"Career Trends: The Informed Job Search"

KARRIERE- Die clevere
TRENDS Stellensuche
Guter Rat für Wissenschaftler
Diese Broschüre wurde für Sie zusammengestellt
von der AAAS/Science Business Office
Rwanda
A country devastated by genocide and a crippling AIDS epidemic.
Together with the Rwandan Ministry of Education, AAAS, the world’s
largest multidisciplinary scientific society and publisher of Science
magazine, is working to ensure that local children gain skills in
science, technology, math, and engineering. And this is just one of
the ways that AAAS is committed to advancing science to support a
healthy and prosperous world. Join us. Together we can make a
difference. To learn more, visit: aaas.org/plusyou/rwanda
INHALT
Einführung ........................................................................................................................................... 2
Jim Austin
Doktortitel und was nun? Die richtige Vorbereitung auf Ihre Karriere ... 3
Bart Noordam, Patricia Gosling
Informationen zur Jobsuche in schwieriger Wirtschaftslage ......................... 7
David G. Jensen
Selbstpräsentation in einer Minute .............................................................................. 11
Victoria McGovern
Jobs 2.0: Soziale Netzwerke geschickt nutzen...................................................... 14
José M. Fernández
Stellenbörsen – ein hervorragendes Instrument................................................ 19
Garth Fowler
Ein erfolgreiches Anschreiben verfassen .................................................................. 23
John K. Borchardt
Verleihen Sie Ihren Marketingunterlagen Pepp ................................................... 27
David G. Jensen
In 15 Minuten zu einem besseren Vorstellungsgespräch............................. 31
David G. Jensen
Weitere Ressourcen................................................................................................................... 35
Diese Broschüre ist online erhältlich unter sciencecareers.org/booklets
Herausgeberin: Brianna Blaser; Werberedaktion: Robert Buck; Design: Mary Ellen Crowley
Die angegebenen Titel und Unternehmen waren zum Zeitpunkt der ursprünglichen
Veröffentlchung für die Autoren und Quellen korrekt.
© 2009 von The American Association for the Advancement of Science.
Alle Rechte vorbehalten.
15. September 2009
EINFÜHRUNG
Sich von der Masse abheben
Als ich mich für eine naturwissenschaftliche Laufbahn
entschied, glaubte ich – wie vermutlich viele angehende
Wissenschaftler* – irrtümlicherweise, dass mir bereits die
Beherrschung eines schwierigen Fachgebiets die Türen potenzieller
Arbeitgeber öffnen würde. Wie könnte jemandem, der leistungsstarke Analyse-Tools gemeistert
und zudem Energie, Unabhängigkeit und eindrucksvolle intellektuelle Leistungen unter Beweis
gestellt hat, keine glorreiche Zukunft bevorstehen?
Heute weiß ich natürlich, dass zur erfolgreichen Stellensuche mehr gehört als nur gute Zeugnisse. Nötig sind auch harte Arbeit, Ausdauer, eine dicke Haut und ein cleverer Ansatz.
Aber was ist ein cleverer Ansatz? Erstens: Erkennen, dass Arbeitgeber mitunter verzweifelte
Maßnahmen ergreifen, um den Berg von Bewerbungen zu verkleinern. Einer kürzlichen Umfrage
zufolge legen die meisten Chefs Bewerbungen, die auch nur einen Tippfehler enthalten, bereits
achtlos zur Seite.
Lassen Sie sich nicht so einfach aussortieren. Führen Sie eine Rechtschreibprüfung in Ihrem
Lebenslauf und Bewerbungsschreiben durch, verwenden Sie eine ausreichend große Schrift,
drucken Sie Ihre Bewerbung (sofern eine Hard Copy verlangt wird) auf weißem oder fast weißem
– nicht rosa- oder neonfarbigem – Papier aus. Einen schmeichlerischen oder provokativen Ton
bei Schreibstil bzw. Aufmachung sollten Sie vermeiden.
Zweitens: Vernachlässigen Sie Ihre „menschlichen“ Fähigkeiten nicht. Arbeitgeber schätzen das
Geschick, gut mit Kollegen auszukommen und bei der Arbeit das empfindliche Klima für gutes
Teamwork und Zusammenarbeit nicht zu stören.
Wichtig ist auch die Fähigkeit, schwierige Konzepte sowohl technisch versierten als auch
anderen Kollegen und Personen erklären zu können. Auch wenn diese Eigenschaften eher
in der Industrie zählen, sind sie ebenfalls im akademischen Umfeld von Bedeutung.
Und drittens: Online-Suchwerkzeuge helfen zwar bei der Stellensuche, aber wenn Sie einen Arbeitsplatz finden wollen, müssen Sie auch Ihren Schreibtisch verlassen. Helfen Sie unentgeltlich
bei Fachverbänden und besuchen Sie örtliche Veranstaltungen zu Ihrem Fachgebiet. Nutzen
Sie Möglichkeiten, Vorträge auch an anderen Universitäten oder in anderen Fachbereichen zu
halten. Organisieren Sie eine Vortragsreihe oder einen Journal-Club. Besuchen Sie Konferenzen,
stellen Sie intelligente Fragen und suchen Sie Kontakt zu anderen.
Es kommt darauf an, dass sich Menschen in Ihrer Umgebung wohl fühlen und Ihr Arbeitgeber
weiß, dass er einen angenehmen Mitarbeiter und Kollegen erhält.
Viel Glück bei Ihrer Stellensuche.
Jim Austin, Redakteur
Science Careers
*Anmerkung: Zur Vereinfachung der Darstellung wird im Weiteren die weibliche Form i. A. unterschlagen; in jedem Fall ist dabei
jedoch implizit auch die entsprechende weibliche Person gemeint.
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Doktortitel und was nun? Die richtige
Vorbereitung auf Ihre Karriere
Von Bart Noordam, Patricia Gosling ~ 22. Februar 2008
Eine der schwierigsten Überlegungen während Ihrer Doktorarbeit ist, was Sie danach
machen. Sicher kennen Sie den „typischen“ Karrierepfad: Promotion, weitere wissenschaftliche Studien, dann der Aufstieg an der Universität vom Assistenten zum Dozenten
und schließlich zur Professur. Jeder andere Weg wird von Kollegen häufig mit Geringschätzung betrachtet, so als ob eine Karriere außerhalb der Universität dem Eingeständnis des
eigenen Versagens gleich käme.
Doch diese Einstellung „Aufstieg oder Ausstieg“ ist eine rein akademische Perspektive.
Universitäten bringen nicht nur neue Professoren hervor, sie bereiten Nachwuchskräfte
auch für eine Fülle von Aufgaben in der Gesellschaft vor. So verlassen beispielsweise in
den Niederlanden 60% aller frischgebackenen Doktoren die Universität und werden in
Unternehmen, staatlichen Institutionen oder gemeinnützigen Organisationen tätig.
Die meisten der verbleibenden 40% setzen ihre akademische Laufbahn als wissenschaftli-
Die clevere Stellensuche
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che Mitarbeiter fort. Doch binnen 5 Jahren nach der Promotion kehrt die Hälfte davon
dem Campus den Rücken zu. Ähnlich sieht es in anderen westlichen Staaten aus. Mit
einiger Wahrscheinlichkeit wird sich Ihre Karriere also außerhalb der heiligen Hallen
akademischer Institutionen fortsetzen. Gewöhnen Sie sich an den Gedanken.
Während der letzten Monate Ihrer Doktorarbeit sollten Sie sich über alle Beschäftigungsoptionen informieren. Was Sie unmittelbar nach Erwerb des Doktortitels tun, hat
große Auswirkung auf Ihre weitere Laufbahn. Es ist viel Arbeit, alle verfügbaren Optionen
ausreichend zu prüfen. Beginnen Sie daher frühzeitig und gehen Sie gründlich vor.
Wir empfehlen, die Stellensuche aufzuteilen. Überlegen Sie zunächst, was für eine Art
von Tätigkeit Ihnen am meisten zusagen würde. Dann beginnen Sie mit Bewerbungen.
Diese Phase erstreckt sich in der Regel über mehrere Monate. Daher sollten Sie bereits
mindestens sechs Monate vor Ihrer Promotion beginnen, Ihre Optionen zu prüfen.
Wo liegen Ihre Stärken und Vorlieben?
Dank Ihrer Bildung und Ausbildung haben Sie Aussicht auf eine Stelle, die nicht nur für
Ihren Lebensunterhalt sorgt, sondern die auch Spaß macht. Um herauszufinden, welche
Art von Tätigkeit Ihnen am meisten zusagen würde, überlegen Sie, was Ihnen während der
Arbeit an Ihrer Doktorarbeit die größte Zufriedenheit beschert hat. War es die Zugehörigkeit zu einem Team motivierter junger Menschen, die unbekanntes (wissenschaftliches)
Terrain erkunden wollten, oder war es die Suche nach einer Lösung für ein schwieriges
Problem? Oder vielleicht begeisterten Sie sich mehr für die Aussicht, spezifische technische Fähigkeiten zu erwerben, sich mit den multidisziplinären Aspekten Ihres Projekts
vertraut zu machen, oder Sie hatten Freude am Unterrichten. Oder zählt die Wirkung Ihrer
Tätigkeit auf die Gesellschaft für Sie am meisten?
Vielleicht meinen Sie zunächst, dass es Ihr spezielles Forschungsthema ist, das Sie
motiviert und begeistert. Wenn Sie aber etwas genauer nachdenken, erkennen Sie
vermutlich, dass die engeren Aspekte Ihres Projekts wichtiger sind als das eigentliche
Projekt. Fragen Sie gute Freunde, worin sie Ihre Stärken sehen. Häufig können Freunde
klar identifizieren, worin Sie sich hervortaten und was Ihnen die größte Zufriedenheit
bereitete, auch wenn Sie es nicht selbst sehen.
Skizzieren Sie Ihre Optionen
Irgendwie müssen Sie alle Möglichkeiten ordnen – ja, es sind viele – um herauszufinden,
welcher Weg für Sie am geeignetsten ist. Ein „Entscheidungsbaum“ gibt Ihnen einen Überblick und hilft Ihnen, Ihre lange Liste von Optionen zu einer kürzeren Liste von Möglichkeiten zu straffen, mit denen es sich näher zu befassen lohnt. Erkundigen Sie sich bei anderen
im Labor, welche Karrierepfade frühere Generationen von Studenten gewählt haben.
Während Sie Ihren eigenen Entscheidungsbaum wachsen lassen, stellen Sie vielleicht
fest, dass Äste, die Sie intuitiv ignoriert haben (z. B. die Tätigkeit für eine staatliche
Organisation), möglicherweise interessante
Unterkategorien aufweisen (z. B. eine Tätigkeit
Es ist viel Arbeit, alle verfügbeim Patentamt). Vielleicht sind Sie sicher, dass
baren Optionen ausreichend
Ihnen die angewandte Forschung Spaß machen
zu prüfen. Beginnen Sie
würde, dachten aber bislang, Sie müssten im
daher frühzeitig und gehen Sie
akademischen Bereich bleiben. Ein detaillierter
gründlich vor.
Entscheidungsbaum enthält – je nach Ihrem
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Irgendwie müssen Sie alle
Möglichkeiten ordnen – ja, es
sind viele – um herauszufinden,
welcher Weg für Sie am
geeignetsten ist.
Forschungsgebiet – häufig Forschungsmöglichkeiten im akademischen, industriellen und nicht
gewinnorientierten Sektor.
Licht ins Unbekannte bringen
Jetzt haben Sie sich bewusst gemacht, wo Ihre
Interessen liegen und Sie haben Ihre Optionen
skizziert. Aber möglicherweise haben Sie nur
eine vage Vorstellung davon, was einige dieser
Beschäftigungen mit sich bringen können. Befassen Sie sich daher genauer mit den weniger bekannten Optionen Ihres Entscheidungsbaums. Wenn Sie eventuell in die Industrie
gehen möchten, aber nicht viel darüber wissen, besuchen Sie ein oder zwei Unternehmen,
um einen Eindruck von der Unternehmenskultur zu gewinnen. Würde Ihnen die Tätigkeit
in einem derartigen Umfeld zusagen? Solche Recherchen helfen Ihnen, eine Entscheidung
aufgrund Ihrer eigenen Beobachtungen zu fällen und nicht aufgrund der Kommentare von
Kollegen. Daneben sind derartige „informationssuchende Interviews“ gute Gelegenheiten,
interessante Kontakte zu knüpfen. (Übrigens: Auch bei Science Careers können Sie Artikel
über Berufe finden, mit denen Sie möglicherweise nicht so vertraut sind.)
Nutzen Sie Ihr unsichtbares Netzwerk
Ihr Netzwerk ist eine große Hilfe bei der Stellensuche. Aber haben Sie überhaupt ein
Netzwerk? Ja, auch wenn Sie es nicht wissen. Ihr Institut hat schon viele Doktoranden
hervorgebracht, und Ihr Doktorvater oder andere Mitarbeiter können Ihnen bestimmt
Kontaktangaben von Ehemaligen geben, die sicher gerne über ihre momentanen oder
früheren Tätigkeiten mit Ihnen sprechen (beispielsweise während Sie sie zum Mittagessen einladen).
Überprüfen Sie Ihre Entscheidung erneut
Es kann etwas dauern, aber hoffentlich zeigen Ihnen Ihre Recherchen die Richtung auf, die
Sie beruflich einschlagen möchten. Überprüfen Sie Ihre Entscheidung erneut im Gespräch
mit Freunden, Verwandten und guten Kollegen. Mitunter wissen Menschen, die Sie gut
kennen, bemerkenswert genau, was für Sie in Frage käme und was nicht.
