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Berichte aus der DJG / DJG

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Deutsch-Japanische Gesellschaft Karlsruhe e.V.
RUNDBRIEF
FRÜHJAHR 2010
Tsugaru Jamisen
Bild: Bernd Ernesti
Inhalt
►Kalender der DJG Karlsruhe / DJG カレンダー.............................................................................3
►Musik und Musiker der DJG / 音楽.................................................................................................3
►Herzlich Willkommen! / 新会員ご紹介..........................................................................................3
►Veranstaltungen / 催し物.................................................................................................................4
►Berichte aus der DJG / DJG レポート.............................................................................................7
►Verbandsreise 2011.........................................................................................................................12
►Impressum......................................................................................................................................12
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 1
独日協会の会員の皆様、親日な方々
新年早々「日本デー」や「津軽三味線コンサート」で大勢の拍手喝采を受け、日本紹介を通して日本の理解を促した
だけでなく、観客として座っていらした会員達とも感激を共有でき実に感謝この上無しと言う心境です。昨年はやや
イベント的に穏やかな年を過ごす事を余儀なくされました。市や州の会場施設の使用に限定があり〔工事その他)
遅々として我々の計画が進展しませんでした。そうした沈潜状態を経て,然し執拗に地道な活動を続けていた結果
が実ったかという印象です。この2つのイベントに際しては会員の皆様の多大なご協力を頂きました。このチーム
ワークが功を奏したとも言えます。此の役員・会員が一体となって活動するを様を総領事・副領事が2つの行事で
体験しておられ,御褒美の言葉を頂きました。度々経済的援助を頂いており、今回の実態をご覧になって、其の価値
ありと思われたかと思う次第です。
改めて皆様の積極的な参加・ご協力感謝申し上げます。
2010-2011年は愈愈日独「150年祭」です。全国独日・日独協会連盟との共同で主催される友好親善
旅行が2011年4月11日ー28日迄実施されます。現時点での費用は3290ユーロです。参加資格は独日
協会会員のみ。詳細は定例会でお問い合わせ又はホーム・ページでご覧下さい。
更なる出会いの場は
3月23日(木) 「講演ー日本人の死生観」 Roncalli-Forum Karlsruhe(建物Stephanssaal)
27日(土) ナンシー訪問
4月23日(金) 総会
5月09日(日) ハイキング
6月15-25日 「絵手紙: 展示とワークショップ」
15日(火) オープニング
19日(土) ワークショップ(10時と15時半)
26日(土) 民族祭り
毎月第一木曜日の7時半から(将軍で)の皆様との歓談を楽しみにして居ります。
松島照子・Fritz
Liebe Mitglieder, liebe Japan-Freunde,
kurz nach dem Beginn des neuen Jahrs brachten uns die Japan-Tage und das Tsugaru Shamisen Konzert viel
Beifall. Wir konnten dabei nicht nur ein großes Publikum über Japan informieren, diese Veranstaltungen
wurden auch zu einem Treffpunkt vieler Japan-Freunde. Im wahrsten Sinne des Wortes waren Japan und
seine Freunde präsent.
Nachdem das vergangene Jahr für die DJG eher ruhig verlief, konnten wir Ihnen durch das Zusammentreffen
glücklicher Umstände, beharrlichen Einsatz und viel Arbeit ein interessantes Programm bieten. Was im
vergangenen Jahr im Verborgenen geschah, kam nun zur offenen Blüte.
Die fruchtbare Zusammenarbeit von Vorstand und vielen weiteren Mitgliedern hat den japanischen Generalkonsul, der das Tsugaru Shamisen Konzert besuchte, sehr beeindruckt. Er sagte uns spontan für unsere
weiteren Vorhaben finanzielle Unterstützung zu.
Im Jahr 2010 und vor allem 2011 feiern wir „150 Jahre Freundschaft zwischen Deutschland und Japan“. Eine
Reise von Mitgliedern aller DJGen nach Japan findet vom 11. bis 28. April 2011 statt.
Nach augenblicklichem Planungsstand wird sie 3290 Euro pro Person kosten. Weitere Informationen
erfragen Sie bitte bei unserem Vorstand.
