstleistung zum Endverbraucher stehen. Vorrangige Zielsetzung der Distributionspolitik ist die Gestaltung der Absatzorgane und Absatzwege (sog. 27 Direkte und indirekte Absatzwege 2 z 40 04 Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt Der Standort des Krankenhauses ist unveraÈnderlich Multiplikatoren nutzen Suchen Treffer Hilfe DistributionskanaÈle). Als Absatzorgane bezeichnet man alle Personen und/oder Institutionen, die im Zusammenhang mit dem ¹physischen Wegª eines Produktes/einer Leistung vom Hersteller bis zum Endverbraucher Distributionsaufgaben wahrnehmen. Der Absatzweg eines Produktes ergibt sich insgesamt aus der Gesamtheit aller an der Distributionsaufgabe beteiligten Institutionen bzw. Organe. GrundsaÈtzlich wird zwischen direktem und indirektem Absatzweg unterschieden. Ein direkter Absatz liegt vor, wenn das Unternehmen seine Produkte mit Hilfe eigener Distributionsorgane an die Endverbraucher verkauft. Sobald die Produkte uÈber Absatzhelfer (Handelsvertreter, KommissionaÈre und Spediteure) vertrieben werden, spricht man vom indirekten Absatz. Ausgangspunkt fuÈr die GestaltungsmoÈglichkeiten der Distributionspolitik des Krankenhausmanagements ist der Standort eines Krankenhauses. So spielt z. B. bei der Planung von Krankenhausneubauten neben der infrastrukturellen Lage wie beispielsweise die Anbindung an oÈffentliche Verkehrsmittel, ParkmoÈglichkeiten oder eine ruhige Lage vor allem die ZielgruppennaÈhe eine groûe Rolle. Bei den meisten KrankenhaÈusern muû der Standort aber als gegeben angesehen werden. Das Instrument der Distributionsgestaltung hat daher fuÈr KrankenhaÈuser eine eher untergeordnete Bedeutung. Durch den Standort ist der Absatzmarkt von KrankenhaÈusern auf einen bestimmten Radius beschraÈnkt und die Distribution somit an BevoÈlkerungszahl, Altersstruktur und Einzugsgebiet gebunden. Ein wichtiges distributionspolitisches Instrumentarium ist hingegen die multiplikative Funktion interner und externer Distributionsorgane, durch die potentielle Patienten und Kunden mit der Leistung des Krankenhauses in Kontakt gebracht werden. Zu den internen Distributi28 Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt Suchen 2 z 40 04 Hilfe Treffer onsorganen zaÈhlen insbesondere die Mitarbeiter eines Krankenhauses, die mit dem Patienten in Kontakt kommen. Externe Distributionsorgane sind z. B. einweisende Ørzte, ambulante Pflegeeinrichtungen oder Rettungsdienste. Diese Gruppen besitzen eine erhebliche Multiplikatorfunktion, da sie das Image des Krankenhauses nachhaltig praÈgen. Demzufolge sollten die Inhalte der Distributionspolitik auf diese Gruppen zugeschnitten sein. Kommunikationspolitik Die Marktkommunikation beinhaltet die Ûbermittlung von Informationen zum Zweck der Steuerung von Meinungen, Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen analog zu den unternehmens- und marktspezifischen Zielsetzungen. Ihre Aufgabe ist die positive Darstellung der Unternehmensleistung, mit dem Ziel, direkt oder indirekt das Kaufverhalten von Zielgruppen zu beeinflussen. Eine direkte Einfluûnahme erfolgt, wenn ein Konsument unmittelbar durch den Einsatz marktkommunikativer Mittel zum Kauf bewegt wird. Bei einer indirekten Beeinflussung des Konsumenten wird beispielsweise versucht, dem potentiellen KaÈufer durch Anzeigekampagnen Kenntnis uÈber das Produkt zu verschaffen, die als Grundlage fuÈr einen eventuellen spaÈteren Kauf angesehen wird. Zur Realisierung der Kommunikationsziele stehen dem Unternehmen eine Vielzahl von Instrumenten zur VerfuÈgung. Klassische Instrumente der Kommunikationspolitik sind die z Werbung, z Verkaufsfo È rderung (sales promotion) und z Úffentlichkeitsarbeit (public relation) unter Einbeziehung einer z Corporate Identity. 