Erkundigen Sie sich, aber denken Sie daran, dass einigen Professoren der Gedanke, dass
ihre vielversprechendsten Nachwuchskräfte abwandern wollen, gar nicht gefallen wird. Sie
könnten Vorbehalte gegen Stellen außerhalb der akademischen Welt haben. Personen,
die außerhalb der Universitäten tätig sind, kennen beide Umgebungen gut genug, um den
Unterschied beurteilen zu können. Allerdings sind viele, die die akademische Welt verlassen haben – wie ehemalige Raucher – 100 % für die Industrie voreingenommen. Sprechen
Sie daher mit promovierten Fachleuten aus jedem Sektor und machen Sie sich dann Ihr
eigenes Bild.
Möchten Sie die Stelle wirklich?
Ihnen wurde eine Stelle angeboten. Herzlichen Glückwunsch! Aber während Ihrer
Bewerbungen haben Sie sich allmählich solche Sorgen gemacht, ob Sie überhaupt
eine Stelle finden, dass Sie völlig aus den Augen verloren haben, ob Sie die
angebotene Position wirklich wollen. Kehren Sie daher zu Ihrem Entscheidungsbaum
und der Liste der Faktoren zurück, die für Sie zählen. Überlegen Sie, ob Ihnen eine
Die clevere Stellensuche
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Tätigkeit für diesen Arbeitgeber Spaß machen würde und berücksichtigen Sie dabei
die Kontakte mit Personen, die Sie beim Vorstellungsgespräch kennen gelernt haben.
Versucht, „nein“ zu sagen? Sie müssen nicht gleich die erste angebotene Stelle annehmen, aber Sie können auch nur begrenzt viele ablehnen.
Ihre Richtung ist nicht in Stein gemeißelt
Wenn Sie nach einiger Zeit in Ihrem neuen Beruf feststellen, dass er doch nicht ganz Ihren
Wünschen entspricht, erwägen Sie einen Wechsel zu einem anderen Zweig Ihres Karrierebaums. Es gibt Mobilität zwischen den verschiedenen Sektoren, denken Sie also nicht,
dass Sie in Ihrer jetzigen Stellung feststecken, obwohl Sie darin unglücklich sind. Während
Sie sich erneut auf Stellensuche begeben, nutzen Sie Ihre jetzige Position, um neue, praktische und übertragbare Erfahrungen zu sammeln.
Als Wissenschaftler sind Sie gewohnt, komplexe Probleme systematisch anzugehen. Auch
die Stellensuche ist ein komplexer Prozess, der viel Zeit und Geschick erfordert. Es lohnt
die Mühe, frühzeitig – bereits vor der Promotion – zu beginnen, um anschließend sofort die
neue Karriere starten zu können.
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf ScienceCareers.org veröffentlicht.
Er ist online erhältlich unter bit.ly/1zrwdW
Verwandte Artikel:
Mastering Your Ph.D.: Opportunities for Ph.D.s in Corporate Research (Nach
dem Doktortitel: Forschungsmöglichkeiten für promovierte Wissenschaftler in
Unternehmen)
bit.ly/3euu9e
Reality Check: UK Report Reveals Variety of Career Paths for Ph.D.s (So sieht es
in der Realität aus: Britischer Bericht zeigt Fülle von Berufsmöglichkeiten für
promovierte Wissenschaftler auf )
bit.ly/82cJw
Tooling Up: The Wall (Vorbereitung: Hindernisse)
bit.ly/KrwCe
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Informationen zur Jobsuche in
schwieriger Wirtschaftslage
Von David G. Jensen ~ 20. Februar 2009
Auch bei einer stabilen Lage des Arbeitsmarktes nutzt eine Strategie der Stellensuche
nur dann etwas, wenn Sie Ihre Zeit wirksam nutzen und sich auf funktionierende
Verfahren konzentrieren. Doch fast über Nacht hat sich die Welt verändert. Während an
einem Tag meine Kundenliste noch zahlreiche Unternehmen enthielt, die offene Stellen
auf allen Ebenen anboten, zogen die gleichen Unternehmen nur wenige Wochen später
die Angebote vorerst zurück oder setzten sogar Arbeitskräfte frei. Das Tempo und die
Intensität der Konjunkturkrise trafen uns alle unvorbereitet. Die momentane Lage ist so
gravierend, dass ich, der ich normalerweise stets positiv denke, endlich den Pessimisten
zustimme: Die Zeiten sind hart!
Aber trotzdem gibt es noch offene Stellen – die besetzt werden müssen. In dieser
Kolumne finden Sie Tipps, wie Sie zu denjenigen gehören können, die auch in einer
schwierigen Wirtschaftslage einen Arbeitgeber finden.
Die clevere Stellensuche
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Das Jahr für den perfekten Bewerbungsablauf
Auf diesem unbarmherzigen Markt können Sie sich keine Patzer erlauben. In diesem
Jahr müssen Sie einen perfekten Bewerbungsablauf für Ihre Stellensuche auf die
Beine stellen.
Die Elemente Ihres Prozesses hängen von Ihren konkreten Bedürfnissen und Ihrer
gesuchten Position ab, doch gibt es einige gemeinsame Regeln. Folgende Faktoren
sollten Sie bei der Planung Ihrer Strategie zur Stellensuche berücksichtigen:
• Sie müssen bereit sein, erhebliche Anstrengungen zu unternehmen. Post-Doktoranden oder frisch gebackene Hochschulabsolventen investieren häufig nur 20 bis 30
Minuten pro Tag in die Stellensuche. In einer schwierigen Wirtschaftslage bringt Ihnen
das höchstens ein paar höfliche Empfangsbestätigungen von der Personalabteilung
ein. Wenn Sie sich nicht zwei Stunden täglich mit der Stellensuche befassen, sind Ihre
Aussichten eher mager.
• Nutzen Sie alle verfügbaren Kanäle für Ihre Stellensuche, die für Ihre Situation
relevant sind: Antworten Sie auf Stellenanzeigen, kontaktieren Sie Headhunter,
bewerben Sie sich auf Angebote im Internet. Besuchen Sie Stellenbörsen und nehmen Sie an „Networking“ bzw. „informational Interviews“ teil. Die Tage, an denen Sie
sich auf einen dieser Kanäle beschränken konnten, sind vorbei. Sie können sich nicht
allein auf 100 Internet-Bewerbungen oder auf Networking verlassen. Nutzen Sie alle
verfügbaren Wege.
• In diesem Jahr müssen Sie nicht nur Zeit, sondern auch Geld in Ihre Stellensuche
investieren. Arbeitgeber führen weniger Bewerbungsgespräche in anderen Städten
durch, Sie müssen daher möglicherweise auf eigene Kosten ein paar Unternehmen besuchen. Versuchen Sie, die Besuche so zu organisieren, dass Sie nicht zu viele Fahrten
unternehmen müssen.
• Ich erwähne stets, wie wichtig es ist, einen
„Plan B“ zu haben. Und auf dem gegenwärtigen Arbeitsmarkt brauchen Sie auch
einen Plan C und D. Möchten Sie im Bereich
Pharmaprodukte forschen? Gut. Aber bewerben Sie sich auch für beratende Positionen
und in anderen Segmenten, in denen für Sie
geeignete Stellen angeboten werden. Vielleicht
erfüllen Sie ja alle Anforderungen für eine Forschungsposition bei einem Arbeitgeber
in der Lebensmittelindustrie. Bewerben Sie sich auf die Stelle, aber denken Sie daran,
dass Sie Ihren gut formulierten Lebenslauf an jeden Arbeitgebertyp anpassen müssen.
Auf diesem unbarmherzigen
Markt können Sie sich keine
Patzer erlauben. In diesem
Jahr müssen Sie einen
perfekten Bewerbungsablauf
für Ihre Stellensuche auf die
Beine stellen.
Jede Menge Durchhaltevermögen
Angenommen, Sie haben einen guten Plan und werden auf allen Sektoren aktiv. Dennoch kann es den Anschein haben, als wäre der Erfolg, den Ihnen all diese Zeit und
Anstrengungen bescheren, die Mühe nicht wert gewesen. An diesem Punkt kommt jetzt
das zweite wichtige Element der Stellensuche in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ins
Spiel: Durchhaltevermögen.
In diesem Jahr investieren Sie dreimal so viel Mühe, wie Sie es im letzten Jahr getan
hätten, um die gleiche Anzahl positiver Reaktionen auf Ihre Bewerbung zu erhalten.
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Ihre Einstellung – das wichtigste Element bei der Stellensuche – sorgt entweder dafür,
dass Sie offen für neue Chancen sind oder dass Sie sich
abschotten und Ihr eigenes
Schicksal besiegeln.
Sie müssen nicht nur in der Lage sein, Chancen
die sich Ihnen bieten, zu erkennen, Sie müssen
auch in der Lage sein, Absagen wegzustecken.
Ich kann Ihnen nicht sagen, wie Sie sich von
Misserfolgen erholen, das müssen Sie selbst
herausfinden. Ablehnung tut weh, sicher. Aber
Sie sammeln dadurch auch Erfahrung bei der
Stellensuche – sofern Sie bei jedem Rückschlag
die Lektion lernen.
Haben Sie gerade ein blamables Telefongespräch mit einem Networking-Kontakt
geführt, oder kam nach Ihrem dritten Bewerbungsgespräch trotz intensiver Vorbereitung
nicht einmal ein Feedback des potenziellen Arbeitgebers? Auch wenn Sie dann den
natürlichen Instinkt verspüren, sich in Ihr Schneckenhaus zurückzuziehen und sich nach
einem weiteren Aufbaustudium umzusehen oder sich nur noch auf Ausschreibungen
im Internet zu bewerben, ist dies der falsche Weg! Jede negative Erfahrung ist
immerhin eine Erfahrung. Wie hätte das Telefongespräch besser laufen können? Was
können Sie über sich selbst durch Vorstellungsgespräche lernen, die nicht zu einer
angebotenen Position geführt haben? (In einer Rezessionsphase wie dieser – aber auch
in wirtschaftlich stabilen Zeiten – betrachten viele von uns schlechte Nachrichten nicht
besonders genau. Dabei könnte man aus diesen Negativerfahrungen viel lernen.)
Ich habe Durchhaltevermögen stets als eine meiner Stärken gesehen, doch 2009 hat
auch mich auf eine harte Probe gestellt – und dabei ist es erst Februar. Mitunter muss
ich außergewöhnliche Maßnahmen ergreifen, wenn ich Networking-Gespräche führe
oder versuche, potenziellen Auftraggebern meine Dienste zu verkaufen. Manchmal bin
ich so hartnäckig, dass ich riskiere, von anderen als aufdringlich empfunden zu werden.
Es ist ein schmaler Grat. In Zeiten wie diesen müssen Sie entschlossen vorgehen, Sie
müssen aber auch wissen, wann Schluss ist. Hier einige Tipps von mir, wie aggressiv
Sie werden können und wann Sie besser aufgeben sollten:
• Geben Sie bei Networking-Aktivitäten nicht auf, wenn ein oder zwei Anrufe nicht
entgegengenommen werden. Rufen Sie weiter an – aber ohne Nachrichten zu hinterlassen –, bis Sie Ihren gewünschten Gesprächspartner erreichen. Wenn Sie Nachrichten
hinterlassen müssen (oder wenn Sie per E-Mail Kontakt suchen), sollten drei Versuche
unbedingt Ihr Limit sein. Jemand, der drei Nachrichten von Ihnen erhalten hat und nicht
antwortet, wird Ihnen auch nicht bereitwillig bei der Stellensuche helfen.
• Beschränken Sie sich nicht auf Ihre Online-Bewerbung, wenn die entsprechende
Personalabteilung nichts von sich hören lässt. Nutzen Sie jeden erdenklichen Kontakt
im Unternehmen, um den für diese konkrete Stellenbesetzung Verantwortlichen zu
identifizieren, und tragen Sie diesem direkt Ihre Bewerbung vor.
• Verlassen Sie sich nicht allein auf Ihr Gedächtnis um zu wissen, wann Sie nachfassen
sollten. Tragen Sie alle Nachfass-Termine in einem Kalender ein – ob auf dem Rechner,
im Internet (Google Desktop, Me.com) oder schriftlich. Ich persönlich verwende das
Apple iCal-Programm, das mir automatisch eine Nachricht an mein iPhone sendet und
mich so an Termine erinnert.
• Und da Sie in konjunkturschwachen Zeiten ein ausgedehntes Kontaktenetz benötigen, kann sich auch eine Kontakte-Datenbank empfehlen. Dabei kann es sich um alles
von einer einfachen Excel-Tabellenkalkulation bis hin zu etwas wie einer relationalen
Die clevere Stellensuche
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Datenbank handeln. Software wie ACT! (PC) oder Daylite (Mac) verbinden das oben
empfohlene Kalenderprogramm mit optimalen Optionen zur Verwaltung von Beziehungen und Networking-Kontakten. Programme wie diese zahlen sich aus, wenn Sie
plötzlich erheblich mehr Daten als je zuvor verwalten müssen.
Eine positive Einstellung
Ihre Einstellung – das wichtigste Element bei der Stellensuche – sorgt entweder dafür,
dass Sie offen für neue Chancen sind oder dass Sie sich abschotten und Ihr eigenes
Schicksal besiegeln. Besonders in diesem Jahr sieht man vieles schnell negativ. Einige
Experten sind sogar der Ansicht, dass der Wirtschaftsabschwung weniger gravierend
wäre, wenn die Medien nicht so viel Schwarzmalerei betreiben würden. Ich glaube,
dass die eigene Einstellung die physische Welt um den Einzelnen herum wirklich
beeinflusst. Das gilt zumindest für Bewerber.