Unsere nächsten Begegnungsmöglichkeiten:
23. März (Dienstag)
Vortrag „Einstellung zu Leben und Tod in Japan“
27. März (Samstag)
Besuch unser Partnerstadt Nancy
23. April (Freitag)
Mitgliederversammlung
15. Juni (Dienstag)
Eröffnung der Ausstellung „Etegami“, Forum
15. bis 25. Juni
Ausstellung und Workshop „Etegami“ (Postkarten-Malerei)
26. Juni (Samstag)
Fest der Völkerverständigung
Wir freuen uns auch, Sie bei unserem regelmäßigen Stammtisch am 1. Donnerstag jedes Monats im
Restaurant Shogun zu treffen.
Ihre Teruko Matsushima-Fritz
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 2
►Kalender der DJG Karlsruhe / DJG カレンダー
März 2010 bis Juli 2010 / 2010 年 03 月から 2010 年 07 月まで
23.03 (Di)
Vortrag: Einstellung zu Leben und Tod in Japan, 20.00 Uhr
講演:日本人の死生観 Roncalli-Forum にて
03月23日㈫
27.03 (Sa)
Fahrt nach Nancy
ナンシー訪問
03月27日㈯
01.04 (Do)
04月01日㈭
23.04 (Fr)
04月23日㈮
06.05 (Do)
05月06日㈭
09.05 (So)
05月09日㈰
03.06 (Do)
Stammtisch im Restaurant SHOGUN ab 19:30 Uhr
月例会 19時半(レストラン将軍(Marktplatz)で)
DJG Karlsruhe Mitgliederversammlung ab 19.30 Uhr
DJGカールスルーエ 年次総会 19時半
Stammtisch im Restaurant SHOGUN ab 19:30 Uhr
月例会 19時半(レストラン将軍(Marktplatz)で)
Maiwanderung
ハイキング
06月03日㈭
Stammtisch im Restaurant SHOGUN ab 19:30 Uhr
月例会 19時半(レストラン将軍(Marktplatz)で)
15.06.-25.06.
Etegami Ausstellung und Workshop
06月15日㈫
絵手紙: 展示とワークショップ
―25日㈮
26.06 (Sa)
Fest der Völkerverständigung auf dem Marktplatz
民族祭り
06月26日㈯
01.07 (Do)
07月01日㈭
Stammtisch im Restaurant SHOGUN ab 19:30 Uhr
月例会 19時半(レストラン将軍(Marktplatz)で)
►Musik und Musiker der DJG / 音楽
DJG-Chor: „Der Flügel“
Bitte wenden Sie sich wegen der Termine an Frau Csizmazia.
Kontakt : Mikiko Csizmazia
Tel.0721-9473150
E-Mail: [email protected]
►Herzlich Willkommen! / 新会員ご紹介
Wir begrüßen unsere neuen Mitglieder
Herr Daniel Maier
Herr Christian Hahn
Herr Dr. Marcus Letzel
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 3
►Veranstaltungen / 催し物
Besuch in Nancy
27. März 2010
Wie bereits im letzten Rundbrief angekündigt, werden wir wieder unserer Partnergemeinschaft in
Nancy, der Französisch-Japanischen Gesellschaft Nancy-Lorraine, einen Besuch abstatten, und
zwar am
Samstag, den 27. März 2010.
Das Besuchsprogramm sieht wie folgt aus:
● Abfahrt um 6:30 Uhr am Badischen Staatstheater Karlsruhe, Baumeisterstraße
mit privaten PKWs
● Ankunft in Nancy gegen 9 Uhr, kleines Frühstück in einem Café
● Besuch des Museums für Neue Kunst auf Einladung der Stadt Nancy
(mit deutschsprachiger Führung)
● Mittagessen gegen 12 Uhr, zusammen mit Mitgliedern der Partnergemeinschaft
● nachmittags Besuch des Botanischen Gartens
● Rückfahrt gegen 18 Uhr, Ankunft in Karlsruhe gegen 21 Uhr
Die Kostenbeteiligung pro Teilnehmer beträgt 25,00 EUR. Wer Interesse hat an dieser Reise in die
schöne Stadt Nancy, die seit mehr als 50 Jahren Partnerstadt von Karlsruhe ist, kann sich bei mir
anmelden, entweder per E-Mail unter [email protected] oder telefonisch unter 0721-46 97
97.