29 Beeinflussung des Kaufverhaltens Klassische Instrumente der Kommunikationspolitik 2 z 40 04 Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt Suchen Treffer Hilfe Neuere Instrumente der Kommunikationspolitik Neuere Instrumente der Marktkommunikation sind z Sponsoring und z Product Placement. Werbung als Basisinstrument Die Werbung wird haÈufig auch als das Basisinstrument der Kommunikationspolitik verstanden und zielt auf eine zieladaÈquate Verhaltenssteuerung der Abnehmer ab. Bei der Werbung ist in erster Linie an die Schaltung von Anzeigen in Zeitungen und Zeitschriften, an die Ausstrahlung von Runkfunk- und Fernsehspots oder an den Einsatz von Plakaten und Handzetteln zu denken. Die Hauptaufgabe der Werbung besteht darin, fuÈr die Produkte und Leistungen des Unternehmens einen moÈglichst hohen Bekanntheitsgrad sowie ein weitgehend unverwechselbares Image aufzubauen. Die Aufgabe der VerkaufsfoÈrderung ist insbesondere die Bereitstellung unmittelbarer, d. h. am Verkaufsort wirkender Verkaufshilfen. Dabei handelt es sich i. d. R. um Aktionen, die sich vor allem an die eingeschalteten Absatzhelfer richten. Die Úffentlichkeitsarbeit ist das zentrale Kommunikationsinstrument einer marktorientierten UnternehmensfuÈhrung. Gegenstand dieser Art von Kommunikation sind allgemeine Nachrichten uÈber die Unternehmung. Úffentlichkeitsarbeit muû verstanden werden als das permante Bestreben, ein positives Image der Unternehmung aufzubauen. Im einzelnen laÈût sich die Úffentlichkeitsarbeit eines Unternehmens in fuÈnf Teilaufgaben aufteilen: z Informationsfunktion: Ûbermittlung von Informationen uÈber das Unternehmen an relevante Zielgruppen mit dem Ziel, eine verstaÈndnisvolle Einstellung im Hinblick auf das Unternehmen und seine Situation zu erzielen. VerkaufsfoÈrderung Úffentlichkeitsarbeit mit fuÈnf Teilaufgaben 30 Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt z z z z Suchen 2 z 40 04 Hilfe Treffer Imagefunktion: Aufbau und Ønderung einer bestimmten Vorstellung von dem Unternehmen in der Úffentlichkeit. FuÈhrungsfunktion: Beeinflussung der Úffentlichkeit im Hinblick auf die Positionierung eines Unternehmens am Markt. Kommunikationsfunktion: Zustandebringen von Kontakten zwischen dem Unternehmen und relevanten Zielgruppen. Existenzerhaltungsfunktion: GlaubwuÈrdige Darstellung der Notwendigkeit des Unternehmens fuÈr die Úffentlichkeit. Die Úffentlichkeitsarbeit einer Unternehmung kann sich sowohl nach innen als auch nach auûen richten. Die unternehmensinterne Úffentlichkeitsarbeit zielt u. a. auf die Zufriedenheit und Arbeitsmotivation der Mitarbeiter ab, um letztendlich die Arbeitsleistung zu verbessern bzw. eine hohe Personalfluktuationen zu verhindern. Die interne Úffentlichkeitsarbeit gewinnt zunehmende Beachtung, da die Betriebe doch mehr und mehr dazu uÈbergehen, auch ihre Mitarbeiter als Kunden zu betrachten und sich vermehrt um deren Zufriedenheit zu bemuÈhen. Mittel und Methoden der externen Úffentlichkeitsarbeit werden von der jeweiligen Zielsetzung bestimmt. Neben den bereits genannten Kommunikationsformen spielen die folgenden Kommunikationsarten eine wesentliche Rolle: z Pressearbeit; z Perso È nlicher Dialog; z Public-Relations-Veranstaltungen. Eine Weiterentwicklung des Gedankens, ein positives Image in der Úffentlichkeit zu schaffen, ist die Corporate31 Interne und