Wie können Sie angesichts der Tatsache, dass der Arbeitsmarkt momentan lausig
ist, Ihre Stellensuche positiv angehen? Denken Sie zunächst einmal daran, dass jede
Rezession einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hat. Fahren Sie also mit Ihrer Stellensuche fort. Nur sehr wenige qualifizierte Akademiker führen eine wie hier beschriebene Stellensuche durch, ohne ihre Ziele – oder wenigstens ein zufriedenstellendes
Äquivalent dieser Ziele – zu erreichen.
Ihre neue Stelle wartet auf Sie – sogar in einer Marktlage wie dieser. Meckern Sie über
die Wirtschaft so viel Sie wollen, aber stecken Sie bei der Jobsuche den Kopf nicht in
den Sand und geben Sie nicht auf, bis Sie die gesuchte Position bekommen haben!
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf ScienceCareers.org veröffentlicht.
Er ist online erhältlich unter bit.ly/15jYH2
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selbstverständlich: Können junge Wissenschaftler an Wandel glauben?)
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Taken for Granted: The Jackpot’s Consequences (Nicht alles ist selbstverständlich:
Die Jackpot-Folgen)
bit.ly/XEAsZ
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Selbstpräsentation in einer Minute
Von Victoria McGovern ~ 13. März 2009
Auf die Frage, wer Sie sind und was Sie tun – ob bei einer Konferenz von einem Fremden
im Aufzug gestellt (wer weiß, er könnte Ihr nächster Chef sein!) oder von einem Nobelpreisgewinner, der zufällig beim Abendessen nach einem Vortrag an Ihrer Universität
neben Ihnen sitzt – Ihre Antwort muss klar, knapp, präzise, interessant, informativ,
angenehm, freundlich, optimistisch, gut ausformuliert und prägnant sein, und all das
in einer einzigen, entspannten Aussage, die Sekunden – nicht Minuten – umfasst. Sie
müssen alle Informationen herüberbringen, ohne vom Thema abzuschweifen, zu faseln,
zu kichern, sich zu versprechen, zum Boden und nicht zu Ihrem Gesprächspartner zu
sprechen, sich über sich selbst lustig zu machen, versehentlich den Gesprächspartner
oder seinen Arbeitgeber, Land, Familie oder Lieblingssportverein zu beleidigen, ohne
Kaffee zu verschütten, vergessen Atem zu holen, sich wegen Unwohlsein zu entschuldigen und ohne unmissverständlich zu sagen, dass Ihre wissenschaftliche Tätigkeit
irrelevant und unbedeutend ist und vermutlich jeden Moment in Schall und Rauch
aufgehen könnte.
Wenn Sie sich vorstellen, müssen Sie eine winzige Rede voller Fakten über Sie selbst
und Ihre Tätigkeit halten ohne dabei zu vergessen, dass es bei diesem Moment nicht
auf Sie, sondern vielmehr auf Ihren Gesprächspartner ankommt.
Nur ein Moment
In der Regel haben Sie nur einen Moment Zeit um sich vorzustellen. Und in diesem Augenblick ruhen alle Augen auf Ihnen. Wie nutzen Sie diesen Augenblick optimal? Oder
wie vermeiden Sie zumindest, dass Sie sich blamieren oder Ihren Wissenschaftszweig
langweilig, trivial, gehaltlos oder gar falsch erscheinen lassen?
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Mit ein wenig Planung können Sie diese „einminütige Präsentation“ selbstbewusster
vortragen. Das ist gut, denn im Laufe der nächsten Jahre werden Sie diese Präsentation
immer wieder halten – für Kollegen und leitende Wissenschaftler bei Besprechungen,
für Seminarredner, die Ihr Institut besuchen, oder für hohe Gäste oder neue Mitarbeiter,
die Sie durch Ihren Bereich führen sollen. Und wenn es Ihnen gelingt, Ihre wissenschaftliche Karriere in Gang zu setzen – und vermutlich auch, wenn Sie einen anderen
Weg einschlagen – werden Sie diese Präsentation in den nächsten 30 bis 40 Jahren
Hunderte oder sogar Tausende von Malen halten.
Wer, was, warum und warum
Wenn Sie jemanden beruflich kennen lernen, versuchen Sie, vier Informationen zu vermitteln: wer Sie sind, was Sie tun, warum Sie Ihren Gegenüber treffen und warum diese
Begegnung für Ihren Gegenüber von Bedeutung sein sollte. Mit ein wenig Vorbereitung
können Sie Ihre Anfangssätze ausfeilen und natürlich wirkende Antworten auf diese vier
Fragen finden. Überlegen Sie sich vorab, mit welchen Worten Sie diese kurzen Präsentationen beginnen möchten. Das hilft Ihnen, sich gelassener auf Fachgespräche einzulassen. Sobald Sie Ihre Antworten in Gedanken formuliert haben, probieren Sie sie bei jeder
Gelegenheit aus. Sprechen Sie Fremde in einer Ihnen vertrauten Umgebung an. Etwas
Übung kann einen erheblichen Unterschied machen, welchen Eindruck Sie hinterlassen
und wie nachhaltig er sein wird. Und das wiederum kann einen großen Unterschied für Ihre
berufliche Zukunft bedeuten.
Die persönliche Vorstellung ist eine Rede im Miniaturformat – und mehr: Sie erfüllt Erwartungen. Ihre einminütige Präsentation ist Teil einer gemeinsamen Transaktion, die ebenso
wie ein Gedicht von Wilhelm Busch oder ein Walzer einen erwarteten Rhythmus aufweist,
der beide Seiten durch das sich stets wandelnde Wortgeplänkel leitet. Als Wissenschaftler
werden Sie häufig mit Menschen sprechen, die selbst viel lieber Codes programmieren,
Proben unter dem Mikroskop untersuchen oder sich auf der Toilette verstecken würden.
Sie können Bonuspunkte gewinnen, wenn Sie sich an das erwartete Muster halten und
dafür sorgen, dass sich Ihr Gesprächspartner – wie menschenscheu er auch sein mag –
gelassen und wohl fühlt, jedenfalls soweit wie möglich!
Geschäftsessen beim Seminar
Ein Geschäftsessen beim Seminar ist eine wichtige Gelegenheit, um Ihre eingeübte
einminütige Präsentation auszuprobieren. Da sitzen Sie an einem gedeckten Tisch,
geschmückt mit Servietten, Gläsern, Speisekarten und anderen „Hindernissen“ neben
einer Koryphäe auf Ihrem Fachgebiet oder sogar einem Nobelpreisgewinner! Beim
Essen wird höfliche Konversation gemacht: „Es ist sehr schön hier.“ oder „Wie war Ihr
Flug?“ Alle studieren aufmerksam die Speisekarte, ein Kellner nimmt die Bestellung auf
und bringt die Getränke. Einige Mitglieder der Gruppe verbergen sich noch immer hinter
der Speisekarte, andere schauen aus dem Fenster, wieder andere greifen zu ihrem Glas
und mindestens eine Person betätigt heimlich ihr Handy unter dem Tisch. Die relativ
umgänglich wirkende Seminarleiterin wendet sich an Sie, schaut Ihnen in die Augen
und beginnt die Show: „Und woran arbeiten Sie?“
Was nun? Entspannen Sie sich. Egal, wie wichtig der Gast auch sein mag, er oder sie
ist auch nur ein Mensch. So trivial sich dies auch anhören mag, diese Feststellung hilft,
auch in Anwesenheit Ehrfurcht gebietender Persönlichkeiten ruhig zu bleiben und ein
angenehmes Ambiente zu schaffen. Bleiben Sie ruhig. Nehmen Sie sich einen Moment
Zeit, um Ihren geplanten Beitrag zum Gespräch zu durchdenken. Ihre Geschichte sollte
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einen Anfang, eine Mitte und ein Ende haben. Wer sind Sie? Was machen Sie hier? Warum
sind Sie hier? Warum ist dies für Ihren Gesprächspartner von Bedeutung?
Atmen Sie einmal tief durch und fangen Sie dann an. Sagen Sie Ihren Namen und Ihren
Status (Student, Doktor usw.) klar und deutlich. Geben Sie an, in welchem Labor Sie
arbeiten. Fügen Sie Ihrem Bild dann den umfassenderen Rahmen hinzu: wofür Sie
sich interessieren, wie Sie Ihr Projekt angehen und wie Sie zu diesem Geschäftsessen
eingeladen wurden. Schauen Sie Ihrem Gesprächspartner dabei in die Augen. Wenn der
Winkel ungünstig ist, ziehen Sie Ihren Stuhl etwas zurück, damit Sie den illustren Gast
direkt ansprechen können. Starren Sie nicht, Sie sollen nur Blickkontakt herstellen. Prüfen
Sie häufig, ob im Gesicht des Gasts Verständnis, Interesse oder der Wunsch, eine Frage
zu stellen, abzulesen sind. Halten Sie einen Moment inne, wenn Sie den Eindruck haben,
dass Ihr Gesprächspartner eine Frage stellen möchte. Enden Sie damit, dass Sie Ihre Worte
mit den Interessen oder der Tätigkeit Ihres Gasts in Verbindung bringen. Sobald Sie zum
Ende gelangt sind, schweigen und lächeln Sie natürlich. Der Gast wird entweder eine Frage
stellen oder einfach nicken und sich der nächsten Person am Tisch zuwenden als Zeichen
dafür, dass diese Person an der Reihe ist, sich vorzustellen. Sie sitzen also nicht mehr auf
heißen Kohlen.
Aber was ist, wenn etwas schiefgeht? Was, wenn Sie versehentlich Ihr Glas umkippen und
den Inhalt auf den Schoß des Gasts entleeren? Entschuldigen Sie sich und reichen Sie
ihm/ihr Ihre Serviette. Was, wenn sich der Gast Ihnen gerade in dem Moment zuwendet, in
dem Sie herzhaft in eine Schweinshaxe beißen möchten? Verfahren Sie ebenso, wie Sie es
bei einer Familienveranstaltung tun würden: Ziehen Sie die Augenbrauen hoch, zucken Sie
mit den Schultern und blicken Sie zu Ihrem Sitznachbarn. Dieses internationale Symbol bedeutet in etwa so viel wie: „Überspringen Sie mich und kommen Sie auf mich zurück, wenn
ich meinen Mund nicht mehr voll habe.“
Was, wenn Sie sich bei Ihrem eigenen Namen versprechen, vergessen, wo oder woran Sie
arbeiten, oder wenn Sie überhaupt kein Wort herausbringen? Es passiert. Entspannen Sie
sich. Ein Schnitzer bei der einminütigen Präsentation ist selten verhängnisvoll. Wenn Sie
ansetzen, aber zunächst nichts richtig herausbringen, geben Sie zu, dass Sie nervös sind
und fangen Sie noch einmal von vorne an. Wir sind alle nur Menschen, also konzentrieren
Sie sich, entspannen Sie sich und sorgen Sie dafür, dass Sie sich beim zweiten Versuch
kurz halten. Lächeln Sie. Blicken Sie Ihrem Gesprächspartner in die Augen. Sie wissen,
dass Sie sich und Ihren Wissenschaftszweig kennen, beginnen Sie also Ihre Präsentation.
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf ScienceCareers.org veröffentlicht.
Er ist online erhältlich unter bit.ly/207zrH
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Tooling Up: More than Just a Job-Seeking Skill (Vorbereitung: Mehr als nur Geschick
bei der Stellensuche)
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Tooling Up: The Informational Interview (Vorbereitung: Das „informational Interview“)
bit.ly/15aQgi
Die clevere Stellensuche
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Jobs 2.0: Soziale Netzwerke
geschickt nutzen
Von José M. Fernández ~ 15. September 2009
Die Stellensuche ist häufig mit viel Stress verbunden. Verständlicherweise würden viele
lieber ihr Profil in ihrem sozialen Lieblingsnetzwerk aktualisieren, als auf Stellenseiten
nach einer Position zu suchen, die ihren Qualifikationen gerecht wird. Mit der richtigen
Einstellung können Ihnen soziale Netzwerke helfen, Ihren Traumjob zu finden. Durch
gedankenloses Vorgehen hingegen könnten Ihnen diese Online-Tools ein Stellenangebot oder sogar Ihren Job kosten. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, soziale Medien bei
der Stellensuche zu Ihrem Vorteil zu nutzen und Fehler zu vermeiden, die Ihrer Karriere
schaden könnten.
Stellen- oder Kontaktesuche?
Noch vor nicht allzu langer Zeit waren Online-Stellenbörsen wie auf Science Careers der
neueste Hit. Nach wie vor sind sie ein wichtiges, ja sogar unabdingliches Instrument für
die Stellensuche. Sie geben einfach ein paar Schlüsselbegriffe ein und schon werden
offene Stellenbeschreibungen direkt in Ihren E-Mail-Posteingang gesandt.
Aber Schlüsselbegriffe reichen nicht aus um sicherzustellen, dass Ihnen keine Stellenausschreibung entgeht. Passende Stellen können plötzlich angeboten werden,
in Sektoren, an die Sie selbst nie gedacht hätten. Möglicherweise enthält der Aus-
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schreibungstext ungewohnte Schlüsselbegriffe. Und nicht jede Stelle wird im Internet
ausgeschrieben. Soziale Medien können daher eine innovative Möglichkeit darstellen,
Ihr Kontaktenetz zu nutzen, um Ihren Traumjob zu finden.