Dr. Werner Stehle
Fest der Völkerverständigung
26. Juni 2010
Das Fest der Völkerverständigung steht nach 25 Jahren Bestehen ähnlich wie "Das FEST" auf der
Kippe. Ob das Fest stattfinden wird und unter wessen Federführung es stehen wird, ist noch unklar.
Die (deutsch-)ausländischen Vereine wünschen sich auf jeden Fall, dass das Fest weiter besteht. Wir
sind zuversichtlich, dass eine städtische Institution für die bisherigen Organisatoren einspringen
kann. Bitte merken Sie sich daher
Samstag, den 26. Juni
vor. Wir werden dann voraussichtlich bis 18 oder 19 Uhr abends auf dem Marktplatz mit einem
Informationsstand präsent sein. Wenn alles verläuft wie geplant, wird auch der Chor auftreten und
sicherlich wird auch der Budo-Club in irgendeiner Form wieder mit dabei sein. Helfer/innen und
neue Ideen für Workshops sind willkommen.
Monika Pfaff
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 4
Maiwanderung auf Lothars Pfaden
Am 9. Mai 2010
Nachdem in diesem Jahr bereits der "deutsche 春一番" (erster Frühjahrssturm) über uns hinweggefegt ist, wollen wir uns auf die Spuren des Jahrhundersturms Lothar (1999) begeben und schauen,
ob und wie die Natur diesen neuerlichen Sturm überstanden hat.
Wir haben geplant, unsere Wanderung mit dem "Lotharpfad" ca. 3 km südlich des Schliffkopfes zu
starten und dann nordwärts, ungefähr dem Westweg folgend, über Ruhestein und Seekopf in Richtung Seibelseckle zu wandern. Dabei werden wir typische Landschaftsformen des Schwarzwalds
erleben können.
Leider liegt zur Zeit im Schwarzwald noch reichlich Schnee, sodass wir noch keine
Probewanderung durchführen konnten. Der endgültige Streckenverlauf, Einkehrort und Endpunkt
der Wanderung kann sich daher noch ein wenig verändern. Fix ist aber Abfahrtszeit und Treffpunkt.
Treffpunkt:
Sonntag, 9.5.2010, 8.45 Uhr
Karlsruhe Hauptbahnhof, Informationspunkt in der Halle
Abfahrt:
ca. 9.00 mit Privat-PKW
Wanderung:
ca. 10.15 - 17.00 Uhr
ca. 13.00 - 14.00 Uhr Mittagspause
Rückkehr:
ca. 18.00 Uhr Karlsruhe Hbf
Strecke:
Gesamt 13-14 km, ca. 200 Höhenmeter Auf- und Abstieg
Kosten:
Anteilig Benzingeld für die Fahrer, Mittagessen, nach Belieben freiwillige Spende für
die Betreiber des Lotharpfades, ggf. Busfahrkarte Schwarzwaldhochstraße.
Verpflegung:
Wasser, Getränke, kleinen Snack/Marschverpflegung bitte mitbringen.
Etwa in der Hälfte der Strecke Einkehr in eine Gaststätte zum Mittagessen.
Kleidung:
Stabiles, rutschsicheres Schuhwerk bzw. Wanderschuhe, dem Wetter entsprechende
Kleidung, ggf. Regenbekleidung (im Mai kann in diesen Höhen auch noch
stellenweise Schnee liegen!). Die Route führt teilweise über Stege, Leitern und
Treppen ist daher für Kinderwagen nicht geeignet.
Anmeldung:
Peter Bauer
Tel. 0179 4815207
[email protected]
bis zum 30.4.2010
Bei Anmeldung bitte Kontaktmöglichkeit (bevorzugt E-Mailadresse) nennen.