externe Úffentlichkeitsarbeit 2 z 40 04 Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt Corporate Identity soll positives Image schaffen Sponsoring, Product Placement Suchen Treffer Hilfe Identity-Politik. Corporate Identity (CI) hat die Aufgabe, die verschiedenen KommunikationsmoÈglichkeiten so zu koordinieren und zu integrieren, daû eine bestimmte unternehmerische IdentitaÈt der externen und der internen Úffentlichkeit vermittelt wird. Die CI-Politik soll es der fuÈr das Unternehmen relevanten Umwelt ermoÈglichen, die Eigenart der Unternehmung zu erkennen bzw. den Mitarbeitern die MoÈglichkeit verschaffen, sich mit ihm zu identifizieren. Die CI-Politik bedient sich folgender Gestaltungselemente: z Corporate Design, z Corporate Behavior und z Corporate Communication. Corporate Design befaût sich mit der vereinheitlichenden Gestaltung der Identifikationselemente. Dazu gehoÈren z. B. Firmenname, Firmenzeichen, Schrifttypen und Produktdesign. Corporate Behavior hingegen kennzeichnet typische Verhaltensweisen der Mitarbeiter nach innen und auûen. Diese Verhaltensweisen muÈssen besonders durch die Verhaltensweisen der Mitglieder der UnternehmensfuÈhrung ¹vorgelebtª werden. Corporate Communications versucht mit Hilfe der Kommunikationsinstrumente die Identifikationselemente sichtbar und/oder hoÈrbar zu machen. Dies zeigt sich beispielsweise bei der Verwendung eines entsprechenden Firmen-Slogans. Als weitere Instrumente der Kommunikationspolitik haben sich das sog. Sponsoring und das Product Placement herausgebildet. Bei Sponsoring handelt es sich um die UnterstuÈtzung sozialer, sportlicher oder kultureller Projekte durch Werbetreibende uÈber Sach- oder Geldleistungen unter GewaÈhrung konkret definierter Gegenleistungen. Unter Product Placement wird die gezielte Pla32 Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt Suchen 2 z 40 04 Hilfe Treffer zierung von Markenartikeln bzw. Markendienstleistungen z. B. in den Ablauf kuÈnstlerischer Veranstaltungen verstanden. Bei der Kommunikationspolitik handelt es sich sicherlich um einen Kernbereich des Krankenhausmarketings. Sie beschaÈftigt sich mit der bewuûten Gestaltung der auf den Absatzmarkt gerichteten Informationen eines Krankenhauses zum Zwecke einer Verhaltenssteuerung aktueller und potentieller Kunden. Hierzu bedient sich die Kommunikationspolitik von KrankenhaÈusern der oben aufgezeigten Instrumenten. Am Beispiel der Úffentlichkeitsarbeit, die sich um oÈffentliches Vertrauen bemuÈht, sollen MoÈglichkeiten fuÈr KrankenhaÈuser verdeutlicht werden. Wie oben bereits erwaÈhnt, wird zwischen der internen und externen Úffentlichkeitsarbeit unterschieden. Interne Úffentlichkeitsarbeit Die interne Úffentlichkeitsarbeit befaût sich mit Personengruppen, die nur direkt im Krankenhaus angesprochen werden koÈnnen. Bei der internen Úffentlichkeit nehmen die Mitarbeiter eine SchluÈsselfunktion ein, da sie ihr VerstaÈndnis und Image fuÈr das Krankenhaus unmittelbar nach auûen tragen. Daher ist es wichtig, daû sich die Mitarbeiter mit dem Krankenhaus identifizieren. Voraussetzung hierfuÈr ist z. B. eine regelmaÈûige Information der Mitarbeiter uÈber das Umfeld des Krankenhauses sowie uÈber Ziele und Absichten der Krankenhausleitung im Rahmen interner MarketingaktivitaÈten (z. B. durch eine Mitarbeiterzeitung). Bei der internen Úffentlichkeitsarbeit spielen auch die Besucher eine nicht zu unterschaÈtzende Rolle. Es ist daher wichtig, daû sie einen moÈglichst positiven Eindruck 33 Kommunikationspolitik von zentraler Bedeutung fuÈr das