Nachdem er im letzten Jahr seine Stelle bei einem Hersteller von Videokonferenzprodukten verlor, nutzte der Ingenieur Erik Werner die Statusmeldungen auf Facebook dazu, um
seine Freunde über seine veränderte Lage zu informieren. Seine Freunde verhalfen ihm
zu Vorstellungsgesprächen. Über LinkedIn konnte Herr Werner Kontakte zu Kollegen in
seiner Branche knüpfen, und Twitter diente ihm als Hörrohr, um über Neuigkeiten und
Stellenangebote auf dem Laufenden zu bleiben.
Durch einen solchen Ansatz wird die Stellensuche zur „Kontaktesuche“, erklärte Dan
Schawbel, Autor von Me 2.0: Build a Powerful Brand to Achieve Career Success (Ich 2.0:
Eine leistungsfähige Marke für eine erfolgreiche Karriere schaffen). „Wenn Sie von einem
Freund einem potenziellen Arbeitgeber empfohlen werden, dann sagt das viel über Sie
aus und hebt Sie aus der Menge von Lebensläufen heraus, die Arbeitgeber aus dem
Internet herunterladen“, fügte Herr Werner hinzu.
Geschickt genutzt sind die sozialen Elemente des Internets wirksame Tools, die Ihnen
Mühe und Zeit sparen können. Vor den Zeiten von Facebook, LinkedIn und Twitter
bediente sich Werner eigenen Angaben zufolge einer „Frontalangriffstechnik“ bei der
Stellensuche. „5 Monate lang schrieb ich 5 Tage pro Woche 10 Lebensläufe. Dieses Mal
verfasste ich insgesamt vielleicht 20 bis 30 Bewerbungen und hatte binnen eines Monats
ein Stellenangebot auf dem Schreibtisch liegen.“
Twitter
• Mikro-Blog-Service
• Aktuelle Statusmeldungen
von 140 Zeichen
• Nutzer können ihre
E-Mail-Adressbücher hochladen
• Firmen und Einzelpersonen
folgen
• Stets auf dem Laufenden über
Branchennachrichten
Der Hauptvorteil der sozialen Technologien des
Internets sind die Tools, die diese bieten, damit
Sie Ihr Netz persönlicher und beruflicher Kontakte ausweiten, auf eine offizielle Basis stellen
und optimal nutzen können. „Über Online-Netzwerke können wir auf völlig neue Art Netzwerkkontakte finden und entwickeln“, so Alba. Allein
durch ihre Aktivität bei einem Live-NetworkingEvent können Stellensuchende soziale Medien
dazu nutzen, ihr Beziehungsnetz auszudehnen,
von neuen offenen Stellen zu erfahren und das
Vertrauen künftiger Arbeitgeber und Kollegen
zu finden.
Ein Punkt, über den sich Fachleute uneins
sind, ist, wie groß das Netz sein sollte, das Sie
auswerfen, um neue Kontakte zu finden. Alison
• http://help.twitter.com/portal
Doyle, Autorin des Buchs Internet Your Way
to a New Job (Das Internet als Weg zu einer
neuen Stelle), findet, dass weniger mehr ist.
„Man muss selektiv sein – Kontakte zu Personen knüpfen, die Ihrer Karriere förderlich
sein können und die Sie kennen. Wenn Sie bei der Stellensuche Kontakte knüpfen,
stellen Sie sich zunächst die Frage, wie mir ein gesuchter Kontakt helfen könnte.“
Finden Sie beispielsweise heraus, ob der potenzielle Kontakt überhaupt auf dem
gleichen Fachgebiet wie Sie arbeitet oder ob Sie gemeinsame Bekannte haben, die Sie
bitten könnten, die Beziehung herzustellen. Professionelle Netzwerke wie LinkedIn
sind speziell auf berufliche Kontakte ausgerichtet. Klicken Sie einfach auf den Link
• Feeds veröffentlichen, die Ihre
beruflichen Ziele präsentieren
Die clevere Stellensuche
15
„get introduced through a connection“ („Verbindung über einen Kontakt herstellen“)
unten im LinkedIn-Profil der entsprechenden Person. Mit einem selektiven Netzwerk
haben Sie stets eine spezifische Kontaktliste, wenn Sie Hilfe benötigen.
Andere Fachleute meinen, es sei besser, viele Kontakte zu haben, die man bei Bedarf
in Anspruch nehmen kann. Science Careers Autor Brooke Allen ist für ein „vielfältiges
Networking“. Er selbst hat Tausende von Online-Kontakten, die er bereits lange vor dem
Zeitalter von Facebook und LinkedIn kultivierte. Schawbel erklärt, eine Vielzahl von
„Connections“ könnte Ihre Glaubwürdigkeit erhöhen, so dass Sie „gut vernetzt“ erscheinen. Mit einem großen Netzwerk haben Sie auch bei Bedarf mehr Kontakte zur Hand.
Stellen Sie sich dar
Viele Unternehmen nutzen mittlerweile soziale Netzwerke kreativ, um mit potenziellen
Bewerbern in Kontakt zu kommen. So machen sie beispielsweise offene Stellen über
Twitter-Feeds bekannt – Raytheon (@Raytheon_Jobs) ist nur ein Beispiel. Dienste wie
TwitHire, Facebooks Marktplatz oder der Bereich „Classifieds“ auf MySpace wollen
Stellensuchende mit Arbeitgebern in Verbindung bringen. Solche Dienste können sich
lohnen. Und vergessen Sie auch nicht spezielle Netzwerke wie das Forum von Science
Careers (scforum.aaas.org), das Stellensuchende einlädt, einander in einer Fülle von Fragen
zu beraten.
Jason Alba, CEO von JibberJobber.com und Autor von I’m on LinkedIn – Now What??? (Ich
bin bei LinkedIn - Und Jetzt???) (imonlinkedinnowwhat.com) meint: „Ich habe gehört, dass
einige Unternehmen weniger Stellen offen ausschreiben und an Rekrutierungsgebühren
sparen, da sie so viele Bewerber auf LinkedIn verfügbar haben“. LinkedIn – und das bekanntere Facebook – werden schnell mindestens ebenso wichtig für eine Online-Stellensuche
wie Stellenbörsen.
LinkedIn
• soziales Netzwerk für
Geschäftskontakte
• lebenslaufähnliches Nutzerprofil
• Nutzer können ihre
E-Mail-Adressbücher hochladen
• gemeinsame Kontakte /
Gemeinsamkeiten entdecken
• Verbindungen entdecken, die
zwei oder mehr Grad voneinander
abweichen können
• Nutzer bringen eigene Kontakte ins
Spiel sowie die anderer Nutzer
• Nutzer stellen Anfragen in
Gruppen Gleichgesinnter oder in
ihrem eigenen Profil ins Netz
• http://press.linkedin.com/about
16
Was machen Sie mit diesen Online-Kontakten,
wenn Sie sie hergestellt haben? Halten Sie sie
mit den Tools der sozialen Netzwerke über Ihren
Status auf dem Laufenden: Tweets, FacebookMeldungen und Status-Feeds. Was Stellensuchende auf ihrem Profil veröffentlichen, sagt
viel über sie aus. Mit diesen gelegentlichen
Meldungen gestalten Sie Ihr Profil und geben
eine Fülle von Informationen zu Ihren persönlichen Interessen.
Zeigen Sie Ihre Bereitschaft, Kollegen zu
helfen. Stellen Sie sich Ihr Netzwerk bzw.
das soziale Netz im allgemeinen wie eine
Gruppe von Menschen vor, die sich bereit
erklären, einander für ein gemeinsames
Ziel zu helfen. Konzentrieren Sie sich also
darauf, Hilfe zu säen, nicht zu ernten: Bieten
Sie sich anderen an und helfen Sie, wenn
Sie darum gebeten werden. Auf vielen
sozialen Netzwerkseiten ist Geben denkbar
problemlos: Sie stellen einfach Meldungen
zu neuen Finanzierungsmöglichkeiten,
www.sciencecareers.org
interessante Artikel oder News zu offenen Stellen ins Netz. Oder seien Sie direkter
und bieten Sie sich beispielsweise als Kontakt an, der bei der Formulierung von
Bewerbungsschreiben hilft. Wie Ihre Situation auch aussehen mag, „Ihre Kontakte
werden Ihnen bereitwilliger einen Gefallen tun, wenn Sie bereits Ihre Hilfe angeboten
hatten“, meint Doyle. Nutzen Sie Ihre Kontakte – zusammen oder einzeln –, wenn Sie
jemanden kennen lernen müssen, einen Kontakt im Unternehmen benötigen oder
Tipps von einem Fachmann vor Ort benötigen.
Ihre Online-Identität
Neu in den sozialen Netzwerken? Zuerst müssen Sie eine Online-Präsenz entwickeln,
die Ihnen bei der Stellensuche hilft – nicht schadet. Gestalten Sie Ihre Online-Identität durch Ihre Profile auf LinkedIn, Facebook und anderen Seiten – natürlich ehrlich,
aber sehr positiv.
Facebook
• soziales Netzwerk nicht für Geschäftsbeziehungen
• Nutzer können ihre
E-Mail-Adressbücher hochladen
• gemeinsame Bekannte/
Interessen entdecken
• Links, Fotos und mehr
austauschen
• Gruppen Gleichgesinnter beitreten
• für berufliche Zwecke können
Nutzer ihre eigenen Kontakte und
die anderer Nutzer zum Einsatz
bringen
• http://www.facebook.com/help/
new_user_guide.php
Vergessen Sie nicht, dass ihre OnlinePräsenz über Ihre Profile hinausgeht. Ihre
Präsenz ist die Summe aller Beiträge, die
Sie verfasst haben oder die über Sie online
geschrieben wurden. Dazu gehören auch
Aufnahmen von der Party eines Freundes,
Nachrichtenartikel und Pressemitteilungen, in denen Sie erwähnt werden, BlogPostings und Twitter-Tweets. Websites
wie Facebook waren nicht für Geschäftsbeziehungen gedacht. Wenn Sie solche
Websites für die Stellensuche nutzen,
müssen Sie Ihre Beiträge entweder professionell halten oder rein privat. Das heißt,
nutzen Sie die Funktionen zum Schutz der
Privatsphäre (die in der Regel im Menü
Einstellungen zu finden sind), heben Sie
Ihre Verknüpfung zu peinlichen Fotos auf
oder entfernen Sie diese Aufnahmen ganz
und bitten Sie Ihre Freunde auch, keine
privaten Inhalte ins Netz zu stellen, in
denen Sie erwähnt werden.
Das Internet ist auch für Arbeitgeber ein leistungsstarkes Tool, das sie nicht nur zur
Erweiterung ihrer Liste potenzieller Kandidaten sondern auch zum Eingrenzen des
Bewerberpools verwenden. Ja, auch Arbeitgeber haben ein Auge auf Sie – wenigstens
sollten Sie davon ausgehen. „Personalmanager und Anwerber informieren sich über
Bewerber auf Facebook, Twitter und in anderen sozialen Netzwerken“, sagt Doyle.
Ebenso wie Sie sich bei einer Live-Veranstaltung um Ihr Aussehen und Ihren Auftritt
kümmern würden, sollten Sie daher auch im Internet Kontakte mit Bedacht nutzen
und Ihr persönliches Profil sorgsam und intelligent pflegen. Seien Sie diskret bei
Ihren Beiträgen und entfernen Sie nach Möglichkeit alle Informationen online, die Sie
in einem unprofessionellen Licht darstellen können. Äußern Sie keine kontroversen
Meinungen in Blogs oder auf anderen Websites. Und vermeiden Sie es, in öffentlichen
(oder auch privaten) Online-Gremien Veröffentlichungen eines Konkurrenten oder
Die clevere Stellensuche
17
eines Unternehmens schlechtzumachen, das Sie nicht zu einem Vorstellungsgespräch
eingeladen oder Ihnen keine Stelle angeboten hat.
Abmelden und aktiv werden
Ein geschickt aufgebautes Online-Profil, die aktive Nutzung der geeigneten sozialen
Netzwerke und diverse Online-Kontakte können Ihnen helfen, den sprichwörtlichen „Fuß
in die Tür“ zu bekommen. Doch dies ist nur der erste Schritt. Es sollte betont werden, dass
es zwar viel unangenehmer ist, sich eine Minute lang mit einem Fremden im Aufzug zu
unterhalten, aber die Sicherheit eines Online-Avatars sollte auf keinen Fall reale Netzwerke
und Beziehungen ersetzen. Es kann ein schwerwiegender Fehler bei der Stellensuche sein,
wenn Sie sich hinter einem Computer verstecken. Jetzt und in absehbarer Zukunft findet
der wichtigste Kontakt nach wie vor in der realen Welt statt, nicht online. Bereiten Sie sich
daher gut auf diese Live-Vorstellungsgespräche vor, treffen Sie Kollegen bei Vorträgen,
Konferenzen und geselligen Veranstaltungen. Wenn Sie eine Ihnen nicht vertraute Stadt
auf einer Geschäftsreise besuchen, finden Sie heraus, welche Ihrer Online-Kontakte dort
leben. Laden Sie sie zum Essen ein. Derartige physische Interaktion zahlt sich aus.
José Fernández verwaltet die sozialen Netzwerkaktivitäten für Science Careers.