Peter Bauer
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 5
Etegami
15. bis 25. Juni 2010
Etegami heißt wörtlich Bilderbrief. Es sind meist Postkarten mit simplen, mit flottem Pinsel grob
gezeichneten Skizzen und einer Botschaft in kurzen Worten. Die Motive sind aus dem Leben
gegriffen – einfache alltägliche Dinge, an denen man sonst eher vorbeigeht und die man als gegeben
hinnimmt, bestechen mit ihrer Schönheit. Gemalt werden sie ohne vorbereitende Studien, einfach
aus dem Pinsel fließend, eher mit impressionistischem Ansatz der Inspiration folgend. Die dazu
komponierten Texte sind kurz – etwa ein kleines Gedicht, ein Sprichwort, ein einfacher Satz, eine
zitierte Weisheit…
Etegami sind eine alte japanische Volkskunst, die in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts durch
den Künstler Koike Kunio wiederbelebt wurde. Seitdem sind sie nicht nur in Japan, sondern
weltweit beliebt geworden. Wir freuen uns, dass wir im Juni 2010 eine japanische Künstlerin
begrüßen können, die sowohl ihre Etegami ausstellt als auch zwei Workshops anbietet. Frau Fumi
Endo wird vom 15. – 25. Juni 2010 bei uns sein und ihre Werke präsentieren.
Ort: ibz – Internationales Begegnungszentrum Karlsruhe, Kaiserallee 12d, 76135 Karlsruhe
Ausstellung: 15.06. – 25.06.2010
Vernissage:
15.06.2010, 18.00 Uhr
Workshops:
19.06.2010, jeweils 10.00 Uhr und 15.30 Uhr
Grundgebühr 5 €, Aquarellzeichenmaterial bitte mitbringen, Papier und Stifte sind
vorhanden
Anmeldung: ibz, 0721 / 84 44 79, [email protected]
Petra Doehl
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 6
►Berichte aus der DJG / DJG レポート
Berichte zu den Japantagen
15. bis 17.Januar 2010
Japan war ein Ort in Karlsruhe...
... und was für einer. Vom 15. - 17. Januar war das Studentenhaus auf einem anderen Kontinent und
der Festsaal im Studentenhaus am Adenauerring brechend voll.
Nicht nur die Trommeln von Masa-Daiko haben den Putz von den Wänden des Festsaals gewackelt,
auch die Filme und die zugehörige Ausstellung "Weltkulturerbe in Japan" von Miyoshi Kazuyoshi
haben den Besuchern einen tiefen Einblick in die japanische Kultur ermöglicht. Und viele haben die
Chance für einen Blick auf den anderen Kontinent wahrgenommen. Zum Konzert von Masa-Daiko
(Japanische Taiko-Trommeln) am Samstag mussten kurz vor der Vorstellung die Sitzplätze
aufgestockt werden, weil der Ansturm so groß war.
"Ich freue mich, dass unsere ersten Japantage so viele Zuschauer, Japanfreunde und Interessierte
angelockt haben, die die japanische Kultur besser kennen lernen möchten. Für mich ein klares
Zeichen, dass die Internationalität an den Karlsruher und Pforzheimer Hochschulen eine wirklich
gelebte Kultur ist. Mit den Japantagen sind wir am Puls einer interkulturellen Zeit", meint Michael
Postert - Geschäftsführer des Studentenwerks Karlsruhe und Initiator der Japantage.
Auch die zugehörige kulinarische Japanwoche im Update der Mensa Am Adenauerring war sehr
erfolgreich.
"Wir waren vom Ansturm auf die japanischen Gerichte in unserem Update positiv überrascht. Die
japanische Küche liegt einfach im Trend", führt Herr Postert weiter aus.
"Ganz besonders bedanken möchte ich mich bei unseren Partnern, die diesen Erfolg möglich
gemacht haben: der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Karlsruhe, der Japan Foundation bzw. dem
Japanischen Kulturzentrum in Köln mit Prof. Ueda, dem Japanischen Generalkonsulat in München,
das durch Vizekonsul Suzuki vertreten war, und last but not least unserem Studentischen
Kulturzentrum.
Wir möchten die Japantage in der studentischen Kulturlandschaft zum Kontinuum werden lassen.
Alle Japanfreunde und insbesondere interessierte Studierende sind herzlich eingeladen an diesem
Projekt auch in Zukunft mitzuwirken und sich einzubringen. Gerade für die künftigen Japantage
planen wir eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den Studierenden. Schließlich fördert es die
interkulturelle Kompetenz und führt dazu, andere Kulturen zu verstehen, anzuerkennen und
erlebbar zu machen. Eine Schlüsselqualifikation für Studierende, die in einer internationalen
Berufswelt erfolgreich sein möchten.