Krankenhausmarketing Beispiel Úffentlichkeitsarbeit Mitarbeiter Besucher 2 z 40 04 Marketinginstrumente als operative Ebene des Krankenhausmarketings Inhalt Patienten Niedergelassene Ørzte Patienten Suchen Treffer Hilfe von der Klinik bekommen. Mit Orientierungshilfen in den einzelnen Abteilungen des Krankenhauses und einer ausreichenden Information der nahen Verwandten durch die behandelnden Ørzte uÈber den Gesundheitszustand der Patienten kann dies beispielsweise realisiert werden. Die interne Úffentlichkeitsarbeit sollte jedoch hauptsaÈchlich auf den Patienten ausgerichtet sein. Ziel muû es hierbei sein, dem Patienten zu helfen, die Diskrepanz zwischen seiner haÈuslichen Umwelt und der Krankenhauswelt zu uÈberbruÈcken. Eine erste Hilfe ist hierbei die PatientenbroschuÈre. Sie traÈgt dazu bei, den Patienten sachgerecht uÈber die Klinik zu informieren. Die nach innen gerichtete Úffentlichkeitsarbeit sollte also im wesentlichen auf den Patienten abzielen, da zufriedene Patienten die wichtigsten Multiplikatoren eines Krankenhauses darstellen. Externe Úffentlichkeitsarbeit Bei der externen Úffentlichkeitsarbeit muû der Zusammenarbeit zwischen dem Krankenhaus und den niedergelassenen Ørzten eine besondere Bedeutung beigemessen werden. Diese Gruppe besitzt eine erhebliche Multiplikatorwirkung und praÈgt damit das Image des Krankenhauses nachhaltig. Ziel muû es sein, den persoÈnlichen Kontakt und den fachlichen Austausch zwischen den niedergelassenen Ørzten und den Ørzten im Krankenhaus zu foÈrdern und dadurch dazu beitragen, im Sinne des Patienten eine enge Verbindung zwischen den niedergelassenen Ørzten und dem Krankenhaus herzustellen. Im Krankenhausbereich ist die VerkaufsfoÈrderung als persoÈnliche Beratung des Patienten zu verstehen. Diese persoÈnliche Beratung des Patienten durch die Krankenhausmitarbeiter ist ebenfalls ein wichtiges Instrument der 34 Rechtsvorschriften des Wettbewerbs- und Werberechts Inhalt Suchen 2 z 40 05 Hilfe Treffer Kommunikationspolitik. Dem Patienten fehlt aber i. d. R. die fachliche Kompetenz, um den medizinischen und pflegerischen Heilerfolg beurteilen zu koÈnnen. Aus diesem Grunde spielen aus der Sicht des Patienten die aÈuûeren Merkmale des Krankenhausbetriebes, zu denen auch die Kommunikationsbereitschaft der Ørzte und PflegekraÈfte zaÈhlt, eine bedeutende Rolle. Durch AufklaÈrungsgespraÈche kann ein erhoÈhtes QualitaÈtsempfinden beim Patienten hervorgerufen und damit der Patient als Multiplikator im positiven Sinne gewonnen werden. Eng verbunden mit der Úffentlichkeitsarbeit ist das Sponsoring. Von den vier Sponsoringarten Sport-, Kultur-, Umwelt- und Sozialsponsoring greift im Krankenhausbereich das Sozialsponsoring. Im Falle des Sozialsponsoring werden Personen, Institutionen oder Veranstaltungen gefoÈrdert, deren Zielsetzung auf soziale Belange ausgerichtet ist. GaÈngige Sponsoringobjekte fuÈr ein Krankenhaus sind z. B. Fahrzeuge, die zum Patienten- oder Warentransport eingesetzt werden und mit den Namen der Sponsorfirmen versehen sind. Aber auch medizinischtechnische GeraÈte koÈnnen auf diese Weise finanziert werden. Vor diesem Hintergrund sollte ein Krankenhaus die Zusammenarbeit mit entsprechenden Unternehmungen suchen. Rechtsvorschriften des Wettbewerbs- und Werberechts Sozialsponsoring 2 z 40 | 05 Die Produkt-, Kontrahierungs- und Distributionspolitik haben im Krankenhaus eine nicht so groûe Bedeutung wie die Kommunikationspolitik. Daher werden die Rechtsvorschriften des letzten Marketinginstrumentes dargestellt. FuÈr oÈffentliche, freigemeinnuÈtzige