Weitere Ressourcen
Science Careers Facebook Fan Page
facebook.com/sciencecareers
Science Careers Twitter feed
twitter.com/mysciencecareer
AAAS LinkedIn Group
bit.ly/a9Bgo
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Online-Stellensuche)
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bit.ly/fRU8Z
18
www.sciencecareers.org
Stellenbörsen –
ein hervorragendes Instrument
Von Garth Fowler ~ 9. Dezember 2005
An meiner ersten Stellenbörse nahm ich zufällig teil. Ich besuchte eine Konferenz, und als
ich nach dem Mittagessen an einem der Besprechungsräume vorbeiging, sah ich lange
Menschenschlangen vor kleinen Tischen stehen. Ich hatte nichts dagegen, mir die nächste
Vortragsreihe entgehen zu lassen, und beschloss, mir die Sache einmal aus der Nähe anzuschauen. So trat ich auf einen der wenigen Tische ohne Gedränge zu und fragte die Frau
dahinter, worum es ginge. „Das ist eine Stellenbörse“, meinte sie. „Suchen Sie einen Job?“
Ein glücklicher Zufall! Ganz ohne Mühe hatte meine Stellensuche begonnen. So verbrachte ich den Rest des Tages damit, Fragen zu meiner Forschungstätigkeit und meinen
Berufsvorstellungen zu beantworten. Aber ich hatte mir meine Antworten vorher nicht gut
überlegt. Ich wusste nichts über die teilnehmenden Unternehmen, und ich besaß keine
Strategie. Aber ich sammelte eine Fülle nutzloser Artikel wie Kühlschrankmagneten, kleine
Schlüsselanhänger-Taschenlampen und Visitenkarten und fühlte mich am Ende des Tages
euphorisch: Jetzt kannten mich die Personalvermittler. Daher würde es sicher nur noch
eine Frage der Zeit sein, bis mich einer von ihnen anrief und mir einen Traumjob anbot.
Jedenfalls stellte ich mir das so vor.
Zurück im Labor war es „Business as usual“. Keine Anrufe. Ich fasste nicht nach, da ich
mich an die Namen der Personalvermittler nicht erinnerte. Die Visitenkarten hatte ich
verloren oder weggeworfen oder – noch schlimmer – vergessen, für welche Unternehmen
sie arbeiteten. Mich nicht an die Namen der Personalvermittler zu erinnern, war nicht so
tragisch. Viel gravierender, wie ich erkannte, war es, dass die Personalvermittler sich nicht
an mich erinnerten. Warum sollten sie auch? Auf ihrem Radarbildschirm war ich nur ein
winziger, vorüberziehender Punkt.
Die clevere Stellensuche
19
Meine Schlussfolgerung: Stellenbörsen sind reine Zeitverschwendung. Tja, das stimmt,
wenn man sie so angeht wie ich. Aber bereits damals kannte ich Kollegen – und kenne
heute viele mehr –, denen sich durch Stellenbörsen Chancen eröffneten und von denen
einige sogar aufgrund dessen eine Stelle gefunden haben. So fragte ich mich allmählich:
Warum war meine Erfahrung so anders gewesen?
Der häufigste Fehler
„Der häufigste Fehler“, meint Marc Mascolo, ein Anwerber für Johnson & Johnson, „ist
keine Vorbereitung.“ Mascolo hat sich auf Stellenbörsen im ganzen Land Hunderte von
Stunden mit jungen Nachwuchswissenschaftlern unterhalten. Er hat viele qualifizierte und
begabte Wissenschaftler kommen und gehen sehen, die es versäumten, einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen oder eine Stelle zu finden.
Was heißt es also, für eine Stellenbörse vorbereitet zu sein? Es heißt, dass Sie sich
selbst und Ihre potenziellen Arbeitgeber kennen. Selbstprüfung und Selbstbeurteilung
können schmerzhaft sein, aber sie sind nötig. Sie müssen Zeit und Energie investieren
und möglicherweise etwas Qual auf sich nehmen um herauszufinden, was Sie im Leben
genau erreichen möchten. Wirksame Antworten auf Kernfragen wie diese zu finden, ist
der erste Schritt:
• Welche Art von Stelle suchen Sie gerade?
• Wo wollen Sie in zehn Jahren stehen?
• Welche Fähigkeiten und welches Know-how haben Sie einem Arbeitgeber zu bieten?
• Welche Nachweise können Sie für die Qualität Ihrer Arbeit liefern?
Sobald Sie diese Fragen beantwortet haben – was nicht mehr als 10 oder 20 Jahre dauern
dürfte –, können Sie zu Schritt zwei übergehen: finden Sie heraus, welche Unternehmen an
der Stellenbörse teilnehmen und welche Stellen sie anbieten. Die meisten Organisatoren von Stellenbörsen erstellen eine Liste der Unternehmen, die an der Börse teilnehmen möchten und veröffentlichen diese Liste auf einer Website. Finden Sie die Liste,
prüfen Sie sie und checken Sie, welche Stellen in den Firmen offen sind, für die Sie sich
am meisten interessieren; häufig ist auch ein Link zur Website des jeweiligen Unternehmens vorhanden. Ermitteln Sie dann, welche Mitarbeitertypen gesucht werden und
welche Tätigkeiten Sie vielleicht gerne ausüben würden.
Was ist, wenn Sie ein interessantes Unternehmen finden, das gerade aber keine Stellen offen hat, die zu Ihren Fähigkeiten und Interessen passen? Sie könnten versucht
sein, sich aus dem Grund um Stellen zu bewerben, für die Sie sich nicht interessieren,
dass Sie auf diese Weise einen Fuß in der Tür des betreffenden Unternehmens haben.
Widerstehen Sie der Versuchung. Arbeitgeber stellen Wissenschaftler ein, die wissen, was sie wollen. Die Einstellungsmanager spüren es, wenn Ihr Interesse lauwarm
ist. Noch schlimmer ist es aber, wenn sie Ihr Desinteresse nicht bemerken und Sie
eine Stelle bekommen, die Sie eigentlich gar nicht haben wollen. Das wäre keine
vielversprechende Strategie für eine erfolgreiche Karriere. Besser ist es, wenn Sie
sich über das Unternehmen informieren und dann Vertreter des Unternehmens auf
der Stellenbörse treffen. Seien Sie bereit, Fragen der Einstellungsmanager offen und
ehrlich zu beantworten. Lassen Sie Ihren Gegenüber wissen, welche Art von Stelle Sie
suchen, und beeindrucken Sie ihn mit Ihrer Aufmerksamkeit, Konzentriertheit und Ihren
vorzüglichen Referenzen.
Welche Fragen werden Ihnen also vermutlich gestellt? Hier sind einige, auf die Sie
vorbereitet sein sollten. Die meisten Fragen sind einfach, aber die letzten beiden – und
besonders die letzte Frage – könnten etwas Selbstreflexion erfordern.
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•
•
•
•
•
•
Welche Forschung haben Sie durchgeführt?
Welche Experimentiertechniken beherrschen Sie?
Sind Sie mobil und wenn ja, wohin wären Sie bereit umzuziehen?
Wann können Sie anfangen?
Warum interessieren Sie sich für unser Unternehmen?
Die allseits gefürchtete Frage: „Erzählen Sie von sich.“
„Erzählen Sie von sich“ (TMAY, „Tell me about yourself“) ist nicht wirklich eine Frage, es
ist eine Bitte, ein Befehl. Aber es ist auch eine Chance für Sie, Ihre sorgfältig vorbereitete
Selbstdarstellung auf spontane und einnehmende Weise anzubringen. (Dave Jensen
befasst sich mit diesem „TMAY“-Aspekt in einem „Tooling-Up“-Artikel. Lesen Sie den
Artikel und arbeiten Sie Ihre Präsentation sofort aus.)
Formulieren Sie Ihre Antwort auf die Frage „Erzählen Sie von sich“ – und Ihre Antworten
auf die anderen Standardfragen – knapp und ohne technische Fachbegriffe. „Wissenschaftliches Gefasel ist ein absolutes Tabu“, erklärt Lisa Anderson, eine Anwerberin von
Transform Pharmaceuticals. Gefasel kommt häufig zustande, wenn Sie nicht genügend
über die Antwort auf die Frage nachdenken oder wenn Sie Ihre Antwort nicht ausreichend
üben und nicht überzeugend herüberbringen. Falls Sie sich beim Gefasel ertappen, denken
Sie eine Sekunde lang daran, was Sie eingeübt haben und raffen Sie sich schnell wieder
zusammen. „Denken Sie daran, dass nicht alle Anwerber Wissenschaftler sind“, so Lisa
Anderson weiter. Sie fügt hinzu, dass die Übermittlung technischer Informationen an nicht
fachlich versierte Personen eine zentrale Fähigkeit im Unternehmensumfeld ist – und eine
Begabung, auf die Personalanwerber achten.
Achten Sie auf Ihr Äußeres
Mitunter fesselt uns Wissenschaftler unsere Arbeit so sehr oder wir bemühen uns so
sehr, sie in einem möglichst positiven Licht zu präsentieren, dass wir vergessen uns
zu duschen (oder vielleicht geht es nur mir so …). Ein wichtiger Aspekt, wie Sie ein
Stellenangebot erhalten, besteht darin, dass Sie sich selbst mit der gleichen Sorgfalt
präsentieren, wie Sie Ihre Arbeit präsentieren. Unternehmen brauchen Wissenschaftler
mit hervorragenden technischen Fähigkeiten, einer vorzüglichen Ausbildung und Mitarbeiter mit sehr guten sozialen Eigenschaften und Gruppenverhalten. Die Stellenbörse
ist die erste Gelegenheit eines Stellenanwerbers, Sie nicht nur als Wissenschaftler unter die Lupe zu nehmen, sondern auch als potenziellen Kollegen. Und niemand möchte
mit jemandem zusammenarbeiten, der … nun, unangenehm riecht, seine Haare nicht
ordentlich kämmen oder sein Hemd richtig zuknöpfen kann. Um einen guten Eindruck
zu hinterlassen, zählen folgende Aspekte:
• Kleiden Sie sich professionell – legere Geschäftskleidung ist üblich, keine Jeans oder TShirts. Bei Männern kann eine Krawatte nie schaden. Frauen (und Männer!) sollten sich
gut, aber nicht provokativ kleiden. Bewahren Sie sich sexy Kleider für die Tanzfläche auf.
• Fragen Sie den Personalanwerber nach seinem Namen und merken Sie ihn sich. Falls
Sie kein gutes Namensgedächtnis haben, legen Sie sich ein Buch mit Gedächtnisstützen
zu und üben Sie.
• Sobald Sie sich Ihrem Gesprächspartner nähern, nehmen Sie die Hand aus der Tasche
und öffnen Sie sie, damit sie trocknen kann; niemand möchte eine vom Schweiß feuchte
Hand schütteln. Geben Sie dann dem Anwerber die Hand mit einem festen Händedruck,
natürlich ohne seine Hand zu zerquetschen.
• Blicken Sie dem Personalanwerber in die Augen; schauen Sie nicht auf Ihre Füße –
oder seine.
Die clevere Stellensuche
21
• Bleiben Sie höflich: Sagen Sie „Danke“, „bitte“ usw.
• Sprechen Sie begeistert über Ihre Arbeit, aber täuschen Sie den Enthusiasmus nicht vor.
Bleiben Sie sachlich, geben Sie aber nicht den Anschein, als wäre Ihnen Ihre Arbeit egal.
Ihre Zeit mit einem Personalvermittler ist mehr Konversation denn ein Vorstellungsgespräch. Was Sie sagen ist wichtig, aber was Sie hören – und im Gedächtnis behalten, ist
mindestens ebenso wichtig. Zeigen Sie dem Personalvermittler, dass Sie zugehört haben.
Formulieren Sie das Gehörte um und integrieren Sie es in neue, fundierte Fragen. Stellen
Sie es sich vor wie eine improvisierte Zusammenfassung am Ende eines Ihrer Experimente,
nur mit mehr Spontaneität und Farbe. Denken Sie daran: Konversation ist nicht geplant, sie
ergibt sich von allein.
Seien Sie aktiv
Auch wenn Sie die Stellenbörse abends verlassen, ist Ihr Tagwerk noch nicht erledigt:
Die Umsetzung Ihres Selbstmarketingplans fängt gerade erst an. Was ist der nächste
Schritt? Nachfassen. Ich habe ein Verfahren entwickelt, bei dem ich mich nach der
Stellenbörse sofort an einen ruhigen Ort zurückziehe, alle gesammelten Visitenkarten
und Informationsblätter herausnehme und meine Schritte auf der Stellenbörse noch
einmal in Gedanken durchgehe. Ich mache mir Notizen zu den Gesprächen, die ich
mit jedem Stellenvermittler geführt habe und überlege, wie ich bei jedem am besten
nachfassen kann: einen Lebenslauf einreichen, einen Anwerbemanager anrufen oder
ein kurzes Dankesschreiben senden. So nahm mein Nachfassplan Gestalt an. Es
dauerte nie mehr als 20 Minuten, und sobald ich einen Plan hatte, war der Rest einfach.
Üben Sie
Jedes Unternehmen will selbstbewusste Mitarbeiter mit einwandfreiem Auftreten einstellen. Selbstbewusstsein und ein einwandfreies Auftreten haben Sie hoffentlich, aber um
die Stelle an Land zu ziehen, müssen Sie auch einen guten Eindruck hinterlassen, und
wie spontan und intuitiv Sie auch sein mögen, geht nichts über Übung. Meine erste Stellenbörse habe ich verpatzt, aber im Laufe der Zeit hat sich meine Leistung verbessert. Sie
können aus meinen Fehlern lernen und Ihre erste – oder vielleicht nächste – Stellenbörse
optimal nutzen.
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf ScienceCareers.org veröffentlicht.
Er ist online erhältlich unter bit.ly/loWPf
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– sind Stellenbörsen fair?)