"Sie haben mit Ihrer Begeisterung für das Programm zu einem Gelingen der Japantage beigetragen und wir werden mit Begeisterung weitere Japantage folgen lassen", verspricht Postert für 2011.
Damit auch 2011 Japan wieder zu einem Ort in Karlsruhe werden kann.
Bericht aus dem „Campus Life“ Magazin des Studentenwerkes Karlsruhe
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 7
Baruto no Gakuen (Ode an die Freude)
15. Januar 2010
Am 15.1.2010 zur Eröffnung der Japantage wurde der Film Baruto no Gakuen (Ode an die Freude)
im Studentenhaus des Unigeländes gezeigt. Ich hatte diesen Film schon mal mit Ursula bei lieben
Japanfreunden in Fukushima gesehen.
Vor diesem Film wusste ich nicht, dass Deutsche Soldaten im ersten Weltkrieg in japanischer
Gefangenschaft waren und wie die Japaner zur 9. Synfonie von Beethoven kamen.
Der japanische Regisseur Masanobu Deme hat in diesem Drama die Geschichte des
Gefangenenlagers Bando erzählt, in dem es menschlicher und respektvoller zuging als in anderen
Lagern. Die Gefangenen konnten sich hier künstlerisch betätigen. Gründeten eine eigene Zeitung
und eine Kapelle. Der mit prominenten japanischen und deutschen Schauspielern besetzte Film war
in Japan ein großer Kinoerfolg. Bruno Ganz spielte den Generalmajor Heinrich, der mit seiner
kaiserlich-deutschen Truppe von den Japanern gefangen genommen und im Camp Bando interniert
wurde. Des weiteren waren Oliver Bootz als Soldat Carl Baum und Kostja Ullmann als Soldat
Hermann Lake zu sehen.
Mir hat der humane Lagerkommandant Toyohisa Matsue, gespielt von Ken Matsudaira, sehr gut
gefallen. Er überzeugte den Generalmajor nach der Kapitulation der Deutschen davon, dass nur er
seine Leute sicher in die Heimat bringen kann und Selbstmord keine Lösung ist.
Der Film basiert auf wahren Begebenheiten. Das Mustercamp Bando war das berühmteste Lager.
Die 9. Synfonie von Ludwig van Beethoven wurde damals erstmals in Japan aufgeführt und ist
heute noch so beliebt. Bei unserer Chorreise konnten wir uns in Kamaishi selbst davon überzeugen.
Die Japanisch-Deutsche Gesellschaft überraschte uns dort mit einer musikalischen Einlage beim
Abendessen.
Eure Brigitte Engel
Prof. Pantzers Vortrag und Miyoshis Fotografien zum Weltkulturerbe in Japan
16. Januar 2010
Der Vortrag von Prof. Peter Pantzer zur die Japantage begleitenden Fotoausstellung, die Stätten des
Weltkulturerbes in Japan im Focus hat, war sicher einer der Höhepunkte der Japantage 2010. Prof.
Pantzers lebhafter Erzählstil und seine profunde Kenntnis Japans begeisterten ein breites Publikum,
und seiner Führung zu einigen Stätten des Weltkulturerbes lauschten deshalb zahlreiche Teilnehmer
nach dem Vortrag.
Der japanische Fotograf Miyoshi Kazuyoshi publizierte neben den ausgestellten 54 Fotografien
bereits im Jahre 1998 einen umfangreichen Fotoband zum japanischen Weltkulturerbe. Er hatte seit
seiner Jugend ausgedehnte Reisen in alle Teile der Welt unternommen und diese fotografisch
dokumentiert. Für seinen Fotoband Rakuen erhielt er im Jahre 1985 den renommierten Kimura Ihee
Award.
Die Ausstellung wird bis ca. Ende März im Studentenwerk zu sehen sein.
Petra Doehl
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 8
"Nokan - Die Kunst des Ausklangs"
16. Januar 2010
Natürlich hatte ich schon gehört: "Oscar für den besten fremdsprachigen Film", "schöner Film", ...