und private KrankenhaÈuser gilt zunaÈchst der Grundsatz, daû Úffentlich35 Grenzen durch HWG, UWG, MBO 2 z 40 05 Rechtsvorschriften des Wettbewerbs- und Werberechts Inhalt Suchen Treffer Hilfe Abb. 5: Ûberblick uÈber die Rechtsvorschriften des Wettbewerbs- und Werberechts fuÈr KrankenhaÈuser HWG: Schutz der AutoritaÈt der Heilberufe keitsarbeit und Werbung im Rahmen der Kommunikationspolitik rechtlich zulaÈssig sind. Grenzen bilden hier jedoch das Heilmittelwerbegesetz (HWG), das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) und die Musterberufsordnung der deutschen Ørzte (MBO), zusammengestellt in Abb. 5. Das HWG verfolgt u. a. den Zweck, nicht fachkundige Verbraucher vor einer unsachgemaÈûen oder nicht zu durchschauenden Beeinflussung zu schuÈtzen. Mit § 3 HWG wird das Krankenhaus zu einer wahren und serioÈsen Werbung verpflichtet, so daû es alles NoÈtige unternehmen muû, damit irrefuÈhrende Angaben in seinen VeroÈffentlichungen uÈber Verfahren oder Behandlungen vermieden werden. Nach der Regelung des § 11 Nr. 4 HWG ist eine Werbung mit der bildlichen Darstellung von Per36 Rechtsvorschriften des Wettbewerbs- und Werberechts Inhalt Suchen 2 z 40 05 Hilfe Treffer sonen in ihrer Berufskleidung oder bei der AusuÈbung ihrer TaÈtigkeit dann untersagt, wenn es sich dabei um AngehoÈrige der Heilberufe, des Heilgewerbes oder des Arzneimittelhandels handelt. Mit dieser Regelung soll verhindert werden, daû die bei der BevoÈlkerung immer noch im hohen Ansehen stehende AutoritaÈt der Heilberufe im Rahmen von Werbemaûnahmen ausgenutzt wird, um damit direkt oder indirekt die Vorstellung einer besonderen Wirksamkeit bestimmter PraÈparate oder Behandlungen entstehen zu lassen. Weiterhin darf das Krankenhaus in VeroÈffentlichungen auûerhalb der Fachkreise nicht fuÈr Verfahren oder Behandlungen werben, die sich auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung einer der in der Anlage zu § 12 HWG aufgefuÈhrten Krankheiten beziehen. Der Gesetzgeber beabsichtigt mit dieser Regelung, daû den Gefahren, die sowohl im Zusammenhang mit Behandlungen durch nicht fachkundiges Personal als auch im Rahmen einer Selbstheilung kranker Personen auftreten koÈnnen, entgegengewirkt werden soll. Neben dem HWG gelten fuÈr die Úffentlichkeitsarbeit von KrankenhaÈusern die Wettbewerbsvorschriften des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Das UWG ergaÈnzt die Bestimmungen des HWG dahingehend, daû derjenige, der mit sittenwidrigen Handlungen wirbt, auf Unterlassung und Schadensersatz in Anspruch genommen werden kann (§ 1 UWG). DaruÈber hinaus untersagt § 3 UWG jegliche Werbung, die dazu geeignet ist, die Úffentlichkeit uÈber das Leistungsangebot eines Krankenhauses irrezufuÈhren. Der Úffentlichkeitsarbeit und Werbung fuÈr das Krankenhaus werden schlieûlich auch durch die Musterberufsordnung der deutschen Ørzte Grenzen gesetzt. Nach § 25 37 UWG: keine sittenwidrigen Handlungen MBO: Ørztliches Standesrecht beachten 2 z 40 05 Rechtsvorschriften des Wettbewerbs- und Werberechts Inhalt Information uÈber Leistungsangebot Gesetze lassen genuÈgend Spielraum Suchen Treffer Hilfe Abs. 1 MBO ist dem Arzt jegliche Werbung fuÈr sich oder andere Ørzte untersagt. Dies gilt also auch fuÈr den Arzt im Krankenhaus. Ebenso darf der Arzt nach § 25 MBO VeroÈffentlichungen mit werbendem Charakter weder veranlassen noch dulden, da er auch dann wegen unzulaÈssiger Werbung zur Verantwortung gezogen wird, wenn er diese durch andere duldet und nicht in zumutbarer Weise hiergegen einschreitet. Der KrankenhaustraÈger