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On Headhunters (Über Headhunter)
bit.ly/qFqXz
Interviewing Skills: What to Do When They Say “Tell Me about Yourself”
(Vorstellungsgespräche geschickt geführt: Was Sie tun, wenn Sie aufgefordert
werden „Erzählen Sie von sich“)
bit.ly/y0ZWU
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www.sciencecareers.org
Ein erfolgreiches Anschreiben verfassen
Von John K. Borchardt ~ 10. März 2006
Das Anschreiben zu Ihrem Lebenslauf ist sowohl eine Einführung als auch ein Instrument
um sich selbst zu verkaufen. „Es sollte zeigen, was diesen Bewerber von allen anderen
abhebt“, rät Professor Jeffrey Stansbury, Leiter des Stellenbesetzungsausschusses im
Fachbereich Gesichtsschädelbiologie der University of Colorado School of Dentistry in
Denver. Wie bei jeder guten Verkaufskampagne sollte Ihr Anschreiben im Kunden den
Wunsch wecken, mehr über das Produkt zu erfahren – in diesem Fall Sie!
Ein gutes Anschreiben besitzt wie eine gute Verkaufskampagne mehrere prägnante
Merkmale. Erstens schadet es nicht, es hinterlässt keinen schlechten Eindruck.
Zweitens stellt es unter Beweis, dass das Produkt den konkreten Bedürfnissen des
Verbrauchers – Ihres künftigen Arbeitgebers – entspricht. Drittens versichert das Anschreiben dem Kunden, dass die Produktqualität (Sie!) erstklassig ist. All dies zu erreichen, ist einfacher gesagt als getan. Wie verfassen Sie also ein Anschreiben, das
Ihren Fähigkeiten gerecht wird und Ihnen eine Einladung zum Vorstellungsgespräch
verschafft? Zunächst einmal brauchen Sie einen Plan.
Das Ziel
„Ein erfolgreicher Kandidat beeindruckt den Einstellungsausschuss unmittelbar mit
seinem Anschreiben und vermittelt den Ausschussmitgliedern den Wunsch, sich
durch den Lebenslauf und die Empfehlungsschreiben zu arbeiten und die Informa-
Die clevere Stellensuche
23
tionen auszugraben, die die positiven Behauptungen bestätigen“, erklärt Professor
Stansbury. „Daneben gibt das Anschreiben einen Einblick in die Persönlichkeit des
Bewerbers und Anzeichen darauf, ob der Bewerber strukturiert und effektiv kommunizieren kann.“
Eine der wichtigsten Funktionen einer guten Verkaufsstrategie besteht darin,
Schaden zu vermeiden. „Einige Anschreiben können unbeabsichtigt einen negativen
Eindruck vom Bewerber hinterlassen“, so Robert Horvitz, Leiter des Einstellungsausschusses des MIT-Fachbereichs Biologie. Dies gelte vor allem, wenn „das Anschreiben nachlässig aufgesetzt wirkt oder darauf hindeutet, dass der Bewerber keine
ausreichenden Englischkenntnisse besitzt. Dadurch könnte ein Bewerber seine
ganzen Chancen zunichte machen“, fügt Kenton Whitmire, Leiter des Fachbereichs
Chemie an der Rice University in Houston, Texas, hinzu.
Horvitz zufolge sollten Anschreiben „ordentlich und professionell sein“ und auf eine
Seite passen. Whitmire würde Bewerbern etwas mehr Platz gewähren; er meint,
das Schreiben sollte „nicht länger als ein oder zwei Seiten“ sein. „Damit es kurz
bleibt, sollte es nicht die im Lebenslauf, der Liste von Publikationen oder anderen
angehängten Dokumenten enthaltenen Informationen wiederholen“, so Whitmire.
„Es sollte vielmehr als Mittel dienen, um die Faktoren hervorzuheben, die den
Bewerber seiner eigenen Einschätzung nach zur perfekten Besetzung für die offene
Stelle machen.“
Die perfekte Paarung
Ein wirkungsvolles Anschreiben betont nicht nur Ihre Stärken, sondern es verdeutlicht
auch, wie gut diese Qualitäten auf die offene Position passen würden. „Bewerber
sollten Ausschreibungen von Stellen in der Fakultät sorgfältig lesen und sicherstellen,
dass ihr Hintergrund und ihre Ziele zur angebotenen Stelle passen. Sie verlieren an
Glaubwürdigkeit, wenn Sie nicht glaubhaft begründen können, warum Sie für diese
Position wie geschaffen sind“, erläutert Whitmire. „Wenn das Anschreiben Wirkung
erzielen soll, muss es an die jeweilige Institution angepasst werden.“
„Es gibt keine Entschuldigung, kein Anschreiben zu verfassen das verdeutlicht,
dass und inwiefern Ihre Bildung, Erfahrung und Interessen genau dem entsprechen,
was die Institution sucht“, warnt Julia Miller Vick, Mitautorin des Academic Job
Search Handbook (University of Pennsylvania Press, Juli 2001). „Wenn Sie das
nicht tun würden, wäre es Faulheit“, bemerkt Horvitz. „Ein Standardbrief oder ein
allgemein verfasster Brief erreicht selbst im besten Fall kaum etwas und überlässt
die Beurteilung der Bewerbung ganz dem Einstellungsausschuss.“ Im schlimmsten
Fall kann Sie ein allgemein verfasstes Anschreiben als nicht wünschenswerten
Kandidaten abstempeln.
„Viele Bewerber für akademische Positionen glauben, dass im Bewerbungsprozess ihre
bisherigen Arbeiten beurteilt werden. ‘Wie gut ist er oder sie?’ Aber ebenso wichtig ist,
wie gut der Kandidat zum Unternehmen passt“, sagt Whitmire. „Wie gut wird sich diese
Person ins Unternehmen einfügen? Die Beurteilung der bisherigen Arbeit ist erforderlich, aber die Entscheidung, einen Kandidaten zum Vorstellungsgespräch einzuladen,
wird häufig basierend auf dem Forschungsfeld oder anhand eines anderen Kriteriums,
wie gut der Kandidat momentan in die Abteilung passt, getroffen“
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Planung
Erkundigen Sie sich zunächst einmal über die Abteilung oder den Fachbereich im
Allgemeinen und konkret über die offene Stelle. Die Websites der Abteilungen bzw.
Fachbereiche sind ein guter Ausgangspunkt, aber das sollte nicht das Ende Ihrer
Bemühungen sein. Suchen Sie Informationen, die über die öffentlich verfügbaren
Quellen hinausgehen und verschaffen Sie sich eine Perspektive. „Im Idealfall sprechen
Bewerber mit ihren Beratern/Mentoren, um einen Eindruck für die Organisation zu
erhalten, bei der sie sich bewerben möchten”, empfiehlt Whitmire. Gute Bekannte
unter leitenden Mitarbeitern können den gleichen Zweck erfüllen. Lesen Sie zwischen
den Zeilen der Stellenanzeige und überlegen Sie, was wirklich gewünscht wird.
Sobald Sie sich über die Organisation, den Fachbereich und die offene Stelle informiert
haben, überlegen Sie, welche Fähigkeiten oder besonderen Eigenschaften ein Bewerber
benötigt, um in dieser Position hervorragende Leistung zu zeigen. Und dann identifizieren
Sie, welche Ihrer Qualifikationen und Leistungen diese Abteilung bzw. diesen Fachbereich
besonders interessieren werden. Denken Sie an Ihre Forschungspläne, bisherigen
Forschungsleistungen, Sonderprojekte und früheren Tätigkeiten.
Welche Beweise können Sie vorbringen, dass Sie Ihr Hintergrund und Ihre Pläne gut
auf diese Position vorbereiten? Inwieweit entsprechen Ihre Forschungsinteressen den
in der Anzeige beschriebenen? Wie gut ergänzen sie die Arbeit der aktuellen Fakultätsmitglieder? Wie wird Ihre Anwesenheit in diesem Lehrstuhl die Abteilung bzw. den
Fachbereich verbessern? All diese Informationen bestimmen, was Sie in Ihrem
Anschreiben hervorheben sollten.
Der Hauptteil des Anschreibens
Ihre Forschungsleistungen und -pläne sollten den Hauptteil Ihres Anschreibens für
eine akademische Forschungsposition ausmachen. In Institutionen, die sich vor allem
auf die Lehre konzentrieren, sollten Sie in erster Linie Ihre Lehrerfahrung, Prinzipien
und Ziele hervorheben – und die Eignung Ihres Forschungsprogramms für eine
lehrorientierte Umgebung.
„Grobe Lehr- und Forschungspläne müssen konkret formuliert sein, sonst sind sie nicht
aussagekräftig“, meint Stansbury. Konzentrieren Sie sich auf Ihre zwei oder drei wichtigsten Beispiele für geplante Forschungsprojekte und innovative Lehrpläne wie z. B. die
Ausarbeitung neuartiger Studiengänge. Dabei sollten Sie für jedes Anschreiben andere
Beispiele wählen, um die Schreiben auf die jeweilige Stelle abzustimmen.
Die Einleitung
Nach dem Hauptteil Ihres Briefes kommen Sie zum wichtigsten Teil: das Formulieren einer
Aufmerksamkeit erregenden Einleitung mit einem guten Aufhänger. Ihr Aufhänger sind
Ihre Qualitäten, die Sie besonders gut für eine bestimmte offene Stelle geeignet machen.
Sehr wirkungsvoll wäre beispielsweise, wenn Sie noch einmal kurz angeben, wie sehr
Ihre Forschungsinteressen den gesuchten Interessen der jeweiligen Abteilung bzw. des
Fachbereichs entsprechen.
Die Einleitung sollte kurz sein, aber länger als ein Satz. Wenn Sie die Aufmerksamkeit Ihres
Lesers mit dem Aufhänger geweckt haben, fassen Sie Ihre wichtigsten und relevanten
Qualifikationen kurz und prägnant zusammen. Geben Sie nur die Essenz wieder, sonst
Die clevere Stellensuche
25
verlieren Ihre Leser schnell das Interesse und nehmen den nächsten Bewerbungsordner
zur Hand.
Der Schluss
Finden Sie ein klares Ende für Ihr Anschreiben. Lassen Sie es nicht in einem ungewissen
oder schwachen Ende münden. Ein starkes Ende vermittelt ein Bild von Ihnen als
durchsetzungsfähiger, selbstbewusster und entschlossener Person. Es kann nie
schaden, mit der Bitte um ein Vorstellungsgespräch zu enden.
Letzte Bearbeitung
Sorgen Sie dafür, dass Ihr Anschreiben ein Musterbeispiel für Ihre schriftlichen Fähigkeiten
ist, indem Sie es abschließend sorgfältig überarbeiten. Das Schreiben muss flüssig und gut
lesbar sein. Fokus und klare Ausdrucksweise deuten auf einen zielstrebigen Charakter und
strukturiertes Denkvermögen hin – sehr wünschenswerte Eigenschaften bei Mitarbeitern
im Fachbereich bzw. in der Abteilung.
Kehren Sie dann zur kritischen Frage zurück: Entsprechen Ihre Forschungsinteressen,
sonstigen Qualifikationen und Ihre Persönlichkeit den Anforderungen des Einstellungsausschusses? Alles, was diese Gemeinsamkeiten nicht betont, sollte rigoros entfernt werden.
Legen Sie das Schreiben dann für ein oder zwei Tage auf die Seite, bevor Sie es noch
einmal überarbeiten. Der Abstand, den Sie durch diese kurze Pause erhalten, wird Ihnen
helfen, das Verfasste deutlicher zu sehen. Mit etwas Abstand sehen Sie klarer, ob sich
Ihre Absätze fließend aneinanderreihen. Die Logik, die während der Niederschrift noch so
offensichtlich erschien, wirkt nach einem oder zwei Tagen möglicherweise eher verworren.
Lesen Sie sich Ihr Anschreiben und Ihren Lebenslauf noch einmal sorgfältig durch um
sicherzugehen, dass die darin enthaltenen Informationen wirklich absolut schlüssig sind.
Oft gibt sich ein Einstellungsausschuss nicht die Mühe, Unstimmigkeiten zu klären, er legt
die Bewerbung zur Seite und nimmt die nächste zur Hand.
Und ein letzter Tipp von Whitmire: „Geben Sie Ihr Anschreiben einer vertrauenswürdigen
Person mit Erfahrung auf diesem Gebiet zur Ansicht. Häufig kann es hilfreich sein, eine
zweite Meinung zu hören, wie sich ein Text für den Leser anhört, also was der Empfänger
aus dem Schreiben liest, nicht was Ihre Absicht beim Verfassen des Schreibens war.“
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf ScienceCareers.org veröffentlicht.
Er ist online erhältlich unter bit.ly/15xZAf
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The Commandments of Cover Letter Creation (Die Gebote der
Formulierung von Bewerbungsschreiben)
bit.ly/EUnJI
Cover Letters: Cover the Marketing (Anschreiben: Marketing zählt)
bit.ly/kvHFo
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Verleihen Sie Ihren
Marketingunterlagen Pepp
Von David G. Jensen ~ 15. Februar 2008
Dies ist kein Artikel über Lebensläufe. Ich bin kein Fan von Lebensläufen und lehne
in der Regel ab, Vorträge zu diesem Thema an der Uni zu halten. Ich finde, viele
Wissenschaftler übertreiben es mit dem äußeren Erscheinungsbild ihrer Unterlagen.
Sie quälen sich mit dem ersten Entwurf und ändern ihn dann wieder und wieder,
während sie viel besser daran täten, an Besprechungen teilzunehmen, Telefonanrufe
zu tätigen oder sich an anderen, produktiveren Aktivitäten zu beteiligen.