Aber wie nun genau aus dem Thema "Leichenwäscher und Einbalsamierer" ein toller Film
entstehen kann ...?
Nun, die Handlung ist rasch erzählt: Der junge Cellist Daigo Kobayashi verliert seinen Job und
muss mit seiner Frau Mika aus Tokio zurück in seine kleine Heimatstadt im Norden Japans ziehen.
Dort stößt er auf die Stellenanzeige eines auf "Reisen" spezialisierten Unternehmens, er bewirbt
sich, bekommt die Stelle und begreift erst nach und nach, um welche "Reisen" es sich handelt: Er
soll Verstorbene nach altem Ritual waschen, schminken und ankleiden, also auf die "Letzte Reise"
vorbereiten. Da in Japan auf die Leichenwäscher und Einbalsamierer herabgeschaut wird,
verschweigt er seiner Frau die Natur seiner Arbeit, aber wie es immer kommt, sie erfährt es doch
und stellt ihn vor die Wahl: Job oder Liebe ... Mehr sei hier nicht verraten.
"Nokan - Die Kunst des Ausklangs" war ein wunderbarer, leiser Film, der das Thema Tod sensibel
und dennoch lebensfroh in Szene setzte, es auch an Amüsantem nicht fehlen ließ; völlig unmöglich,
von den feinfühligen Aufnahmen der Bestattungszeremonien nicht tief berührt zu sein.
Ein wirklich toller Film!
Peter Bauer
Taiko-Konzert
16. Januar 2010
Nach dem Film "Nokan" fand gegen 20.30 Uhr ein Taiko-Konzert im gleichen Saal statt. Die
Gruppe Masa-Daiko aus Bremen bestand aus japanischen und deutschen Männern und Frauen.
Geleitet wurde die Gruppe von Masakazu Nishimine, der am Schluss des Konzerts mit fließendem
Deutsch seine Gruppe vorstellte. Im Konzert fand man alles, was zu einem japanischen TaikoKonzert gehört. Von einer großen Trommel mit über 1m Durchmesser bis hin zur Bambusflöte war
alles dabei. Sehr in Erinnerung wird mir das Stück mit dem Maskentanz bleiben, und wie Masakazu
Nishimine mit Geta-Sandalen und einem Kirschblütenzweig einen Betrunkenen spielte. Alles in
allem war das Konzert sehr gelungen, was man am minutenlangen Applaus und "Zugabe"-Rufen
hörte.
Valentin Pfaff
Rahmenprogramm
Die Eröffnung der Japantage wurde am Freitagabend mit einem köstlichen Sushibuffet abgerundet.
Dank sei allen fleißigen Helfern, die diesen gelungenen Abschluss des Abends ermöglichten.
Nicht zuletzt durch den festlichen Rahmen, den der DJG-Chor „Der Flügel“ den Filmvorführungen
gab, wurden die Japantage zu einem erfolgreichen Ereignis. Mit japanischen Liedern erfreute er das
Publikum. Vielen Dank auch an alle Mitglieder des Chores.
Der DJG Vorstand
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 9
Das Mädchen Sumiko. Warum hat sie das getan?
Ein Stummfilmabend bei den Japantagen
17. Januar 2010
Den abschließenden Programmpunkt der Japantage bildete am Sonntag, dem 17. Januar, der Film
Nani ga Kanojo o sō saseta ka (何が彼女をそうさせたか – deutsch: Das Mädchen Sumiko.
Warum hat sie das getan?). Der unter der Regie von Shigeyoshi Suzuki gedrehte und 1930
erschienene Stummfilm zählt aufgrund seiner gesellschaftskritischen Ausrichtung zu den seinerzeit
so genannten Keikōeiga (傾向映画), ‚Tendenzfilmen’, die im militärisch geführten Japan oft Ziel
strenger Zensurmaßnahmen wurden. Heute wird der Film vor allem aufgrund der für die Zeit
modernen Schauspielleitung und der weltweit neuartigen Kameraführung und Bildkomposition
geschätzt.