unterliegt nicht dem aÈrztlichen Berufsrecht. Er wird das Standesrecht aber bei seiner Informationswerbung beruÈcksichtigen, da ihm als Arbeitgeber gegenuÈber seinen Arbeitnehmern die FuÈrsorgepflicht als eine Nebenpflicht aus dem Dienstvertrag obliegt. In § 26 MBO ist die Information unter Ørzten geregelt, die es dem Arzt erlaubt, andere Ørzte uÈber sein Leistungsangebot zu informieren. Voraussetzung ist allerdings, daû die Information raÈumlich auf ein angemessenes Einzugsgebiet begrenzt ist und daû sie auf die AnkuÈndigung der Leistungsbereitschaft sowie des Leistungsangebotes beschraÈnkt ist. Der Arzt im Krankenhaus darf seine niedergelassenen Kollegen demnach uÈber das Leistungsangebot und Teile der Leistungsbereitschaft der Abteilung informieren. Allerdings ist bei dieser Informationsdarstellung jede werbende Herausstellung der TaÈtigkeit des Arztes untersagt. Mit § 27 MBO ist dem Arzt die Mitwirkung an VeroÈffentlichungen medizinischen Inhalts gestattet, wenn sie seine Person nicht werbend herausstellen und seine Mitwirkung auf sachliche Informationen begrenzt ist. Dies gilt auch fuÈr oÈffentliche VortraÈge zu medizinischen Themen. Trotz der genannten EinschraÈnkungen bleibt den KrankenhaÈusern aber noch genuÈgend Raum fuÈr eine 38 Rechtsvorschriften des Wettbewerbs- und Werberechts Inhalt Suchen 2 z 40 05 Hilfe Treffer sachliche und den Tatsachen entsprechende Information der Úffentlichkeit uÈber das Leistungsspektrum und die LeistungsfaÈhigkeit. z zusammenfassung In der krankenhausspezifischen Fachliteratur wird die Thematik des Marketings seit Mitte der 80er Jahre diskutiert. Hierbei werden insbesondere die Notwendigkeit und die Vorgehensweise der Etablierung des Krankenhausmarketings betont. In der krankenhausbetrieblichen Praxis hat sich das Marketing jedoch noch nicht vollstaÈndig als Managementinstrument etablieren koÈnnen. Die durch das Gesundheitsstrukturgesetz induzierte VeraÈnderung der Versorgungsstrukturen und die damit verbundene Verzahnung zwischen stationaÈrer und ambulanter Versorgung haben eine bislang im Gesundheitswesen nicht gekannte Wettbewerbssituation geschaffen. Neben dem zunehmenden Wettbewerbsdruck erfordern aber auch die finanziellen Restriktionen ein Umdenken im Krankenhausmanagement. Die KrankenhaÈuser muÈssen sich an den BeduÈrfnissen ihrer Zielgruppen ausrichten, wenn sie im Wettbewerb bestehen wollen. Die Kundenorientierung wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor moderner Dienstleistungsunternehmen. Es besteht daher die Notwendigkeit, Marketing als Managementinstrument sowohl in der strategischen KrankenhausfuÈhrung als auch auf operativer Ebene zu etablieren, um eine langfristige Existenzsicherung sicherzustellen. 39 2 z 40 05 Rechtsvorschriften des Wettbewerbs- und Werberechts Inhalt Suchen Hilfe Treffer Literatur Aldag HH (1988) Marketing fuÈr KrankenhaÈuser, Rahmenbedingungen, ProblemloÈsungserfordernisse und konzeptionelle Grundlegungen. GoÈttinger Handelswissenschaftliche Schriften, GoÈttingen Axtner W (1978) Krankenhausmanagement, Empfehlungen zu Zielen, Rechtsform, Organisation, Information und FuÈhrung auf der Grundlage einer empirischen Untersuchung. In: Eichhorn P, Friedrich P (Hrsg) Schriften zur oÈffentlichen Verwaltung und oÈffentlichen Wirtschaft, Bd 33. Nomos, Baden-Baden Becker J (1993) Marketing-Konzeption, Grundlagen des strategischen Marketing-Managements. Vahlen, MuÈnchen Bruhn M (1990) Marketing, Grundlagen ± Fallstudien ± ProblemloÈsungen. 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