Ich vertrete nach wie vor die Ansicht, dass ein guter Lebenslauf besser ist als ein
hervorragender, denn ein guter Lebenslauf liegt bei Ihrem potenziellen neuen
Arbeitgeber und spricht für Sie, während der hervorragende noch immer analysiert
und überarbeitet wird. Und da ich diesen Unsinn nicht noch unterstützen möchte,
werde ich mich darauf konzentrieren, Ihnen zu helfen, Ihre Bewerbungsunterlagen auf
ein „gutes“ Niveau zu bringen. Darauf können Sie mit Ihren immer besser werdenden
Networking-Fähigkeiten aufbauen.
Einige Themen zu Lebensläufen sind nach wie vor kontrovers
Leider wimmelt es noch immer von Lebenslauf-Ideologen. Wenn Sie ein „Einseiter“
sind, schwören Sie Stein und Bein, dass nichts auf der Welt schlimmer ist als ein
mehrseitiger Lebenslauf – und umgekehrt. In jedem Nachschlagewerk zu Lebensläufen in der amerikanischen Library of Congress (und dort stehen Tausende dieser
Werke im Regal!) finden Sie widersprüchliche Empfehlungen.
Ein Lebenslauf ist in der Regel eine nüchterne Auflistung von Fakten und Daten zu
einer Person. Um sich zu verkaufen, ist es weitgehend untauglich. Ihre Unterlagen
sind also nicht viel mehr als ein Instrument, um Ihnen ein Vorstellungsgespräch und
eine Chance auf die offene Stelle zu verschaffen. Der Lebenslauf ist ein objektiver
biographischer Abriss, und nicht mehr und nicht weniger wird in akademischen
Die clevere Stellensuche
27
Kreisen erwartet. Manche Marketing-scheuen, sachlichen Akademiker nutzen den
gleichen Ansatz für ihre Anschreiben. Ich vermute, dass dieser trockene Ansatz
manchmal funktioniert, manchmal aber auch nicht.
Wenn diese Wissenschaftler ihren sachlichen Lebenslaufstil aber auf ihre Bewerbungsschreiben und ausführlichen Lebensläufe für Stellen in der Industrie übertragen, funktioniert es nicht mehr. In der Industrie wird mehr erwartet. Ihr Schreibstil
in Ihrer Bewerbung für eine Stelle in der Industrie – und auch für Ihr Anschreiben
– sagen etwas über Sie aus. Ihre Wortwahl, Ihre Wahl ausdrucksstarker Begriffe und
Beschreibungen arbeiten für oder gegen Sie.
Konzentrieren Sie sich auf deren Interessen, nicht auf Ihre eigenen
In akademischen Kreisen ist ein Lebenslauf eine vollständige (und anstrengende!)
Liste von Leistungen aus Bildung, Beschäftigung, Auszeichnungen, Präsentationen,
Veröffentlichungen, Stipendien – alles, was Sie beruflich bereits erreicht haben.
In der Industrie ist eine andere Art von Lebenslauf üblich. Auch dieser ist eine
Auflistung der Leistungen, meist aber eleganter formuliert und selektiver – und viel
kürzer. Obwohl ein einseitiger Lebenslauf seine Fans hat, können die tabellarischen
Lebensläufe (bei erfahrenen Wissenschaftlern mit unzähligen Zuschüssen und
Veröffentlichungen) 20 bis 30 Seiten oder sogar noch mehr umfassen. Und während
ein akademischer Lebenslauf meist wirklich nur eine Liste ist, kann ein Resümee, ein
Lebenslauf für die Industrie, von diesem Listenansatz abweichen und beispielsweise
mit einer „Zielaussage“ beginnen.
Wenn Sie eine wissenschaftliche Position in der Industrie anstreben, empfehle ich Ihnen einen etwas anderen Ansatz. Ich nenne dieses etwas geschönte Dokument einen
„Industrielebenslauf“. Dieser Industrielebenslauf sollte ein überzeugenderes Bild
von Ihren Fähigkeiten zeichnen als ein akademischer Lebenslauf, und er sollte kürzer
sein. Führen Sie nicht nur ausgewählte Fakten auf, aber konzentrieren Sie sich stärker
auf die Bedürfnisse des Arbeitgebers, als Sie es sonst bei den meisten Lebensläufen
tun würden. Hier kommen ausdrucksstarkes Schreiben und geschicktes Redigieren
ins Spiel.
Nehmen wir die „Zielaussage“, die einige Bewerber in ihren Lebenslauf aufnehmen.
Vermutlich besser als nichts, aber im Grunde interessieren sich Arbeitgeber für ihre
eigenen Ziele, nicht für die Ihren. Der Einstellungsmanager denkt doch nur daran,
dass er eine Stelle zu besetzen hat. Alles, was ihn interessiert, ist, ob der Bewerber
die damit verbundene Arbeit bewältigen kann.
Wirkungsvoller wäre eine „Qualifikationen“-Aussage, die auf die Stelle abgestimmt
ist, für die Sie sich bewerben. Rufen Sie sich alles, was Sie über die Stelle wissen, ins
Gedächtnis und setzen Sie eine Aussage auf, warum Sie die Stelle perfekt ausfüllen
würden. Wenn Sie den Leser des Lebenslaufs, der im Schnitt 20 bis 30 Sekunden auf
jeden Lebenslauf verwendet, davon überzeugen können, dass Sie seinen Bedürfnissen gerecht werden können, kommen Sie sicher in die engere Auswahl.
Schreiben Sie also nicht:
Ziel: Mikrobiologe in der Forschung mit 3 Jahren Graduiertenforschung in Genexpression und Metabolismus von E. coli möchte seine Kenntnisse in der Industrie
zur Anwendung bringen. Suche Position als Forscher in einem expandierenden
Biotechnologie-Unternehmen (vorzugsweise im Nordosten des Landes).
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Welcher Personalmanager wird Sie schon freiwillig dafür bezahlen, dass Sie
„Kenntnisse in der Industrie anwenden“ möchten? Das Unternehmen, bei dem Sie
sich bewerben, hat bestimmte Probleme, die Sie für es lösen sollen. Schreiben Sie
also etwas, was den spezifischen Bedürfnissen Ihres potenziellen Arbeitgebers eher
gerecht wird, wie z. B.:
Qualifiziert durch: Drei Jahre Erfahrung mit der Erhöhung der Anzahl von
sekundären E. coli Metaboliten in computergesteuerten 5-Liter-Fermentationsanlagen. Im Hauptstudium Schwerpunkt auf Genetik und metabolischen Pfaden in
Verbindung mit unmittelbarer Befassung mit mikrobieller Physiologie und Fermentationsmodellierung.
Dieser Ansatz berücksichtigt die Qualifikationen des Bewerbers für die Stellenanforderungen. Während der erste Ansatz die Lernerfahrungen in einem akademischen
Umfeld betont, vermittelt der zweite den Eindruck einer cleveren Person, die die
Probleme angehen möchte, die das Unternehmen lösen muss.
Weitere Anpassungen Ihres Lebenslaufes für Positionen in
der Industrie
Ein weiterer Artikel zu diesem Thema im Bereich „Tooling Up“ („CVs That Open Industry Doors“, „Lebensläufe, die Türen in der Industrie öffnen“) beschreibt eine Reihe
weiterer Unterschiede zwischen dem Lebenslauf für eine akademische Position und
dem Lebenslauf für eine Stelle in der Industrie.
Verwirrung kann dadurch hervorgerufen werden, dass die Unterschiede zwischen
den einzelnen Lebensläufen nicht immer klar erkennbar sind. So werden im
Englischen oft die Begriffe „CV“ und „Resume“ synonym gebraucht. Das geht mir
auch so im Bereich „Tooling Up“ von ScienceCareers.org. Wichtig ist aber, dass ein
für technische Positionen verfasster Lebenslauf ausführlicher sein sollte. Bei einem
frisch graduierten Bewerber sollte dieser Lebenslauf drei bis fünf Seiten lang sein
und auch eine Liste von Publikationen umfassen. Einige Lebensläufe sind länger,
aber was zählt, ist, dass der Lebenslauf prägnant ist.
Für die Industrie müssen Sie Ihren Lebenslauf kürzen, d. h. überflüssige Details
streichen und dafür das überzeugende Argument einfügen, das Ihnen eine Einladung
zum Vorstellungsgespräch beschert. Die Überzeugungskraft liegt in Ihrer Zusammenfassung von Qualifikationen ganz oben auf der ersten Seite (praktisch Ihr Verkaufsargument). Streichen Sie nun einige der überflüssigen Details, die längst vergangene
akademische Leistungen hervorheben.
So müssen Sie nicht jedes erstellte Poster oder jede verfasste kurze Zusammenfassung
aufführen. Lassen Sie „persönliche Interessen“ weg. Manch ein Personalmanager mag
zwar an Ihrem Interesse für Bowling interessiert sein, die meisten empfinden diese
Informationen jedoch als Ablenkung, und einige könnten dadurch sogar einen negativen
Eindruck erhalten.
Beenden Sie die Formulierung Ihres Lebenslaufes mit der Qualifikationspräsentation.
Dann kommt es auf die abschließende Bearbeitung an: säubern, kürzen, formatieren,
fokussieren – allgemein dafür sorgen, dass dieser Lebenslauf keine Ähnlichkeit mit
dem Lebenslauf hat, den Ihr Tutor oder Karriereberater auf seinem Rechner hat.
Die clevere Stellensuche
29
Lebenslauf und Anschreiben: Sorgfältig formulieren
Der Lebenslauf für Positionen außerhalb der Forschung sollte stets kurz sein.
Vielleicht interessieren Sie sich für eine Tätigkeit als Management-Berater oder im
Marketing oder der Geschäftsentwicklung. In diesen Fällen sollte Ihr Lebenslauf nicht
länger als ein oder zwei Seiten sein. (Einige Industriezweige – vor allem die Beratung
– bestehen auf einer einzigen Seite.) Wenn Sie sich so kurz fassen müssen, zählt
natürlich jedes Wort. Verwenden Sie möglicherweise einige der „Action-Begriffe“, die
die University of the District of Columbia für ihre Jurastudenten zusammenstellte.
Diese Liste ist ausgezeichnet.
Das zweite wichtige Dokument, das Ihren Lebenslauf ergänzt, ist Ihr Anschreiben.
Der Stil Ihres Anschreibens kann darüber entscheiden, ob Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Darum sollten Sie niemals ein Standardformular
verwenden. In der Regel lesen Personalmanager und ihre Mitarbeiter Anschreiben.
Dies ist also Ihre Chance, sich auf eine besondere Leistung zu konzentrieren und
sicherzustellen, dass man Ihrem Lebenslauf mehr Aufmerksamkeit als die üblichen
20 bis 30 Sekunden schenkt.
Denken Sie bei der Formulierung des Anschreibens daran, was die Leser suchen und
geben Sie ihnen das Gewünschte. Heben Sie in einem kurzen Absatz eine Leistung
hervor, die im Lebenslauf detaillierter ausgeführt ist. Wie die „Qualifikationspräsentation“ im Lebenslauf weckt auch dieser Absatz Interesse.
Ein Beispiel:
Ich habe vor kurzem in einem Team mitgewirkt, das die im Journal of Fermentation
Science veröffentlichten Arbeiten zum E. coli Metabolismuspfad durchgeführt hat,
die zur Produktion eines einzigartigen sekundären Metaboliten mit kommerziellem
Potenzial geführt haben. Mein Beitrag bestand darin, die korrekten Futtermittel
für eine fortlaufende Fermentierung in Fermentationsanlagen zu identifizieren, die
speziell mit individuellen Controllern mit von mir mitgeschriebenen Programmen
ausgestattet waren.
Sehen Sie, wie dieser Aufmerksamkeit erweckende Absatz zur Präsentation von
Qualifikationen im Lebenslauf passt? Es ist der alte Doppelschlag.
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf ScienceCareers.org veröffentlicht.
Er ist online erhältlich unter bit.ly/CPWl2
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CVs That Open Industry Doors (Lebensläufe, die Türen in der Industrie öffnen)
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In 15 Minuten zu einem
besseren Vorstellungsgespräch
Von David G. Jensen ~ 28. November 2008
Vor einigen Jahren lernte ich auf schmerzhafte Weise, wie wichtig die Grundregeln der Vorstellungsgespräche sind. Ein milliardenschweres Chemieunternehmen hatte mich eingeladen, einer Reihe von Führungskräften und Mitarbeitern der Personalabteilung meine
Fähigkeiten bei der Personalanwerbung zu verkaufen. Alle saßen mir auf der anderen Seite
eines Konferenztisches gegenüber – das heißt alle außer einer Frau, die links von mir saß.
Nach einem wie ich dachte phantastischen Gespräch rief man mich an und teilte mir
mit, dass das Unternehmen meine Dienste nicht in Anspruch nehmen würde. Die für die
Entscheidung verantwortliche war die Frau neben mir gewesen – die ich während meines
Vortrags nur selten angeblickt hatte. Ich hatte es verpatzt – besonders peinlich für jemanden, der bereits Artikel über die Bedeutung von Augenkontakt in Vorstellungsgesprächen
verfasst hat! Warum hatte ich nicht daran gedacht, mich ihr während des Gesprächs zuzuwenden? Vermutlich, weil ich mir vor dem Gespräch nicht noch einmal alle Grundregeln
vergegenwärtigt hatte.