Nach Vorlage eines Theaterstücks des proletarischen Autors Seikichi Fujimori erzählt der Film vom
Leben des Mädchens Sumiko, das im von der Rezession geplagten Japan der späten 20er Jahre von
der Familie verstoßen und so in den sozialen Abstieg getrieben wird. Da ihr Vater sie in der wirtschaftlichen Notlage nicht länger ernähren kann, schickt er Sumiko zu seinem Bruder, bevor er sich
selbst in den Freitod begibt. Nachdem der Onkel Sumiko an einen Zirkus verkauft, beginnt für sie
eine Odyssee, auf der sie Hunger, Demütigungen und sexuellen Übergriffen ausgesetzt ist. Nach
zahlreichen Schicksalsschlägen findet sich die Protagonistin in einem kirchlich geführten Heim für
alleinstehende Frauen wieder, in dem sie Opfer der Willkür einer bigotten Oberin wird. Die letzten
Szenen des Films zeigen Sumiko tanzend vor einer offensichtlich von ihr in Brand gesetzten
Kirche, sowie die abschließende Texttafel mit der programmatischen Frage „Nani ga Kanojo o sō
saseta ka. – Warum hat sie das getan?“
Berichten zufolge sollen Vorführungen des Films in Arbeitervierteln mehrfach zu tumultartigem
Aufruhr und Protesten gegen den Kapitalismus geführt haben. Zugleich verzeichnete Nani ga
Kanojo o sō saseta ka den bis dato größten Kassenerfolg des japanischen Kinos. Nur wenig später
fielen die Celluloidrollen einer Brandkatastrophe und dem Bankrott des Studios Tei-Kine zum
Opfer, und der Film galt seither als verloren. Erst 1993 konnte er neben anderen japanischen Filmen
in einem Moskauer Archiv wiederentdeckt werden. Das sowjetische Regime hatte japanische Filme
sozialistischen Inhalts mit großer Begeisterung aufgenommen und nach Russland gebracht.
Inzwischen mit russischen Texttafeln versehen mussten die Zwischentitel ins Japanische zurückübersetzt werden, um die ursprüngliche Gestalt des Films wieder herzustellen. Zudem fehlten
Anfang und Schluss des Films komplett und wurden bei der Restaurierung durch eine knappe
Schilderung der Handlung auf Texttafeln ersetzt. Der international hoch geschätzte Stummfilmmusiker Günter A. Buchwald wurde damit beauftragt, die Musik für die restaurierte Fassung zu
komponieren. Dies gelang ihm mit erstaunlich modernen und ausdrucksvollen Klängen, die die
Bilder auf der Leinwand bereichern und ergänzen ohne ihnen jedoch an Kraft zu nehmen. Die
Karlsruher Aufführung beehrte der Komponist mit seinem persönlichen improvisatorischen Vortrag
an Klavier und Violine des ursprünglich für ein zehnköpfiges Orchester vorgesehenen Werks.
Robin F. Hettlage
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 10
Japanische Musikkunst jenseits des Taiko - Tsugaru Shamisen in
Karlsruhe
20. Februar 2010
Ich denke, in unseren Reihen hatten die meisten bereits die großartigen Trommelgewitter des Taiko
in ihren Ohren - nicht zuletzt wegen einiger Events unserer DJG. Aber wem, der nicht gerade schon
mal im Kabuki war, sind wohl die Klänge einer Shamisen bekannt oder hat jemals etwas über dieses
Instrument gehört? Dies nämlich ist ein weiteres Stück traditionell japanischer Musikkunst, die uns
langsam erreicht und sozusagen mit dem kürzlich in Karlsruhe stattgefundenen Tsugaru-Shamisen
Konzert ihre "Premiere" bei uns hatte.
Ganz kurz für alle, die an dem Abend leider nicht dabei sein konnten: Das Shamisen (urspr.
Sanshin) ist ein lautenartiges Instrument mit nur 3 Saiten, welches von China nach Japan kam.
Tsugaru-Shamisen ist dabei ein spezieller Stil, welcher von der Region der Halbinsel Tsugaru
(Präfektur Aomori) ausgeht.
Dank dem Japanischen Generalkonsulat München und mit Förderung der Japan Foundation konnte
unsere DJG den Shamisen-Künstler Keishou Ouno nach Karlsruhe einladen. Das Besondere an
seiner Musik ist, dass er traditionelle und moderne Klänge verbindet und so in einem neuen Kleid
der Welt präsentiert. Doch auch ohne viel Aufmotzen vermag Ouno-san so einiges aus seinem
Instrument rauszuholen, dass man gar nicht glaubt, wie da nur 3 Saiten im Spiel sein können.
Modern westliche Einflüsse waren schon zu Beginn seines Auftrittes bei allen 3 Künstlern der
Gruppe zu erkennen: Ouno-san selbst trug einen ausgefallenen Yukata mit Lederlook und Design,
das wie Kanji aussah, aber keine waren; der Trompeten- und Flötenspieler hatte gefärbt blonde
Haare unter seiner Baumwollmütze und trug Kleidung, die ein wenig an einen geschichtlichen
Offizier, aber mit Hosenhakama erinnerte, und der Taikospieler machte eine gute Figur im
Muskelshirt. Sogar die Shamisen war verkabelt und mit Glittereffekt!
Gemeinsam gaben sie eine lebhafte Darstellung, die das ganze Publikum mit sich zog und immer
wieder zum Mitmachen animierte. Besonders Keishou Ouno will den Zuschauern nahe sein, spricht
zwischendrin mit uns (selbst in versuchtem Deutsch) und spielt später noch an der Kante der Bühne
fast wie ein Rockstar. Überraschungslied war wohl auch die James Bond 007 Theme Interpretation
auf dem Shamisen.
Jedenfalls, das ca. zweistündige Konzert verging wie im Flug. Die Sektpause in der Mitte des
Abends könnte davon wohl am längsten erschienen sein. Ich war glücklich, so etwas einmal live
hören zu können. Nachträgliche Meinungen zur Darstellung waren verschieden. Die einen
erwarteten Gesang, welcher Shamisen eigentlich oft begleitet; oder dass nur ein Instrument zu
einsam klingen würde. Andere meinten, dass das Spiel nicht ganz im Einklang mit der modernen
Hintergrundmusik war. Und ich hätte gerne gehabt, dass die Stücke mit schnellem Takt und den
komplexeren Griffen mehr zur Geltung kommen.
Von der allgemeinen Stimmung her aber, würde ich sagen, dass wohl jeder Spaß hatte und das
Event genoss. Auf jeden Fall nun an mehr interessiert ist, denn dieses Genre ist nicht minder
beeindruckend als Taiko!
Andre Halim
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 11
Artikel aus der BNN vom 22. Februar 2010
►Verbandsreise 2011
Anlässlich der Unterzeichnung des Freundschafts- und Handelsvertrages zwischen Preußen und
Japan vor 150 Jahren veranstaltet der Verband der Deutsch-Japanischen Gesellschaften eine
Freundschaftsreise vom 11. bis 28. April 2011. Es besteht die Möglichkeit die Reise zu verlängern.
Preis: 3290 € pro Person im Doppelzimmer, 320 € Einzelzimmerzuschlag. Vorbehaltlich weiterer
Währungsschwankungen.
Anmeldeschluss für eine unverbindliche Anmeldung ist Mitte April.
Weitere Informationen erhalten Sie auf Anfrage unter der Rundbrief E-Mail Adresse
[email protected] oder bei allen Vorstandsmitgliedern.
►Impressum
Deutsch-Japanische Gesellschaft Karlsruhe e.V. (www.djg-karlsruhe.de)
c/o Teruko Matsushima-Fritz
Friedrichstr. 36; 76229 Karlsruhe
Tel.: 0721/9483156; Fax 9483155
E-Mail :[email protected]
Redaktionsteam
Bernd Ernesti
E-Mail: [email protected]
Hadding Panier
E-Mail: [email protected]
DJG-Karlsruhe Vorstand
1. Vorsitzende : Teruko Matsushima-Fritz, 2.Vorsitzende : Petra Doehl
Schatzmeisterin : Monika Pfaff
Beisitzer : Bernd Ernesti und Peter Bauer
Webmaster : Bernd Ernesti
Herausgeber
DJG Karlsruhe Frühjahr 2010
Seite 12
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