Dies ist also ein Artikel, den sich Stellensuchende durchlesen und für später ausdrucken
sollten – eine einfache Liste all der Dinge, die Sie vor, während und nach dem Vorstellungsgespräch tun sollten. Dies ist keine erschöpfende Abhandlung zum Thema; Sie können
diesen Artikel mühelos in 15 Minuten lesen und verdauen. Aber lassen Sie sich durch die
einfachen, „rohen“ Regeln nicht abschrecken: Selbst ein alter Hase wie ich muss sich
gelegentlich die Grundregeln erneut vor Augen führen.
Vor dem Vorstellungsgespräch
1. Besorgen Sie sich vorab die Namen und Funktionen der Personen, die Sie bei Ihrem
Vorstellungsgespräch treffen werden. Diese Informationen erhalten Sie in der Regel von
der Personalabteilung.
Die clevere Stellensuche
31
2. Lesen Sie möglichst viel über das Unternehmen und die Tätigkeit der Personen, die am
Vorstellungsgespräch teilnehmen sollen. Zumindest sollten Sie die Website des Unternehmens studieren und auf Websites wie Yahoo Finance weitere Artikel und Informationen
suchen.
3. Bereiten Sie mehrere Kopien Ihres Lebenslaufs vor, die Sie mitnehmen können, falls
die Personalabteilung sie nicht schon vorher an Ihre Gesprächspartner im Vorstellungsgespräch verteilt hat.
4. Sorgen Sie dafür, dass Sie den Standort des Unternehmens genau kennen. Wenn es
in Ihrer Stadt ansässig ist oder Sie mit dem Auto anreisen, fahren Sie vorher vorbei um
festzustellen, wie lange die Fahrzeit dauert und wo Sie parken können.
5. Überlegen Sie sich eine Reihe von Fragen, die Sie über das Unternehmen und die offene Position stellen möchten. Bringen Sie ein Notizbuch mit, damit Sie bei Bedarf einige
Notizen machen können, und notieren Sie Ihre Liste von Fragen auf der ersten Seite.
6. Machen Sie sich mit den üblichen Fragen vertraut, die man Ihnen stellen wird, und
bereiten Sie sich darauf vor.
Während des Vorstellungsgesprächs
1. Gehen Sie selbstbewusst und aufrecht in das Vorstellungsgespräch. Schütteln Sie
Ihren Gesprächspartnern mit einem festen Händedruck die Hand und nennen Sie als
Erster Ihren Namen. Nehmen Sie die Hand rechtzeitig vorher aus der Tasche, eine von
Schweiß feuchte Hand macht keinen guten ersten Eindruck.
2. Seien Sie aufmerksam aber entspannt. Unterstreichen Sie Ihre Worte mit Händen,
Augen und Kopf. Lehnen Sie sich im Stuhl leicht vor, während Sie zuhören: Ihre Körpersprache sollte insgesamt „aufmerksames Interesse“ ausdrücken.
3. Lächeln und lachen Sie, wenn es passend ist. Lächelnde Menschen werden in der Regel
als gute Kollegen mit ausreichend Selbstbewusstsein angesehen.
4. Gleichzeitig dürfen Sie aber auch nicht den Clown spielen. Das wirkt nur in den seltensten Fällen zu Ihren Gunsten. Ein Bewerber teilte uns einmal mit, dass sein Lieblingswitz
so gut ankäme, dass der Marketing-Vizepräsident ihn drei Mal bat, den Witz anderen zu
erzählen. Der Bewerber erhielt die Stelle nicht. Alle hielten ihn für einen lustigen Typen,
der seine Arbeit aber nicht ernst genug nahm.
5. Machen Sie sich während eines Vorstellungsgesprächs nicht zu viele Notizen, es sei
denn, Ihr Gesprächspartner rät Ihnen, etwas aufzuschreiben. Es könnte sonst so wirken,
als wären Sie nicht richtig bei der Sache.
6. Es ist wichtig, dass alle Anwesenden während des Vorstellungsgesprächs das Gefühl
haben, dass Sie gut zuhören. Jeder hört auf eine andere Weise zu oder konzentriert sich,
aber guter Augenkontakt zu allen Anwesenden sendet das richtige Signal aus.
7. Behandeln Sie alle Mitarbeiter im Unternehmen gleichermaßen mit ausgesprochener
Höflichkeit.
8. Finden Sie frühzeitig heraus, wofür sich Ihre Gesprächspartner interessieren und sprechen Sie darüber. Wenn sie Fragen zu Ihrem Interesse an der Genexpression in Hefe stellen, sprechen Sie nicht weiter über E. coli. Sie müssen Interesse wecken – und es halten.
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9. Auch wenn Sie einige zuvor eingeübte Antworten an den Mann bringen möchten,
vergessen Sie nicht, mit der richtigen Betonung zu sprechen. Reden Sie nicht monoton,
während Sie eine eingeübte Antwort herunterleiern.
10. Denken Sie daran, dass sich Ihr Gesprächspartner möglicherweise genauso unwohl
fühlt wie Sie. Konzentrieren Sie sich nicht auf Ihre eigene Unsicherheit sondern nach
Möglichkeit auf Ihren Gegenüber. Sorgen Sie dafür, dass das Vorstellungsgespräch auch
für Ihren Gesprächspartner angenehm verläuft, dann haben Sie ein sehr gutes Vorstellungsgespräch geführt. Ehrliches Lächeln und ein freundlicher Ansatz können einen
großen Unterschied machen.
11. Besorgen Sie sich die Namen (mit der korrekten Schreibung) aller Personen, mit
denen Sie im Laufe des Tages Gespräche führen. Oder noch besser: Lassen Sie sich
Visitenkarten geben.
12. Obwohl Sie immer Ihre Stärken betonen wollen, befassen Sie sich nie zu intensiv
mit einem Bereich, in dem Sie schwächer sind. Auch wenn die Versuchung besteht,
ausführlich über ein Thema zu sprechen, von dem Sie nicht allzu viel wissen, wäre es
verheerend, wenn Sie erwischt werden.
13. Strahlen Sie keine Haltung „Was können Sie für mich tun?“ aus.
14. Vermeiden Sie Politik, Religion und jegliche kontroversen Themen. Wenn Sie ein
Personalmanager fragt, was Sie vom neuen amerikanischen Präsidenten halten, antworten Sie mit einer generell positiven Bemerkung. Sagen Sie lieber nicht, dass Sie das
politische Aktionskomitee für Obama an der Uni geleitet haben.
15. Vergessen Sie nicht, dass eine geschickt eingefügte Pause nach einer wichtigen Frage
ihr Gewicht in Gold wert ist. Diese „Denkpause“ verdoppelt den Wert Ihrer Antwort. Auch
wenn Ihnen die Antwort auf der Zunge liegt, ist es besser, einen Moment zu zögern und
nachzudenken, bevor Sie die Antwort geben.
16. Reden Sie niemals schlecht über einen früheren Arbeitgeber oder ehemaligen Kollegen. Das ist selbstverständlich, und doch fällt man nur zu leicht wieder in diese Falle,
wenn man nach Gründen gefragt wird, warum man ein Labor oder eine frühere Stelle
verlassen hat.
17. Falls Sie so etwas wie eine Leiche im Keller haben, überlegen Sie sich vorab die
Antworten auf nachforschende Fragen. Gehen Sie nie davon aus, dass Sie Ihr schlechtes
Verhältnis zu Ihrem Tutor oder die Tatsache verbergen können, dass Ihr Studium 9 oder 10
Jahre gedauert hat.
18. Gehen Sie davon aus, dass jeder, mit dem Sie Vorstellungsgespräche führen – ganz
egal, wie die Person vorgestellt wurde, ein Mitspracherecht bei der Einstellung hat.
Antworten auf die „ehrlichen“ Fragen, die Ihnen künftige Kollegen stellen, gelangen
dem Ihrem künftigen Vorgesetzten oft zu Ohren. Gleichgültig, wo die Gespräche
stattfinden – ob im Flur, in der Kantine oder bei der Werksbesichtigung – es sind
Vorstellungsgespräche.
19. Gehen Sie nicht übermäßig darauf ein, wenn die Personalabteilung alle Sozialleistungen des Unternehmens nennt. Wenn Ihnen die Stelle angeboten wird, können Sie immer
noch herausfinden, wie viele Tage Jahresurlaub Ihnen zustehen. Konzentrieren Sie sich an
diesem Tag nicht auf die Sozialleistungen.
Die clevere Stellensuche
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20. Fragen nach dem Gehalt während eines Vorstellungsgesprächs senden die falschen
Signale aus. Warten Sie, bis Ihr Gegenüber das Thema anspricht, was in der Regel der Fall
ist, wenn Sie in die engere Wahl gezogen werden.
21. Und schließlich: Gehen Sie nicht aus dem Vorstellungsgespräch, bis Sie sich direkt
erkundigt haben, wie der weitere Ablauf des Bewerbungsverfahrens ist. Erkundigen
Sie sich nach dem Zeitplan des Unternehmens und wann Sie die Entscheidung erfahren
werden. Zeigen Sie ein letztes Mal Ihr großes Interesse an der Stelle!
Nach dem Vorstellungsgespräch
1. Senden Sie eine kurze Dankesbotschaft per E-Mail an alle Personen, die während des
Tages Vorstellungsgespräche mit Ihnen geführt haben. Halten Sie sich kurz, verleihen
Sie erneut Ihrem Wunsch Ausdruck, mit ihnen arbeiten zu wollen, und beantworten Sie
alle Fragen, die Sie möglicherweise während des Vorstellungsgesprächs nicht beantwortet haben oder die Sie später ausführlicher beantworten wollten. Erwägen Sie, ob
Sie der Person, die während des Tages Ihr Hauptkontakt war, einen richtigen Brief per
Post schicken.
2. Rufen Sie zu der angegebenen Zeit zum Nachfassen Ihren Hauptansprechpartner
im Unternehmen an, also entweder Ihren potenziellen künftigen Chef oder jemanden
in der Personalabteilung. Wenn Ihnen beispielsweise mitgeteilt wurde: „Wir melden
uns in zwei Wochen.“, rufen Sie in 15 Tagen an. Betonen Sie während dieses
Telefongesprächs Ihre positiven Gefühle zur Stelle, üben Sie aber nicht zu viel Druck
aus. Wenn man Ihnen noch keine feste Antwort geben kann, liegt das vermutlich
daran, dass das Unternehmen noch weitere Vorstellungsgespräche durchführt oder
sich in der Entscheidungsphase befindet.
3. Wie das Telefongespräch auch ausgehen mag (entweder „Wir sind nach wie vor interessiert“ oder „Leider bewegen wir uns in eine andere Richtung“), konzentrieren Sie
sich auf das nächste Vorstellungsgespräch. Verlassen Sie sich nie darauf, dass Sie eine
Stelle bekommen, bis Sie das unterzeichnete schriftliche Angebot in Händen halten.
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf ScienceCareers.org veröffentlicht.
Er ist online erhältlich unter bit.ly/1pwnIH
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WEITERE RESSOURCEN
Karrierebezogene Ressourcen
von Science und AAAS
• Science Careers Job Board (Stellenbörse
für wissenschaftliche Karrieren)
scjobs.sciencemag.org
• Science Careers Forum (Karriereforum
für die Naturwissenschaften)
scforum.aaas.org
• Weitere karrierebezogene Broschüren
sciencecareers.org/booklets
• Webinar zur Stellensuche
sciencecareers.org/webinar
• GrantsNet (Stipendien)
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• Communicating Science
(Kommunikation in den
Naturwissenschaften)
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• Science & Technology Policy Fellowships
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Technologie)
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• Science News Writing Internship
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wissenschaftlichen Nachrichtenartikeln)
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• AAAS Mass Media Science &
Engineering Fellows Program
aaas.org/programs/education/
MassMedia
• ENTRY POINT! Internships for Students
with Disabilities (Stipendien für
behinderte Studenten)
ehrweb.aaas.org/entrypoint
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Verhandlung
• Academic Scientists at Work: Negotiating
a Faculty Position (Wissenschaftler
an akademischen Einrichtungen:
Verhandlungsführung für
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Talk (Wissenschaftler an akademischen
Einrichtungen: Job-Gespräche)
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• Tooling Up: Job Talk Jitters (Vorbereitung:
Angst vor Job-Gesprächen)
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Verschiedenes
• Tooling Up: The Job Seeker’s Lexicon
(Vorbereitung: Lexikon für Bewerber) bit.
ly/3blTBt
• Tooling Up: Defying Gravity (Vorbereitung: im
Kampf gegen die Schwerkraft)
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(Fähigkeiten in Karriereoptionen verwandeln)
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• Taken for Granted: Fitting the Job Market to a
T (Selbstverständlich? Die perfekte Stelle für
Ihre Fähigkeiten)
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The Informed Job Search
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WEITERE RESSOURCEN
Bücher
• “SoWhatAreYouGoingtoDowithThat?”:FindingCareersOutside
Academia,Susan Basalla und Maggie Debelius
• TheChicagoGuidetoYourCareerinScience:AToolkitforStudents
andPostdocs,Victor A. Bloomfield und Esam E. El-Fakahany
• WhatColorisYourParachute?APracticalManualforJob-Huntersand
Career-Changers,Richard Nelson Bolles
• PutYourSciencetoWork:TheTake-ChargeCareerGuideforScientists,
Peter Fiske
• FindingYourNorth:Self-HelpStrategiesforScience-RelatedCareers,
Frederick L. Moore und Michael L. Penn
Informationen von anderen Organisationen
• American Chemical Society
www.acs.org/careers
• American Physiological Society
the-aps.org/careers
• American Society for Cell Biology
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• American Society for Microbiology
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• National Postdoctoral Association
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